Metropol

„Ich kämpfe gegen alles, was mich niederdrücken will.“ Das Tagebuch des jüdisch-kommunistischen Widerstandskämpfers Karl Neuhof und der Briefwechsel seiner Familie. Von Karl Neuhof

Karl Neuhofs Tagebuch und der Briefverkehr seiner Familie haben eine hohe Bedeutung für die historische Forschung sowie für den langen Kampf gegen das Vergessen. Denn nur wenige der Verfolgten hatten die Gelegenheit und auch den Mut, ihre Gedanken und Gefühle schriftlich festzuhalten. Wenn sie dies dennoch taten, wurden ihre lebensgefährlichen Aufzeichnungen früher oder später zumeist vernichtet: durch die Täter, durch den Bombenkrieg oder - um sich und andere zu schützen - durch ihre Verfasser. Das macht jedes Dokument, das in der NS-Zeit aus der Perspektive der Verfolgten verfasst ist, so selten und wertvoll. Die Geschichte des NS-Regimes und seiner im Holocaust mündenden Verbrechen darf, will sie nicht einseitig sein, keineswegs nur aus den von den Tätern angelegten Quellen beleuchtet werden.

ISBN 978-3-86331-636-5     24,00 €  Portofrei     Bestellen

Hammersteins Töchter. Eine Adelsfamilie zwischen Tradition und Widerstand. Von Gottfried Paasche

Das Urteil der historischen Forschung ist weitgehend einhellig: Der deutsche Adel war während der Weimarer Republik zutiefst konservativ bis rechtsorientiert. Die Familie des letzten Chefs der Reichswehr kann als eindrucksvolles Gegenbeispiel gelten. General Kurt von Hammerstein (1878-1943) war entschiedener Gegner Hitlers und dessen Politik. Seine Töchter Marie Louise, Maria Therese und Helga verzichteten auf Status und Privilegien. Marie Louise und Helga fanden zum Kommunismus und arbeiteten dem Nachrichtendienst der KPD zu. Maria Therese half verfolgten Juden bei der Flucht aus Nazi-Deutschland.

ISBN 978-3-86331-650-1     24,00 €  Portofrei     Bestellen

Die Ukraine 1943/44. Loyalitäten und Gewalt im Kontext der Kriegswende. Von Johannes Spohr

Im Kontext der Rückzüge der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg wurde die Ukraine abermals zum Schauplatz von Massengewalt. Die spezifischen Pläne und Dynamiken der späten Phase des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion bedeuteten Raub, Verschleppung, Mord und Zerstörung. Johannes Spohr zeichnet nach, wie sich die deutsche Besatzung im "Generalbezirk Shitomir" unter dem Eindruck der Kriegswende entwickelte und wie sie sich auf unterschiedliche Teile der Bevölkerung auswirkte, wie sie wahrgenommen und bewertet wurde, welche Verhaltenspräferenzen sich unter den veränderten Bedingungen ab 1943 herausbildeten. Von der NS-Besatzung Betroffene treten dabei als AkteurInnen ihrer eigenen Geschichte in Erscheinung.

ISBN 978-3-86331-600-6     34,00 €  Portofrei     Bestellen

Lichtenburg. Ein deutsches Konzentrationslager. Hrsg. Stefan Hördler und Sigrid Jacobeit

An die Peripherie des öffentlichen Gedächtnisses gedrängt, nahm Lichtenburg in Prettin an der Elbe eine Schlüsselposition im System der Konzentrationslager ein. Von Juni 1933 bis Mai 1939 fungierte der ehemalige Witwensitz der sächsischen Kurfürsten als Experimentierfeld für männliche und weibliche Schutzhaft. Die Doppelrolle als monolateral geführtes Männer- und Frauen-KZ ist singulär in der Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Das Frauenlager war zudem das erste seiner Art und diente 1937 bis 1939 als zentrales Schutzhaftlager für das Deutsche Reich. Darüber hinaus wurde Lichtenburg von 1941 bis 1945 als frühes Außenlager des KZ Sachsenhausen genutzt.

ISBN 978-3-938690-75-8     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Krieg und Frieden im Spiegel des Sozialismus 1914–1918. Hrsg. Frank Jacob und Riccardo Altieri

Der Erste Weltkrieg forderte Millionen Opfer unter Zivilisten und Soldaten. Gegen diesen Mahlstrom der Vernichtung wandten sich Sozialistinnen und Sozialisten, die nicht gewillt waren, zu Erfüllungsgehilfen der imperialistischen Nutznießer des Krieges zu werden. Ihre Kritik und Rolle innerhalb dieser vier Schreckensjahre beleuchtet der vorliegende Band. Er zeigt damit, dass es viele Stimmen gab, die sich gegen das sinnlose Sterben auf den Schlachtfeldern Europas erhoben. Ungeachtet einer möglichen politischen Isolation folgten sie in einer schwierigen Zeit ihrem Gewissen und müssen gerade deshalb eine besondere Würdigung erfahren.

ISBN 978-3-86331-406-4     29,00 €  Portofrei     Bestellen

Verschwörungen. Von Catilina bis al-Kaida. Von Wolfgang Wippermann

Das Wort Verschwörung bezeichnet im Deutschen sowohl eine Organisation als auch eine Theorie. In dieser Studie werden Verschwörungsorganisationen von Verschwörungstheorien unterschieden: Bei Verschwörungsorganisationen handelt es sich um geheime Zusammenschlüsse mehrerer Personen zu einem politischen Zweck, mit denen Menschen ihre Geschichte gemacht haben. Verschwörungstheorien sind gedankliche Konstrukte, mit denen Menschen ihre Geschichte erklärt haben. Religiöse und säkulare Verschwörungsorganisationen von Catilina bis al-Kaida werden analysiert und von den ereignis- und gruppenbezogenen Verschwörungstheorien abgegrenzt.

ISBN 978-3-86331-422-4     19,00 €  Portofrei     Bestellen

„Im Gefolge der SS“: Aufseherinnen des Frauen-KZ Ravensbrück Begleitband zur Ausstellung. Hrsg. Simone Erpel

Das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück diente zwischen 1942 und 1944 als zentrales Ausbildungslager für weibliches KZ-Personal. Über 3500 SS-Aufseherinnen hielten in ihren zumeist niederen Rängen das Lagersystem am Laufen. Sie nahmen Verbrechen billigend in Kauf oder waren selbst daran beteiligt. Wer waren diese Frauen und wie wurde ihre Beteiligung an den KZ-Verbrechen nach 1945 juristisch geahndet? Wie gingen überlebende Häftlinge mit den Erinnerungen an ihre Peinigerinnen um? Auf welche Weise wurde weibliche Täterschaft im öffentlichen Gedächtnis, aber auch im Familiengedächtnis und in der Nachbarschaft des ehemaligen Frauen-KZ tradiert? Die in dem Begleitband zur Ausstellung versammelten Beiträge gehen diesen Fragen nach.

ISBN 978-3-86331-383-8     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Multidirektionale Erinnerung. Holocaustgedenken im Zeitalter der Dekolonisierung. Von Michael Rothberg

Michael Rothberg zeichnet eine erinnerungskulturelle Tradition von der Nachkriegszeit bis ins 21. Jahrhundert nach, die von wechselseitigen Bezugnahmen zwischen Kolonialismus, Sklaverei, Rassismus und Nationalsozialismus, Holocaust, Antisemitismus gekennzeichnet ist. Dieses Archiv der multidirektionalen Erinnerung, das Denkerinnen und Kulturproduzentinnen wie Hannah Arendt, Aimé Césaire, W.E.B. Du Bois, Marguerite Duras Michael Haneke und andere versammelt, deutet darauf hin, dass sich Opferkonkurrenz und Aufmerksamkeitskonflikte auf dem Feld der Erinnerung vermeiden lassen. 

ISBN 978-3-86331-558-0     26,00 €  Portofrei     Bestellen

Zeiten des Aufruhrs (1916–1921). Globale Proteste, Streiks und Revolutionen gegen den Ersten Weltkrieg und seine Auswirkungen. Hrsg. Marcel Bois und Frank Jacob

"Ganz Europa ist vom Geist der Revolution erfüllt", notierte im März 1919 der besorgte britische Premierminister David Lloyd George. "Die ganze bestehende soziale, politische und wirtschaftliche Ordnung wird von der Masse der Bevölkerung von einem Ende Europas zum anderen infrage gestellt." Tatsächlich entmachteten vielerorts Soldaten ihre Offiziere, Arbeiter besetzten die Fabriken und Bauern das Land. Die Aufstände blieben keineswegs auf den alten Kontinent beschränkt. Denn genau wie der Erste Weltkrieg ein global ausgetragener Konflikt war, fand auch die Revolte gegen ihn und seine Auswirkungen im Weltmaßstab statt. Siebzehn Autorinnen und Autoren aus sieben verschiedenen Ländern widmen sich unterschiedlichen Bewegungen in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika.

ISBN 978-3-86331-556-6     34,00 €  Portofrei     Bestellen

Von der letzten Zerstörung. Die Zeitschrift „Fun letstn churbn“ der Jüdischen Historischen Kommission in München 1946–1948. Hrsg. Frank Beer und Markus Roth

Hunderttausende ehemalige Verfolgte des NS-Regimes aus aller Herren Länder lebten nach Kriegsende als Displaced Persons auf gepackten Koffern in Deutschland. Israel Kaplan, selbst Überlebender der Shoah, ergriff die einmalige Gelegenheit: In der Zeitschrift "Von der letzten Zerstörung" publizierte er von 1946 bis 1948 zahlreiche ihrer Zeugnisse. Er und etliche Mitstreiter trugen Ghettolieder zusammen, dokumentierten Witze und ghettosprachliche Ausdrücke. Sie schufen so ein Forum für eine Alltags- und Kulturgeschichte der Shoah und würdigten jüdischen Widerstand Jahrzehnte bevor sich die nichtjüdische Holocaustforschung zaghaft dieser Themen annahm. Mit dieser Edition wird dieses einmalige Projekt erstmals vollständig und kommentiert außerhalb des Jiddischen zugänglich.

ISBN 978-3-86331-557-3     49,00 €  Portofrei     Bestellen

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