Politische Justiz 1918–1933. Von Heinrich Hannover und Elisabeth Hannover-Drück

Eine Historikerin und ein Jurist legen hier den Versuch eines Gesamtüberblicks vor, der die politische Justiz der Weimarer Republik an einigen typischen Fällen veranschaulichen soll. Der Begriff "politische Justiz" wird dabei im weitesten Sinne verstanden, er bezieht alles ein, was den Zusammenhang zwischen Justiz und Politik verdeutlichen konnte. Die Darstellung stützt sich auf eine umfassende Sichtung des veröffentlichten Materials, wobei insbesondere auch Prozessberichte und Kommentare in Tageszeitungen sowie die Protokolle des Reichstags herangezogen wurden.

ISBN 978-3-86331-474-3     22,00 €  Portofrei     Bestellen

 

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Inhaltsverzeichnis

„Die Justiz in unserem Lande ist ein Skandal, der zum Himmel schreit.“, diagnostizierte 1922 Otto Wels in seiner Reichstagsrede angesichts der Ermordung von Reichsaußenminister Walther Rathenau. Von Dr. Marcel Remme → Lehrerbibliothek ohne Datum

Das BRD-Wirtschaftswunder ist unbegreiflich ohne die Verdrängung der Nazischuld. Schuld waren laut westdeutscher Rechtsprechung Hitler, Himmler und Heydrich. Der Rest waren Mitläufer, Irregeleitete oder Opfer des Befehlsnotstands. Denen konnte man Mercedes-Autos und Siemens-Radios abkaufen. Zumal sich die Nazi-Antikommunisten schnurstracks in demokratische Antikommunisten verwandelten. Der Hauptfeind blieb, die Methoden änderten sich. → der rechte rand Januar/Februar 2020

Auf dem rechten Auge blind. Ein Klassiker neu aufgelegt. Dem Verlag ist zu danken, dass er den juristischen Klassiker von Heinrich Hannover und seiner 2009 verstorbenen Ehefrau Elisabeth Hannover-Drück herausgebracht hat. Das Standardwerk des politisch engagierten Strafverteidigers und der renommierten Historikerin über die Justiz der Weimarer Republik, 1966 erstmals erschienen, ist kein reines Geschichtsbuch, sondern enthält zahlreiche Parallelen zu jüngster Zeit. Von Ernst Reuß → nd 07.12.2019

Die juristische Legende Fritz Bauer hielt 1967 in einem Artikel in der „Zeit“ fest: „Zu den beliebtesten Lebenslügen unserer deutschen Umwelt gehört die Annahme, der nazistische Unrechtsstaat habe anno 1933 begonnen. Das Autorenteam Hannover weiß und beweist, daß der Nationalsozialismus nicht über Nacht gekommen ist, übrigens auch nicht über Nacht wieder verschwand.“ von Ernst Reuß → Politische Jusitz 23.10.2019

Presse:

„Als einer der großen politischen Anwälte schrieb [Heinrich Hannover] Justizgeschichte im Gerichtssaal, immer auf der Seite der Minderheiten; er hat für die Meinungsfreiheit, für die Demonstrationsfreiheit und die Gewissensfreiheit gefochten. Und seine zeitgeschichtlichen Publikationen, zum Beispiel seine Analysen über die Rechtsbeugung in der Weimarer Republik, dargelegt in dem Werk ‚Politische Justiz 1918–1933‘, waren bahnbrechend. […] Das Buch ist wichtig, es ist heute, angesichts des grassierenden Antisemitismus, so wichtig, wie es vor 53 Jahren war. […] Es ist ein Buch, das einen umtreibt.“ Auszug aus: Nicht über Nacht. Prantls Leseempfehlungen, in: Süddeutsche Zeitung, 3. November 2019

Heinrich Hannover und Elisabeth Hannover-Drück legen mit der Neuauflage von „Politische Justiz 1918–1933“ ein Buch vor, „dessen Aktualität […] von zugleich erstaunlicher und erschreckender Dauer ist“. „Tatsächlich, so führen die Autoren an schlagenden Beispielen vor, sei ‚der Nationalsozialismus nicht über Nacht gekommen‘ und auch nicht über Nacht verschwunden, weil er für eine Gesinnung steht, die schon vor Adolf Hitlers Machtergreifung ‚von breiten Schichten des Bürgertums‘ getragen wurde.“ Die Darstellungen „politisch motivierte[r] Morde zeigen, wie fortgeschritten die Aushöhlung und die Beugung des Rechts in der Weimarer Republik bereits waren“. Aus dem Beitrag „Wegbereiter des Nationalsozialismus“ von Hendrik Werner, in: Weser-Kurier, 24. Oktober 2019

Heinrich Hannover - Anwalt, Zeitzeuge, Kinderbuchautor → Ingolf Bannemann Youtube 05.05.2013

 

Erstellt: 25.01.2020 - 06:33  |  Geändert: 25.01.2020 - 06:38

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