Streitfall Antisemitismus. Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen. Hrsg. Wolfgang Benz

Dass es in Deutschland mehr Grund zum Diskurs über Antisemitismus gibt als irgendwo sonst in der Welt, dass es einen Schlussstrich unter die Verbrechen der deutschen Vergangenheit nie geben kann, versteht sich als historische, politische und moralische Notwendigkeit.
Immer öfter aber erheben Aktivisten und Interessierte aus Medien und Politik den Antisemitismus-Vorwurf und fordern lautstark Deutungshoheit ein. Meinungsstärke, Durchschlagskraft und die Verortung im richtigen Lager siegen über differenzierende Analyse und abwägendes Urteil - so geschehen in der Debatte um das Jüdische Museum Berlin, die BDS-Bewegung oder den südafrikanischen Gelehrten Achille Mbembe.

ISBN 978-3-86331-532-0     24,00 €  Portofrei     Bestellen

Der Eindruck entsteht, dass der "israelbezogene Antisemitismus" Kern des Problems sei und die Hauptschuld am Antisemitismus von der radikalen Rechten auf die Kritiker israelischer Politik - oder auch auf "die Muslime" - abgewälzt werden soll. Und nicht wenige ziehen es vor, von allem, was mit Juden zu tun hat, die Finger zu lassen, weil man sie sich verbrennen könnte. Am Ende steht die Beschädigung der Sache, um die es wirklich geht: die unbedingte Absage gegen jede Form von Judenfeindschaft. Im Dickicht dieser Debatte will das vorliegende Buch Wegweiser sein.

Mit Beiträgen von:
Shimon Stein/Moshe Zimmermann, Daniel Cil Brecher, Juliane Wetzel, Wolfgang Benz, Daniel Bax, Michael Kohlstruck, Peter Widmann, Micha Brumlik, Thomas Knieper, Dervis Hizarci, Katajun Amirpur, Alexandra Senfft, Muriel Asseburg, Gert Krell

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Inhaltsverzeichnis

Wegweiser aus einem verminten Gelände. In Deutschland gehört das Bekenntnis zu Israel aus gutem Grund zur Staatsraison. Doch der Kampf gegen den Antisemitismus wird auch politisch instrumentalisiert – und gefährdet so Wissenschaftlern zufolge die öffentliche Debatte. Von Christiane Habermalz → Deutschlandfunk Kultur 12.07.2020

Kühle Argumente in aufgeheizter Debatte. Was ist Kritik an der Politik des Staates Israel – und was ist Antisemitismus? Diese Frage wird heftig und oft polemisch diskutiert. Ein Sammelband des Historikers Wolfgang Benz bemüht sich um Orientierung – ein wichtiges Buch zum richtigen Zeitpunkt. Von Florian Goldberg → Deutschlandfunk Kultur 01.08.2020

Antisemitismus und was aus ihm wurde. Kritik an israelischer Politik, Streit ums Jüdische Museum: Ein Berliner Sammelband bietet Orientierung zum "Streitfall Antisemitismus". Andrea Dernbach → Tagesspiegel 07.07.2020

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Erstellt: 02.08.2020 - 15:03  |  Geändert: 02.08.2020 - 15:03

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