Jasmin Kosubek (Medienpräsenz)

1:38:45

Bernhard Krötz ist Professor für Mathematik an der Universität Paderborn, wo er unter anderem Mathematiklehrer ausbildet. Der gebürtige Franke begann sein Studium 1990 in München zunächst mit Physik, wechselte nach dem Vordiplom zur Mathematik und machte dort Karriere in der Forschung. Über seinen YouTube-Kanal erreicht er mittlerweile hunderttausende Menschen mit Videos über den Zustand des deutschen Bildungssystems. Krötz war als Experte im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags geladen und hat alte Schulbücher von Verlagen freigekauft, um sie kostenlos zur Verfügung zu stellen. Seine Kritik an Kompetenzorientierung, Digitalisierung und dem Einfluss von NGOs auf die Bildungspolitik hat ihn zu einer der lautesten Stimmen in der Debatte um Deutschlands Schulen gemacht.

Im Gespräch mit Jasmin Kosubek analysiert Krötz den dramatischen Leistungsabfall der letzten Jahre und benennt konkrete Ursachen: die Kultusministerkonferenz, die Bertelsmann Stiftung, die Abschaffung grundlegender Rechenverfahren und ein Schulsystem, das Masse statt Qualität produziert. Er erklärt, warum zwei Drittel der Studienanfänger aus seiner Sicht nicht studierfähig sind, warum PISA-Tests wenig aussagen und weshalb er die KMK am liebsten sofort schließen würde. Dabei wird er auch persönlich: Er spricht über seinen eigenen Bildungsweg, die Konditionierung von Kindern durch Symbole und Konsum, und die Frage, ob eine Gesellschaft, die schneller verändert wird als sie begreifen kann, auf eine Katastrophe zusteuert.

Zeitmarken

00:00 Intro & der Bruchrechen-Test 
05:30 Studierfähigkeit: Was Studienanfänger nicht mehr können 
15:00 Das wertlose Abitur & der Landtag-Auftritt 
20:00 Vom Apothekersohn zum Mathematikprofessor 
24:00 Wurde Mathematik erfunden oder entdeckt? 
34:00 Die Symbolik der Zahlen & Konditionierung von Kindern 
45:00 Kritik an Bildungsreformen und NGOs 
01:16:00 Wie Krötz Bildung neu denken würde 
01:27:25 Wie KI das Lernen verändert 
01:33:30 Schreibschrift, Identität & ein durchdachtes System 
01:38:00 Konstruktive Lösungen & Abschluss

1:14:32

Willy Kramer, im Netz besser bekannt als Snicklink, ist einer der originellsten Künstler der deutschen Internetkultur. Seit über zwanzig Jahren bewegt er sich zwischen Satire, Philosophie und digitaler Kunst. Als einer der ersten nutzte er KI-Stimmen und Deepfakes nicht zur Täuschung, sondern als neue Kunstform – und stellte damit Faktenchecker, Medien und Zuschauer gleichermaßen auf die Probe. Kramer war Redakteur bei extra 3, gründete später das Magazin Willi raus, und beschreibt sich selbst als „Poet, Prolet, Prophet“. Sein Werk bewegt sich stets an der Grenze zwischen Witz und Wahnsinn, zwischen Spiel und spiritueller Suche.

Im Gespräch mit Jasmin Kosubek reflektiert Kramer seine Entwicklung vom Internet-Memelord zum ernsthaften Künstler, spricht über Authentizität in der digitalen Welt und darüber, wie Kreativität in Zeiten algorithmischer Kontrolle überleben kann. Er erklärt, warum er den Menschen als „Fleischhülle“ versteht, was er unter einem Informationskrieg im Netz begreift und weshalb er glaubt, dass wir kurz vor einer „Post-Labour-Gesellschaft“ stehen.

📖 Kapitel

00:00:00 Intro & Vorstellung – Von Snickers zu Willi Kramer 
00:03:25 NPCs, Normies und die Aufgewachten – Was ist der Unterschied? 
00:12:50 Corona als Zäsur – Wie sich die Welt verändert hat 
00:21:36 Comedy-Debatte – Darf man über Charlie Kirks Tod lachen? 
00:26:50 Informationskrieg – Wir sind alle Soldaten 
00:35:14 Der dritte Weltkrieg läuft bereits – Einsteins Prophezeiung 
00:44:46 Hypersensibilität – Warum Willi sich zurückzieht 
00:48:11 Deep Fakes-Geschichte – Habeck, Baerbock und der Hype 
00:52:30 Kunst vs. Künstler – "Ich bin nur ein Gefäß" 
01:00:40 Simulationstheorie – Leben wir in der Matrix? 
01:07:53 Post-Labour Society – Bedingungsloses Grundeinkommen als Notwendigkeit 
01:13:34 Kritik an alternativen Medien – Trainiere deinen Geist

3:09:39

Max Mannhart ist Gründer, Geschäftsführer und Chefredakteur von Apollo News, einem rechtskonservativen Online-Magazin. Er führt eine Redaktion von 15 festangestellten Mitarbeitern und erreicht mit Apollo-News monatlich über 3,5 Millionen Seitenbesuche. Mannhart, der keine formale journalistische Ausbildung absolviert hat, arbeitete zuvor bei Tichys Einblick und in der Chefredaktion von Julian Reichelts Nius. Er bezeichnet sich selbst als bürgerlich-liberal und positioniert Apollo News als Alternative zu klassischen Medien. Simon David Dressler, 26 Jahre alt, studiert Linguistik in Berlin und hat sich als „progressiver Populist" auf TikTok einen Namen gemacht, wo er über 50.000 Follower erreicht. Einst Werkstudent bei der CDU – eine Phase, die er heute als „Jugendsünde" bezeichnet – unterstützte er im letzten Wahlkampf die Linke und macht seitdem mit pointierten Videos linke Politik für eine junge Zielgruppe zugänglich.

In dieser 3-stündigen Debatte prallen zwei Weltsichten aufeinander: Sechs Thesen strukturieren das Gespräch: von der moralischen Bewertung des Kapitalismus über Israels Rolle im Nahen Osten, die Wehrpflicht-Debatte und Identitätspolitik bis zur Frage, ob Milliardäre existieren dürfen. Der überraschende Höhepunkt: Nach stundenlangem Streit finden beide einen gemeinsamen Nenner in der Kritik am Staat selbst, der – unabhängig davon, wer regiert – zu tief in die Freiheitsrechte seiner Bürger eingreift. Eine Debatte, die zeigt, wie tief die Gräben verlaufen, aber auch, wo unerwartete Überschneidungen liegen.

📖 Kapitel 

00:00 Intro + Vorstellung 
10:36 Definition von Links und Rechts 
13:53: These 1 Die westliche Kultur ist (allen) anderen überlegen 
49:02 These 2 Israel verteidigt westliche Werte in Gaza 
01:30:15 These 3 Russland zwingt uns die Wehrpflicht wieder einzuführen 
02:01:45 These 4 Linke hassen Deutschland 
02:25:33 These 5 Es darf keine Milliardäre geben 
02:47:04 These 6 Die Rechten sind die neuen Woken

🔍Max Mannhart Apollo News: 
https://apollo-news.net/ 
YouTube: @apollonewsnet  

🔍Simon David Dressler 
TikTok: thesimondavid   
Instagram:   / thesimondavid   

1:07:35

Max Otte ist Ökonom, Buchautor, Investor und Unternehmer. Seine Prognose der Finanzkrise 2008 in seinem Bestseller "Der Crash kommt" machte ihn deutschlandweit bekannt und brachte ihm den Ruf als Crashprophet und Krisenökonom ein. 2019 folgte "Weltsystemcrash", das 13 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste stand und seine These einer fundamentalen globalen Neuordnung entwickelte. Otte war drei Jahrzehnte lang CDU-Mitglied, Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und Mitglied der Atlantikbrücke, wo er Friedrich Merz persönlich kennenlernte. Als Vorsitzender der WerteUnion und später der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung bewegte er sich zunehmend an den Rändern der Partei. Seine Kandidatur für die Bundespräsidentschaft 2022, vorgeschlagen von AfD-Abgeordneten, führte zum Bruch: Parteiausschluss aus der CDU, Verlust seiner Professur, mediale Diffamierung.

Im Gespräch mit Jasmin Kosubek erklärt Otte, warum der seit Jahren angekündigte Wirtschaftscrash zwar ausgeblieben ist, Deutschland aber dennoch mitten in einem "Weltsystem-Crash" steckt – einer Serie von Krisen von Corona über Deindustrialisierung bis zum Ukraine-Krieg. Er rechnet mit der politischen Elite ab, analysiert Friedrich Merz als Lobbyisten ohne Skrupel und verteidigt seine AfD-Nähe als demokratisch legitim. Otte gibt konkrete Investmenttipps für unsichere Zeiten, spricht über den persönlichen Preis seiner politischen Überzeugungen und erklärt, warum er seine Entscheidung trotz aller Konsequenzen nicht bereut. 

Inhalt

00:00 Intro & Vorstellung – Der „Crashprophet" und die Frage: Wo bleibt der Crash? 

05:50 Deindustrialisierung Deutschlands 

15:00 Die Linke, Sahra Wagenknecht und ideologische Gemeinsamkeiten 

31:55 Inflation, Vermögensschutz und praktische Investmenttipps 

38:40 Gold, Aktien und Immobilien – Was Anleger jetzt tun sollten 

47:45 Junge Generation im Umbruch: Unsicherheit, Social Media, Bildung & Zukunftsängste 

55:00 Meinungsfreiheit, Cancel Culture und der Kampf um Reputation 

59:45 Privates: Namensänderung nach dem Tod des Vaters 

01:05:00 Schlusswort & Ausblick

1:29:39

Jonas Schreiber ist 30 Jahre alt, Realschullehrer im Großraum München und unterrichtet die Fächer Sport, Wirtschaft und IT. Neben seiner Tätigkeit als Pädagoge war er viele Jahre Jugendtrainer im Leistungsfußball – Erfahrungen, die sein Verständnis von Disziplin, Verantwortung und Leistungsbereitschaft prägen. Mit seinem Buch „Realtalk: Lehreralltag“ – versehen mit einem Vorwort des Tübinger Bürgermeisters Boris Palmer – will er auf Missstände im deutschen Bildungssystem aufmerksam machen, ohne den Lehrerberuf zu diskreditieren. Im Gespräch mit Jasmin Kosubek spricht Jonas Schreiber über den Verlust von Leistungsprinzip und Werteorientierung in Schulen, über Eltern, die nicht mehr erziehen wollen, und über eine Generation von Schülern, die täglich bis zu acht Stunden am Handy hängt. Er kritisiert eine Bildungspolitik, die Verantwortung verlagert und beschreibt eine Realität, in der Anstrengung oft weniger zählt als Befindlichkeit. Es geht um Migration, Identität und Neutralität im Klassenzimmer, um überforderte Familien, taktische LRS-Diagnosen und das absurde System „Wir passen uns nach unten an“.

📖 Kapitel 
00:00 Intro & Vorstellung Jonas Schreiber 
09:30 7–8 Stunden Handynutzung täglich: Wie schlimm ist es wirklich? 
12:00 Medienkompetenz, KI und „Denkfaulheit“ der Schüler 
20:50 Eltern ohne Verantwortung – die „Keimzelle“ Familie bricht 
24:20 Fehlende Motivation & Notenabsturz: Was läuft falsch? 
32:00 Sportverweigerer, Überforderung & „taktisches LRS“ 
38:00 Lesen, Schreiben, Rechnen – das zerfallende Fundament 
41:00 Migration & Identität: „Hier will keiner Deutscher sein“ 
46:00 Religiöse Sonderregeln & Feiertage im Klassenzimmer 
53:00 Neutralität, Ideologie & Politik an Schulen 
59:00 Verweise, Disziplin und fehlende Konsequenzen 
01:14:00 Würde er sein Kind auf eine staatliche Schule schicken? 
01:18:00 Bildungstrend, Pisa & der Leistungsabfall 
01:28:00 Fazit & Schlussgedanke

1:15:25

Giovanna Winterfeldt ist Sychronsprecherin, Moderatorin und Mutter zweier Kinder aus Berlin. Sie wuchs als Tochter einer deutschen Schauspielerin und eines afroamerikanischen Vaters mit kenianischen und Cherokee-Wurzeln in einfachen Verhältnissen auf – alleinerziehende Mutter, wenig Geld, also soziale Strukturen, die sie automatisch links verorteten. Heute arbeitet sie freiberuflich als Sprecherin und moderiert ihr eigenes Format "Gio. Unzensiert", in dem sie ohne Filter über gesellschaftliche Themen spricht.

Im Gespräch mit Jasmin Kosubek erzählt Giovanna Winterfeldt von ihrem Weg aus der linken Bubble und warum sie während der Corona-Zeit den endgültigen Bruch vollzog. Sie spricht offen über ihre Erfahrungen mit Diversitätsquoten, die sie auf ihre Hautfarbe reduzierten, und erklärt, warum sie sich nicht als Opfer von Rassismus fühlt – obwohl genau das von ihr erwartet wurde. Wir sprechen über die Corona-Zeit, in der sich der Bruch mit der eigenen Bubble vollzog, über den Verlust alter Freundschaften und die Frage, wie man aus einer Bubble aussteigt, ohne direkt in die nächste zu rutschen.

Kapitel

00:00 Intro und Vorstellung 
06:55 Corona als Wendepunkt: Vom Safe Space zur Ausgrenzung 
12:24 Black Privilege – Synchronbranche & positive Diskriminierung 
17:52 Resilienz statt Opferdenken – Was sie ihren Kindern beibringt 
24:09 Polarisierung & Zugehörigkeit – Warum sie weder links noch rechts ist 
29:12 Rechte Fans, linke Feinde – wie beide Seiten sie missverstehen 
31:11 Nahostkonflikt & Meinungsfreiheit bei News – Zwischen Haltung und Loyalität 
39:25 Clickbait, Feminismus & Selbstkritik: „Ich bereue eine Überschrift“ 
45:58 Wohlwollen statt Kampf – Plädoyer für menschliche Größe 
54:00 Radikale Gedanken: Kindergärten & Flaggenverbote 
59:00 Stadtbild, Realität & Tabus 
01:05:28 Richtig verstehen wollen – über Alltagsrassismus & Scham 
01:13:27 Abschluss: Was wir aus Corona wirklich lernen müssen 

1:15:38

Robert Pfaller ist österreichischer Philosoph, Kulturtheoretiker und Professor an der Universität für angewandte Kunst in Wien. International bekannt wurde er mit Büchern wie "Wofür es sich zu leben lohnt" und "Erwachsenensprache", in denen er gegen moralische Empfindlichkeiten, politische Korrektheit und Spaßfeindlichkeit argumentiert. Pfaller gilt als einer der schärfsten Denker seiner Generation – ein Aufklärer, der gegen den Verlust von Genuss, Humor und Mündigkeit anschreibt. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Philosophie, Psychoanalyse und Gesellschaftskritik und sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.

Im Gespräch mit Jasmin Kosubek spricht Robert Pfaller über Nostalgie, die Spaltung der Gesellschaft und den Verlust des genussvollen Lebens. Er erklärt, warum unsere Zeit so nostalgisch ist, weshalb linke und rechte Politik ihre Rollen vertauscht haben und was Philosophie mit Wahrhaftigkeit zu tun hat. Von Corona und Migration bis zu Humor, Scham und Freiheit – Pfaller fordert eine Rückkehr zu Vernunft, Widerspruch und Lebensfreude. Sein Appell: Ohne Genuss und Witz werden wir zur leichten Beute jeder Politik.

1:49:03

Simon David Dressler, ein 25-jähriger Linguistik-Student aus Berlin, hat sich als „progressiver Populist“ einen Namen gemacht. Einst Werkstudent bei der CDU, die er heute als „Jugendsünde“ bezeichnet, ist er mittlerweile ein TikTok-Star mit knapp 60.000 Followern, der mit klarer linker Agenda Kapitalismus, Reichtum und rechte Politik kritisiert. Bekannt für seine pointierten Videos gegen Bild-Zeitung, CDU und FDP, spricht er Themen wie soziale Gerechtigkeit und Antimilitarismus an, während er mit lackierten Fingernägeln und Fitnessstudio-Posts die eigene Bubble provoziert.

In diesem Interview tritt Dressler aus seiner Filterblase heraus und wagt den Dialog. Wir sprechen über die AfD als Teil des Systems, die vermeintliche Unehrlichkeit linker Protagonisten und dem großen Migrationsthemen und warum SPD und Grüne für ihn nicht links genug sind. Ein seltener Austausch, der Brücken schlägt und zeigt, dass offene Debatte trotz Polarisierung möglich ist. 

📖 Kapitel 

00:00 Intro + Vorstellung von Simon David Dressler 
04:00 Selbstdarstellung: Linker Influencer und Social Media 
07:30 Politische Wurzeln: Von unpolitisch zu links 
10:55 CDU-Jugendsünde 
17:15 Was bedeutet „links“? 
22:15 Kapitalismuskritik und blinde Flecken der Rechten 
29:42 SPD & Grüne: Nicht links genug? Vermögenssteuer 
37:20 Migration: Ehrlichkeit und politische Schlachtfelder 
01:24:10 AfD: Teil des Systems, keine Störaktionen! 
01:39:30 Polizeigewalt und Verfassungsschutz: Linke Naivität 

🔍Simon David Dressler 
TikTok:   thesimondavid  
Instagram:   thesimondavid  

1:15:03

Ralph Boes wurde als „Hartz-IV-Rebell“ bekannt – durch öffentlichkeitswirksame Hungerstreiks, Grundrechte-Aktionen und seinen Kampf gegen Sanktionen im deutschen Sozialsystem. Er brachte das Thema Menschenwürde ins Zentrum der Sozialstaatsdebatte und beeinflusste letztlich sogar das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2019. Doch sein Engagement endet nicht bei Hartz IV – es zielt auf die politische Grundordnung selbst.

Im Interview spricht Boes über sein Buch „Great Reset von unten“ – ein leidenschaftliches Plädoyer für eine neue, echte Verfassung durch das Volk. Es geht um die Systemfrage, die Krise der Repräsentation, das Delegitimierungsnarrativ – und die Revolution von unten. Ein Gespräch über Würde, Widerstand und die Frage, wie radikal Demokratie wirklich sein darf.

00:00 Intro + Vorstellung 
01:45 Die Systemfrage: Grundeinkommen + Hartz-IV-Rebellentum 
14:15 Artikel 146: Wo bleibt die Verfassung? 
26:05 Die Revolutions-Stimmung in Deutschland 
37:15 Der Staat delegitimiert sich selbst 
42:20 Das Problem mit dem Fraktionszwang 
51:30 Das Misstrauen gegenüber dem Volk 
54:20 Volksabstimmungen in Deutschland 
01:04:20 Wir brauchen eine verfassungsklärende Versammlung 

50:38

Dr. Alexander Neu ist Politikwissenschaftler und war über 16 Jahre im Bundestag tätig – davon acht Jahre als Referent und acht Jahre als Abgeordneter für die Partei Die Linke. Als Obmann im Verteidigungsausschuss galt er als profilierter Außen- und Sicherheitspolitiker mit kritischer Haltung zur NATO und westlicher Außenpolitik. Nach seinem Austritt aus der Partei engagiert er sich publizistisch, unter anderem als Mitglied der Eurasien Gesellschaft. Neu versteht sich als Mahner vor geopolitischen Doppelstandards und fordert eine sicherheitspolitische Neuorientierung, in der Diplomatie und Völkerrecht wieder Vorrang vor militärischer Eskalation haben.

Im Interview analysiert Dr. Alexander Neu die Eskalation zwischen Israel, Iran und den USA. Er kritisiert die westliche Doppelmoral im Umgang mit Völkerrecht, insbesondere im Vergleich zur Ukraine. Neu zweifelt an der offiziellen Bedrohungslage durch den Iran und weist auf historische Fakten hin, die gegen die verbreitete Narrative sprechen. Zudem warnt er vor einem drohenden Dritten Weltkrieg durch eine Kette unkontrollierter Eskalationen. Ein weiteres Thema ist die massive Aufrüstung im Zuge des NATO-Gipfels und das geplante 5 %-Ziel für Militärausgaben, das er als sozialpolitisch katastrophal einordnet.