Burkhard Hose, Studentenpfarrer der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg, ist der Überzeugung, dass man als Christ nicht unpolitisch sein kann. Er plädiert für eine Gesellschaftsordnung, die sich wieder auf prophetische Werte zurückbesinnt: die Stimme zu erheben gegen eine allzu eingefahrene Politik, die sich Demokratie nennt, aber an vielen Stellen unmenschlich geworden ist und den Aspekt sozialer Gerechtigkeit mehr und mehr der Maschinerie einer ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten funktionierenden Ordnung opfert.
Neu 2018-2.HJ (Thema)
Was essen Sie am liebsten? Mit dieser Frage begann die Kochbuchautorin Susanne Reininger ihren Streifzug durch Würzburger Küchen. Gemeinsam mit dem Fotografen Ingo Peters besuchte sie Prominente und Profisportler, Gastronomen und Geschäftsleute, Kapitäne und Kulturschaffende, Theatermacher und Theologen, Winzer und Wissenschaftler zu Hause am Herd. Aus diesen Begegnungen entstanden erstaunliche, spannende und sehr persönliche Küchengeschichten mit rund 50 Rezepten, die das Leben zubereitet hat.
Sie erzählen über Glücksmomente, Sehnsüchte und Erinnerungen, die ein Lieblingsgericht weckt.
Der Weintourismus boomt, die Qualität überzeugt: Schon seit Jahren räumen fränkische Winzer mit ihren Rot- und Weißweinen regelmäßig ab, wenn es um begehrte nationale und internationale Preise geht. Höchste Zeit, dieser traditionsreichen und lebendigen Szene ein Porträt zu widmen, das sich mit ihren Besonderheiten, aber auch ihren Ecken und Kanten beschäftigt! Großformatige Bilder, persönlich geführte Interviews und anschauliche Kurztexte zeigen den authentischen Alltag in über 25 fränkischen Weingütern, zeigen die unterschiedlichen Arbeitsschritte vom Rebschnitt über die Traubenentwicklung bis hin zur Weinlese. Weg von der Romantisierung, hin zu echtem Handwerk und wahrer Leidenschaft: Hinter jeder Flasche Wein steckt ein langer Weg, ein Weg aber, der Lust macht, noch viel mehr über den Wein und seine Macher zu erfahren!
Lesen war für Paul Celan immer auch Erlebnis: Seine vielfältigen Lektüren von Büchern, Zeitschriften und Tagespresse waren ihm ebenso Ausgangspunkt für Gedichte wie persönliche Begegnungen und politische Ereignisse. Als 2003 erstmals eine kommentierte Gesamtausgabe von Celans Gedichten erschien, stand die Erschließung solcher Quellen noch am Anfang. Ausgaben der bedeutendsten Briefwechsel liegen inzwischen vor, die kritischen Werkausgaben sind vollendet, und die Erforschung von Celans Nachlassbibliothek mit seinen Lesespuren, Anstreichungen und Notaten, ist weit vorangeschritten.
Die Globalisierung war eine wunderbare Idee. Nachdem die politische Spaltung in Ost und West überwunden war, schien der friedlichen Kooperation aller Menschen nichts mehr im Wege zu stehen. Würde man nur alle Hürden aus dem Weg räumen, so die liberale Vorstellung, bildete sich eine spontane Ordnung, die den Traum vom freien und wohlhabenden Erdenbürger wahr werden ließe. Doch nach der großen Krise, nach Trump und Brexit ist das Projekt gescheitert. Die liberale Wirtschaftstheorie ist prinzipiell ungeeignet, die Dynamik einer Marktwirtschaft zu verstehen und valide politische Empfehlungen zu geben. Weder für die globale Kooperation der Nationen noch für die angemessene nationale Politik gibt es heute ein tragfähiges Konzept. Die Autoren zeigen, wie man das auf der Basis einer modernen Wirtschaftstheorie schafft.
Den Leser nimmt Alkatout mit auf eine Reise zu den Grundlagen des Konflikts zwischen den islamischen Rebellen und der westlichen Welt, zu einem entmenschlichten Selbstverständnis von der Moral des Tötens, aber auch zu engagierten Richtern und unerschütterlichen Demokratieverfechtern, die sich der Aushöhlung des Rechtsstaats mutig entgegenstellen.
Ein Insider knöpft sich das politische System vor. Etwas ist gekippt in diesem Land, überall liest man Hassbotschaften. Von Fortschritt ist kaum noch die Rede, stattdessen immerfort von der Krise. Als gäbe es keine Hoffnung mehr. Messerscharf analysiert Erik Flügge die Stimmung im Land, die Entfremdung zwischen Bevölkerungsteilen, zwischen Politik und Wählern, zwischen den Medien und ihren Nutzern. Sein Buch ist gespickt mit Vorschlägen, Teil einer guten Veränderung zu werden.
Reinhard Gehlen hat in der Öffentlichkeit stets bestritten, dass die von ihm geleitete Organisation politische Inlandsspionage betreibe. Tatsächlich gehörte dies jedoch zu ihren zentralen Tätigkeitsfeldern, wie in diesem Buch auf der Grundlage bislang geheimer Akten nachgewiesen wird. Ins Visier des BND-Vorläuferapparates gerieten dabei Institutionen, Personen und Milieus, die nicht in das konservativ-autoritäre Weltbild Gehlens und seiner Mitarbeiter passten oder dem Kurs von Bundeskanzler Adenauer kritisch gegenüberstanden. Sie wurden ausgeforscht und bekämpft - bis hin zum Rufmord. Dreh- und Angelpunkt dieser geheimen Dienste für Bonn war das symbiotische Verhältnis zwischen Gehlen, der 1956 zum BND-Präsidenten aufstieg, und Hans Globke, dem starken Mann im Bundeskanzleramt.
Hannes Hofbauer gibt einen historischen Überblick über die großen Wanderungsbewegungen und ruft die Ursachen dafür in Erinnerung, die von Umweltkatastrophen über Kriege bis zu Krisen reichen, von denen die allermeisten menschlichen Eingriff en geschuldet sind. So zeichnen allein von westlichen Allianzen geführte Kriege für Millionen entwurzelte Menschen verantwortlich, die ebenso ihrer Lebensgrundlagen beraubt sind wie jene, die von ihrem Land vertrieben werden. Diesen Verwerfungen ist es geschuldet, dass ganze Generationen junger Menschen im globalen Süden, aber auch im Osten Europas ihre persönliche Zukunft in der Emigration sehen.
Seit Samuel Huntington 1993 den "Kampf der Kulturen" ausrief, hat sich der antimuslimische Rassismus in Europa rasant ausgebreitet. Hier betrachtet man Muslime als Antithese zu den westlichen Werten, als schwer oder nicht integrierbar. Den Sicherheitsapparaten gelten sie als Risikogruppe. Die Islamwissenschaftlerin Petra Wild untersucht, angelehnt an die Arbeiten von Edward Said und Th eodor W. Adorno, die historischen, politischen und sozialpsychologischen Aspekte des antimuslimischen Rassismus.