Der leuchtende Pfad
Am 17. Mai 1980 verbrannte der Sendero Luminoso, der Leuchtende Pfad, in einer seiner ersten Aktionen die Wahlurnen in der peruanischen Region Ayacucho. Damit begann eine Phase des bewaffneten Kampfes, mit dem Ziel, in einem weiteren Land Südamerikas die Flamme der Revolution zu entfachen. In den folgenden Jahren der brutalen Auseinandersetzungen entlang verschiedener Konfliktlinien wurden etwa 69.000 Menschen entführt, gefoltert und ermordet. Bis heute erkannten weder der Staat noch die Kirche ihre Verantwortung für eine Spirale der Gewalt an, die durch Ungleichheit, Willkür und Ungerechtigkeit in Gang gesetzt wurde.
Vorliegender Band rekonstruiert die politische Gewalt in Peru zwischen 1980 und 1990 anhand der Ergebnisse der 2001 eingesetzten Kommission für Wahrheit und Versöhnung (Comisión de la Verdad y Reconciliación).
Rezensionen
Ein weiterer Genozid, der ebenfalls von einer angeblich kommunistischen Befreiungsbewegung verübt wurde, hat hingegen noch nicht den Weg ins kollektive Gedächtnis gefunden. Die nun auf deutsch erschienene Graphic Novel Der Leuchtende Pfad versucht bildgewaltig und ausdrucksstark, dies zu verändern. (...) Am Ende bleiben Fragen: Woher kam die unbeschreibliche Brutalität des Bürgerkrieges? Wieso konnte sich der Leuchtende Pfad trotz seiner Gräuel zehn Jahre halten und sogar sein Gebiet ausbauen? Wieso konnten staatliche Akteure im rechtsfreien Raum handeln? Abschließend beantwortet der Band diese Fragen nicht, doch es ist gut, dass er sie stellt und damit einen Blick auf eine Geschichte ermöglicht, der davor verstellt war. Allein dafür lohnt die Lektüre. christopherwimmer.de 11.04.2019