Ein Mann reißt Corrie ten Boom nachts aus dem Schlaf und brüllt sie an: "Wie viele Juden sind hier versteckt?" Sie leugnet geistesgegenwärtig, dass ihr Haus in Haarlem Untergetauchten als Zuflucht dient. Jedoch: Der vermeintliche Gestapo-Mann ist einer, den sie versteckt hält. Corrie ten Boom hat diese Notfallübung bestanden. Die Jüdin Sieny Kattenburg fährt im Herbst 1943 mit dem Bus nach Nieuw Vennep, um dort bei der Bauernfamilie Boogaard unterzutauchen. Deren Hilfsbereitschaft ist derart bekannt, dass der Busfahrer - in Nieuw Vennep angekommen - ansagt: "Juden für Boogaard hier aussteigen."
Niederlande (Thema)
Den Abschuss von Flug MH17 der Malaysia Airlines und den Bürgerkrieg in der Ukraine bettet Kees van der Pijl ein in den geopolitischen und ökonomischen Kontext eines neuen Kalten Kriegs, ausgelöst durch den zunehmenden Druck von NATO und EU gegen ein unter Wladimir Putin wieder konsolidiertes Russland. Ursächlich dafür seien die globalen Bestrebungen des Westens, unliebsame Regime gefügig zu machen oder zu stürzen. Darin sieht er ein hochriskantes strategisches Muster des spekulativen Finanzkapitals, das im Zuge der ökonomischen Umschichtungen seit den 1990er Jahren zur dominierenden Kapitalfraktion geworden ist.
Was sind heute die großen Ideen? Historischer Fortschritt basierte fast immer auf utopischen Ideen: Noch vor 100 Jahren hätte niemand für möglich gehalten, dass die Sklaverei abgeschafft oder die Demokratie wirklich existieren würde. Doch wie begegnen wir den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt, des Familienlebens, des gesamten globalen Gefüges?
Der niederländische Vordenker Rutger Bregman sagt: "Das wahre Problem unserer Zeit ist nicht, dass es uns nicht gut ginge oder dass es uns in Zukunft schlechter gehen könnte. Das wahre Problem ist, dass wir uns nichts Besseres vorstellen können."
In der Mitte des 16. Jahrhunderts kam es in den habsburgischen Niederlanden aus Hungersnot und Arbeitslosigkeit zu einem für Europa äußerst folgenreichen Aufstand. Calvinisten stürmten die katholischen Kirchen, boykottierten die Steuer und setzten Volkstribunen ein. Es begann ein achtzigjähriger Krieg, der zur Gründung des niederländischen und später auch des belgischen Staates führte. Soziale, politische und religiöse Konflikte machten den langen Weg zum Frieden beschwerlich.
Nach dem großen Erfolg des ersten Bandes, "Direktor Beerta", geht es nun weiter mit dem siebenbändigen Monumentalroman "Das Büro" des Niederländers J. J. Voskuil.
1957. Maarten Kooning, ein etwas schüchterner Akademiker, heuert in einem Institut zur Erforschung niederländischer Volkskultur in Amsterdam an, ebenjenem »Büro«, das von Direktor Beerta geleitet wird. »Ich werde meine Sache so gut machen, wie es mir möglich ist. So wie ein Tischler einen Schrank macht«, versichert Maarten, doch eigentlich ödet ihn die Arbeit schnell an. Trotzdem erstellt er mit Akribie Landkarten, auf denen verzeichnet wird, in welcher Region man welchem Aberglauben anhängt. Zugleich schildert Voskuil mit großer Detailfreude den Büroalltag, in dem nach Herzenslust gemobbt und gefaulenzt wird.
J. J. Voskuils Monumentalroman "Das Büro" ist Literatur gewordenes Büroleben, wie viele es kennen. "Het Bureau" erreichte Kultstatus in den Niederlanden und wurde mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet.
Im von der Wehrmacht besetzten niederländischen Dorf Rhoon findet ein deutscher Soldat am 10. Oktober 1944 den Tod. Die folgende Vergeltungsmaßnahme ist entsetzlich: Sieben Männer aus dem Dorf werden hingerichtet, ihre Frauen und Kinder vertrieben, ihre Häuser in Brand gesteckt.
Holland im letzten Winter des 2. Weltkriegs. In einem kleinen Dorf in der Nähe der deutschen Grenze wird der 16-jährige Michiel unfreiwillig in den Widerstand gegen die deutschen Besatzer verwickelt. Als er einen streng vertraulichen Brief überbringen soll, wird ihm klar, dass er sich genau überlegen muss, wem er vertrauen kann.