World's End
Roman
»T.C. Boyle ist ein gnadenloser Erzähler, allerdings auch ein gnadenlos guter.« Die Welt
An seinem 22. Geburtstag wird Walter Van Brunt von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht. In der Nacht rast er - betrunken und high - mit dem Motorrad gegen eine Gedenktafel. Sie erinnert an ein Ereignis, das weit zurückliegt, aber direkt mit Walter verknüpft ist.
Von da an macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit über seinen verstorbenen Vater: Truman Van Brunt hatte zwanzig Jahre zuvor, während der berüchtigten Unruhen von Peterskill, die Seiten gewechselt und damit nicht nur seine Frau in den Tod getrieben, sondern auch die Familie zerstört.
Doch Walters Geschichte reicht noch tiefer - sie ist Teil eines Kreislaufs aus Verrat und gebrochener Loyalität, der sich schon Generationen zuvor abgespielt hat. Getrieben von denselben Geistern wie seine Vorfahren, stolpert Walter schließlich in sein eigenes Schicksal - und zahlt bitter für den Verrat.
Mit düsterer Fantasie, schwarzem Humor und einem Gespür für das Überwirkliche zeichnet Boyle eine dunkle, schonungslose Lesart der amerikanischen Geschichte.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Wikipedia (DE): World’s End (Roman)
Rezensionen
So mancher Literaturkritiker sieht in World’s End, T. C. Boyles drittem Roman, das Meisterstück des US-amerikanischen Schriftstellers. Im Jahr 1988 wurde der Autor dafür mit dem PEN/Faulkner Award EN ausgezeichnet, mit der einzigen international renommierten Auszeichnung, die je ein Boyle-Text erhalten hat. Im Klappentext des Romans ist ein Satz zu lesen, dem nicht viel hinzuzufügen ist: „Mit immenser Phantasie, Sinn für schwarzen Humor und Überwirkliches hat Boyle eine dunklere Lesart der Geschichte Amerikas geschrieben.“ Es geht um mehrere Generationen holländischer Siedler, um amerikanische Ureinwohner, um Hippies und um Rassismus. Eine aufregende, verrückte, ja schräge Mischung, die in wildem Wechsel zwischen historischen Epochen des 17. und 20. Jahrhunderts hin- und herspringt. Von Ulf e-script.de 24.11.2023
Einfach ist es nicht, bei so vielen Personen und Generationen den Überblick zu behalten, aber die Lektüre ist ein Vergnügen. Das liegt nicht nur an der durchdachten Komposition, sondern vor allem auch am Einfallsreichtum, Sarkasmus und Sprachwitz des Autors. Mit überbordender Fabulierlust schiebt Tom Coraghessan Boyle immer wieder ein originelles Geschichtchen ein. dieterwunderlich.de 2017
Pressestimmen
"Boyle erzählt von existentiellen Schiffbrüchen, menschlichem Treibholz, aber auch von denen, die seit vielen Generationen oben schwimmen. Und er tut es als geborener Fabulierer auf eine ungemein phantasievolle, gewitzte Art und Weise." Ulrich Horstmann, Die Zeit, 10.11.89
"In einer Zeit, in der Gelesenes schnell vergessen wird und Gesehenes rasch wieder in der Flut der Bilder versinkt, bleibt dieses Werk zäh im Gedächtnis." Herbert Mainusch, Die Welt, 28.10.89