Ans Ende der Welt. Von Grete Weil

Am 17. Mai 1943 wird Salomon Waterdragers jüdische Familie in Amsterdam verhaftet. Voll ohnmächtiger Wut versucht Waterdrager die Nazis davon zu überzeugen, dass es sich um einen Irrtum handelt - und sitzt dabei selbst einem schrecklichen Irrtum auf.Ans Ende der Welt ist das erste literarische Zeugnis der Deportation holländischer Juden durch die Nazis. Voller Szenen, die Weil als Emigrantin in Amsterdam selbst mitangesehen hatte:

ISBN 978-3-946990-61-1     18,00 €  Portofrei     Bestellen

die Abholung der Familien, der Aufenthalt im Theater Schouwburg, das als Sammellager dient, die Arbeit des Jüdischen Rates, der die Verhafteten beruhigt und versorgt, und auch die Arbeit einer Widerstandsgruppe. Vor allem aber: die Verhöre und die Folter durch die Nazis, die die Gefangenen dazu bringen, Verrat an ihren Nächsten zu begehen. Beklemmend schildert Grete Weil die Atmosphäre der Angst, Verzweiflung und Hoffnung, an die sich die Verlorenen klammern. Aber sie erzählt auch einfühlsam von einer ersten, scheuen Liebe im Angesicht des nahen Todes.

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Die Niederlande unter deutscher Besatzung (1940 - 1945) auf Wikipedia

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Judenrat Amsterdam auf Wikipedia

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Ein knappes Meisterwerk. Eine einfache, herzergreifende Geschichte von Liebe und Tod, die viele kennen sollen, kennen müssen. - Albert Ehrenstein

Auf 95 Seiten versteht es Grete Weil kunstvoll zu verdichten, sodass sie das Ungeheuerliche in all seinen Facetten zeigen kann und die menschliche Psyche in einer solchen Extremsituation bis ins feinste ziseliert beschreibt. Dieses schmale Buch ist einmal mehr ein großartiger Roman über den Holocaust und über unsere menschliche Existenz. - Stephanie von Oppen, Deutschlandfunk Kultur

Die Autorin:

Grete Weil (1906-1999) gehörte in München zum Freundeskreis um Erika und Klaus Mann. 1933-1935 Ausbildung zur Fotografin, 1935 Emigration in die Niederlande. Dort half sie dem holländischen Widerstand beim Fälschen von Pässen und Lebensmittelkarten, arbeitete beim Jüdischen Rat in Amsterdam, tauchte kurz vor der ihr drohenden Deportation 1943 unter und überlebte in einem Versteck. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland im Jahre 1947 arbeitete sie bis zu ihrem Tod 1999 als freie Schriftstellerin und literarische Übersetzerin in Grünwald bei München. Ans Ende der Welt erschien erstmals 1949 in Ostberlin – erst 1962 eine wenig beachtete westdeutsche Ausgabe.

Die Autorin auf Wikipedia

 

Erstellt: 27.02.2024 - 08:14  |  Geändert: 29.03.2024 - 08:32