Am Rande und im Herzen Europas
Belarus ist mehr als eine geopolitische Pufferzone zwischen Russland und dem Westen. Eine Reise in das Land offenbart kulturelle Eigenheiten, ein starkes nationales Selbstverständnis und eine traumatische Vergangenheit.
Von Jan Gorski, Klaus-Dieter Kolenda Manova 07.07.2026
Seit einigen Jahren hat sich in den Medien der Name Belarus für das Land etabliert, das früher den Namen Weißrussland trug. Der neue Begriff soll die Unabhängigkeit von Russland unterstreichen. Doch noch immer ist das Land unter der Führung von Aljaksandr Lukaschenka in den hiesigen Hauptmedien nicht mehr als ein Satellitenstaat Moskaus — eine Verkürzung, die nur jemand vornehmen kann, der das Land nicht bereist und näher kennengelernt hat. Die Autoren dieses Beitrags haben Belarus besucht. Sie erlebten ein Land mit wunderschöner Natur und kulturellen Besonderheiten, dessen eigene Entwicklung jedoch unter den geopolitischen Spannungen um es herum leidet. Die Reise wurde am Ende mehr als ein touristischer Ausflug, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen deutschen Geschichte.