Dr. Alexandra Schmidt war noch ein Kleinkind, als sie mit ihrem Vater täglich nach dem Essen stolz Pfeife rauchte und er es amüsiert zuließ, dass sie bei Abenden mit Gästen deren Alkoholreste trank; sie war zehn Jahre, als ihre psychisch kranke Mutter sich das Leben nahm, und sie war zwölf Jahre alt, als ihr Vater begann, sie auch sexuell zu missbrauchen.Von ihrer Mutter erhielt sie zunächst eine dem Zeitgeist entsprechende strenge Erziehung zu absolutem Gehorsam und Artigkeit. Von ihrem Vater lernte sie später anzugeben, andere zu täuschen und keine Schwäche zu zeigen.Mit dem Gepäck dieser Kindheit versucht Alexandra ihren eigenen Weg zu finden.
Erziehung (Thema)
Der Immunologe und Toxikologe Prof. Dr. Stefan Hockertz setzt sich mit einem Problem auseinander, das in der Flut von Informationen über Corona kaum zur Sprache kommt: Mit der Frage, was macht die Pandemie mit Kindern und Jugendlichen? Hockertz beschäftigen insbesondere die Folgen der nicht mehr nachvollziehbaren Maßnahmen der Regierung und der einseitigen medialen Berichterstattung, bei der Fakten manipuliert und Gefahren aufgebauscht werden. Um Antworten auf die zentrale Frage zu bekommen, wertet Hockertz wissenschaftliche Studien aus, befragt Eltern und Lehrer und analysiert Bilder sowie Texte von Kindern.
Die Erkenntnisse des Autors sind erschreckend: Die Maßnahmen der Regierung und die Corona-Berichterstattung zerstören die für Kinder so wichtige Institution der Familie. Kinder werden überfrachtet mit Todeszahlen, Bildern von Särgen und Berichten über Arbeitslosigkeit, die auch ihren Eltern drohen kann. Zudem werden sie - völlig zu Unrecht - als »Superspreader« stigmatisiert. Unzählige Kinder ziehen sich in eine eigene Welt zurück, in der sie mit ihren Ängsten allein bleiben.
Der Rechtsphilosoph und Strafrechtler Gustav Radbruch (1878–1949) trat Zeit seines Lebens für einen menschenfreundlichen Gemeinsinn ein. Vor diesem Hintergrund galt sein Interesse einer umfassenden neuen Grundlage allen Rechts. Von diesem sozialen Recht her suchte er nach Wegen einer menschlichen Behandlung von Jugendlichen und Strafgefangenen und nach einer Überwindung des oft autoritären Strafrechts. Arnold Köpcke-Duttler stellt Radbruchs Hinwendung zu Fragen einer menschlichen Bildung und Erziehung dar: seine Schriften zu öffentlichen Erziehungsfeldern, zum Recht und zur Bildung des Anderen und schließlich seine bildungspolitischen Fragmente, die ihn als Kritiker des Krieges und als ungehorsamen Friedenssucher zeigen.
«Wenn die Kinder nach der Grundschule nicht das kleine Einmaleins oder nicht richtig lesen können, ist was komplett falsch gelaufen.» Aber genau das, sagt Michael Rudolph, sei allzu oft traurige Realität. Der erfahrene Schulleiter hat in wenigen Jahren die Berliner Bergius-Schule, die einen üblen Ruf hatte, zu einer begehrten Unterrichtsstätte gewandelt - mit klaren Regeln für ein diszipliniertes Lernen. Für ihn sind auch Tugenden wie Pünktlichkeit und höflicher Umgang entscheidend, um wieder Ruhe und Verlässlichkeit in den Schulalltag zu bringen. In diesem Buch beschreibt Rudolph zusammen mit seiner Koautorin Susanne Leinemann, wie man eine schulische Umgebung schaffen kann, egal wo, in der Lernen das wichtigste Ziel ist. Das zahlt sich aus - selbst digitaler Fernunterricht gelingt so besser.
Sommer 1914 begann der Erste Weltkrieg, die "Urkatastrophe" des langen 20. Jahrhunderts. Zwei Generationen junger Männer marschierten buchstäblich in die Weltkriegshölle. Gekämpft - und gestorben, und zwar millionenfach - wurde zu Lande, zu Wasser und in der Luft, an allen Fronten, auf allen Seiten. Absicht dieser Studie ist nun, epochenübergreifend darzulegen, wie es sein kann, dass seit Jahrtausenden junge Männer in den Krieg ziehen, welche Belohnungs- und Drucksysteme greifen müssen, welchen Reiz die Erfüllung eines heldischen Ideals zu bieten vermag, so dass ganz offensichtlich immer wieder heranwachsende Jungen in den Kampf ziehen.
Nicht nur der ehemalige Leiter des Eliteinternats Salem propagiert die autoritäre Erziehung, bei der Disziplin, Gehorsam, Leistungsbereitschaft, Unterordnung und «ein bisschen Liebe» das Fundament allen Umgangs mit Kindern bilden sollen. Auch im bundesdeutschen Alltag ist das der Mainstream. Dieser Ruf nach Disziplin wird begleitet von einer kenntnisarmen «Verteufelung» von «Antiautoritärer Erziehung». Daher besteht die Notwendigkeit und das Interesse an einer überschaubaren und zugleich fundierten Darstellung antiautoritärer Theorie und Praxis. Dem trägt der Band der Reihe «theorie.org» ausführlich Rechnung.
Kinderarmut stellt Wissenschaft und Gesellschaft vor komplexe Herausforderungen.
Auf das Phänomen der Kinderarmut gibt es keine einfachen Antworten - vielmehr bestehen vielfältige Theorien und Ansätze diverser Disziplinen. Dieses Handbuch leistet daher eine differenzierte Darstellung von Gesellschaftsanalysen und Präventionsvorschlägen aus den Sozial-, Politik- und Erziehungswissenschaften, der Pädagogik, Sozialen Arbeit sowie Psychologie. Die interdisziplinäre Ausrichtung lässt größere Zusammenhänge sichtbar und verständlich werden. Sie ermöglicht Lesenden, einen Überblick über ein weites Forschungsfeld zu gewinnen und sensibilisiert nachhaltig für die Problematik.
Deutschland braucht dringend Lehrer. Viele Lehrer. Ambitionierte Lehrer. Gute Lehrer. Ein grundsätzlich sicherer, interessanter und gut bezahlter Job. Stellen gibt's genug. Also: Lehrer werden!
Die Arbeitsbedingungen an den deutschen Schulen erscheinen vielen Lehrern heutzutage als unzumutbar. Häufig katastrophale Schulausstattungen, zunehmend Probleme mit Schülern, steigende Gewaltbereitschaft, zu große Klassen, Migration, Inklusion, Dokumentationspflichten und und und. Also: Lehrer werden?
In den Zeiten von Studentenbewegung, Radikalenbeschluss und Linksterrorismus spitzten sich die politischen Konflikte auch in den Gewerkschaften zu. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) reagierte mit Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB). Alexandra Jaeger analysiert die Etablierung und Umsetzung der Beschlüsse am Beispiel der Hamburger GEW. Erstmals werden die Gewerkschaftsausschlüsse sowie die damit verbundenen politischen und innergewerkschaftlichen Kontroversen aus historischer Perspektive beleuchtet. Die UVB waren Ausdruck der politisch-generationellen Umbrüche in der GEW, die die Gewerkschaft im "roten Jahrzehnt" vor eine Zerreißprobe stellten.
Lehrerinnen und Lehrern klagen verstärkt über Dauerüberlastung durch Zeitdruck, ausufernde unterrichtsferne Bürokratie, Dokumentationspflichten, Koordinierungsaufgaben und Außendarstellungsrituale. Daneben wachsen die realen pädagogischen Herausforderungen. Unterricht und Erziehung geraten dabei immer mehr an den Rand der täglichen Arbeit. Man wähnt sich im Hamsterrad: Es herrscht rasender Stillstand.
In dieser Not seufzen Viele: "It's time for change!" Hier scheinen die Programme von "Schulentwicklung" und "neuen Lernformen" verheißungsvolle Auswege zu bieten. Doch diese Maßnahmen bereiten nicht nur zusätzliche Arbeit, sondern lösen auch die Schule als Ort des Lehrens und Lernens und die professionelle Rolle von Lehrerinnen und Lehrern zunehmend auf.