Büchners letzter Brief an seinen Förderer Karl Gutzkow vom 1. Juni 1836 enthält eine prinzipielle Kritik an dem Projekt einer »Bewusstseinsreform« im Interesse der bürgerlichen »Minorität«. Da sich Büchner bis zu seinem frühen Tod nicht noch einmal so grundsätzlich zu politischen Fragen geäußert hat, kann dieser Brief als sein politisches Vermächtnis gelten. Was es mit seinen Forderungen auf sich hat, wird im vorliegenden Buch ausführlich unter Bezug auf gesellschaftsgeschichtliche und ideologisch-politische Konstellationen sowie auf die Werke Büchners untersucht.
Philosophie (Thema)
Von Liberalismus und Zentralplanung: ein innovativer Blick auf Wirtschaftstheorien, die unsere Marktwirtschaft prägen.
War Adam Smith wirklich bloß ein kaltherziger Ökonom, der stets das Eigeninteresse pries? Und lässt sich Friedrich Hegels Markttheorie auf den Ruf nach einem starken Staat reduzieren? Lisa Herzog, Professorin für Politische Philosophie, überprüft die Theorien der beiden Denker, indem sie sie in Bezug zu vier zentralen Themen setzt: Identität, Gerechtigkeit, Freiheit und Geschichte.
Der erste systematische Vergleich von Smiths und Hegels Theorien der MarktgesellschaftSmith entgegen der Klischees gelesen: eine Einführung in sein Verständnis des MarktesHegel damals und heute: seine Wirtschaftstheorie und die Auswirkungen seiner Philosophie. Wie Wirtschaftssysteme von den Theorien geprägt werden, mit denen sie beschrieben werden.
"Warum lebt kaum jemand so, wie er es richtig findet?"
Nach dem großen Erfolg von "Wofür es sich zu leben lohnt" treibt Robert Pfaller seine Kulturkritik in politischer Absicht weiter. Die erste Welt ist die unseres wirklichen Lebens mit allen Mühen, Frustrationen und Kompromissen. Die zweite Welt ist die der Träume, Wünsche und Illusionen. Wie hängen beide zusammen? Braucht man die zweiten, um die erste zu ertragen?
Die geschichtsphilosophische Diskussion in Deutschland vom Ersten Weltkrieg bis zum Mauerfall. Was ist die Neuzeit? Ihr bedeutendstes Merkmal ist zweifellos der Siegeszug von Wissenschaft und Technik. Darüber hinaus wird sie nach der Antike und dem Mittelalter als die dritte abendländische Großepoche betrachtet.
Angesichts der sich rastlos abwechselnden Moden im Kunstbetrieb und auf dem Kunstmarkt gelten Kunstwerke immer schneller als veraltet. Kaum entstanden, werden sie nach allen Regeln des Fachs abgehandelt und abgeräumt. Aber warum bestürzt es uns, wenn Kunst abgewickelt wird und sich die Mühe des Künstlers als vergeblich erweist? Vielleicht bewahrt die Kunst unter der Bedingung des schrankenlosen Weltkapitalismus gerade dort ihre schöpferische Tiefe und berührt uns mit Bedeutsamkeit, wo sie ihre Vergeblichkeit zum Thema macht - und so unsere eigene Vergeblichkeit aufzuzeigen wagt.
Die berühmte Schlagzeile des Time Magazine, die im Strudel der Finanz- und Wirtschaftskrise des Westens ankündigte, dass "Marx Recht hatte" und dass seine Vorhersage über die Unvermeidlichkeit des Klassenkampfes und der zyklischen Krise des Kapitalismus wahr geworden sei, war nicht genug. Heute, auch innerhalb der katholischen Kirche, kehrt das Gespenst von Marx zurück, es schwebt durch die Räume des Vatikans, jedoch nicht, um in Soutane gekleidete konvertierte Intellekte zu segnen, aber als Gegenstand von Kontroversen und Diskussionen, aufgelöst sowohl durch Gazettiers und politische Götzendiener des Marktes, als auch durch einige Prälaten, die das Konzil von Trient überlebt haben.
Hannah Arendt war zeit ihres Lebens eine begeisterte Briefschreiberin, die mit ihren Weggefährten in intensivem Austausch stand. Einer dieser Briefwechsel ist erst jetzt entdeckt worden: der mit dem Politologen und Publizisten Dolf Sternberger, dessen Trauzeugin sie - noch als "Hannah Stern, berufslos" - war. Nach dem Krieg begannen die beiden, sich zu schreiben, jetzt zwischen New York, wo die Emigrantin bald zu Weltruhm gelangte, und Heidelberg, wo Dolf Sternberger einen Weg in die bundesrepublikanische Nachkriegsgesellschaft suchte. Ihre Briefe sind voller überraschender Einsichten, sprühen vor Geist und Wortwitz.
Ottmar Ette, einer der renommiertesten Humboldt-Forscher, stellt in dieser intellektuellen Biografie den Schriftsteller und Gelehrten Alexander von Humboldt vor, den mit den verschiedensten Kulturen vertrauten Philosophen ebenso wie den mit neuen Formen empirischer Wissenschaft experimentierenden Naturforscher.
Lange Zeit wurde Alexander von Humboldt missverstanden als nur historisch interessante Figur. Doch mittlerweile ist sowohl die herausragende Qualität seiner literarischen und wissenschaftlichen Schriften als auch seine Bedeutung als Vor-Denker der Globalisierung unbestritten.
Militärische Gewalt, politische Verfolgung und mangelnde ökonomische Perspektiven veranlassen eine stetig wachsende Zahl von Menschen, ihr Heimatland zu verlassen. Die Beantwortung der Frage, ob beziehungsweise in welchem Umfang wohlhabende Staaten zur Aufnahme von Migranten verpflichtet sind, stellt eine der drängendsten ethischen Herausforderungen unserer Zeit dar. Der Reader präsentiert Schlüsseltexte der philosophischen Diskussion, u. a. von Joseph Carens, David Miller und Peter Singer, und vermittelt so einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Positionen, die im Streit um eine ethisch gerechtfertigte Migrationspolitik vertreten werden.
Dass wir, unsere Kinder und die folgenden Generationen ökologisch vor ungeheueren Herausforderungen stehen, ist offensichtlich. Doch es herrscht Ratlosigkeit, wenn nach nachhaltigen Auswegen aus der Krise gefragt wird. Michael von Brück bringt dafür Denkansätze aus den europäischen und asiatischen Traditionen in ein Gespräch, aus dem uns ein Umdenken, ein Umfühlen, ein neues Handeln zuwachsen kann. Denn Europa, Indien und China verfügen über einen riesigen spirituellen Reichtum, von dem her eine Transformation unserer Lebensformen und eine Erneuerung unseres Selbstverständnisses als Menschen auf dieser Erde möglich ist.