Flügelnah verfolgen Thomas Radetzki und Matthias Eckoldt die Prozesse im Bienenstaat. Sie schildern die sich wandelnden Rhythmen im Volk, die virtuose Kommunikation der Bienen und ihre fein abgestimmte Kooperation bei allen Handlungen. Als das erfolgreichste Unternehmen der Welt demonstrieren die Bienen, dass ein Gemeinwesen auf Dauer nur bestehen kann, wenn alle Beteiligten dabei gewinnen. Beispielgebend finden sie in ein Gleichgewicht des Nötigen und zeigen eine Alternative zu unserem Wachstumsstreben, dem nicht nur die Bienen zum Opfer zu fallen drohen.
Philosophie (Thema)
In der Arbeitswelt Erfolg zu haben verlangt, sich rational und ehrgeizig zu verausgaben. Die Sinnfragen bleiben zu Hause, Eigensinn und Ideale schleifen sich ab. Die Industriegesellschaft kann Menschen zu charakterlosen Funktionären machen. Sie leiten dann mit derselben stummen Professionalität eine Schule oder eine »Investmentbank«, stellen ebenso fleißig und loyal Bücher oder Bomben her. Wie sind unsere Arbeitswelten entstanden - und wie funktionieren sie? Warum fasziniert, fesselt und verdummt uns der Ehrgeiz? Warum sollten wir uns gegen die Durchformung unseres Daseins durch die Karriere wehren? Und wie ermöglicht es das Philosophieren, sich eine eigene Lebensweise zu bewahren? Das sind die Fragen der Philosophie für die Arbeitswelt.
Wie können wir das Böse verstehen? Die Beiträge des Sammelbandes nähern sich dem Phänomen aus interdisziplinärer Perspektive an und zeigen seine fächerübergreifende Bedeutung auf. Theologisch aus jüdischer, christlicher und islamischer Sicht. Philosophisch beginnend mit Augustinus über Kant, Schelling, Kierkegaard und Arendt bis hin zur gegenwärtigen analytischen Debatte. Ästhetisch in der Literatur, der Musik und im Film. Schließlich wird das Phänomen auch aus juristischer und psychiatrischer Perspektive betrachtet.
Grenzen begleiten die Menschheit von Anbeginn. Schon immer galt es, Stammes- und Eigentumsgrenzen zu markieren. Frühe Hochkulturen kannten sprachliche, kulturelle und ethnische Räume, die es zu schützen galt - das ist bis heute so. Alexander Demandt nimmt uns mit auf eine spannende Reise zu den Grenzen der Welt. Ob die Mythen vom Ursprung und Ende der Welt, die biblischen Zeitgrenzen, Schutzgrenzen wie der römische Limes oder die chinesische Mauer, ob sakrale Grenzen der Tempelbezirke, natürliche Grenzen, markiert durch Flüsse, Gebirge und Meere, koloniale Willkürgrenzen oder jahrhundertelang umstrittene Machtgrenzen wie die deutsch-französische - Demandts Reise führt uns von der Antike bis zur Gegenwart, von der Philosophie über die Geografie bis zur Geopolitik.
In diesem Buch expliziert Gregory Bateson seine Erkenntnistheorie, die auf der allgemeinen Annahme beruht, daß evolutionäre Prozesse wie Prozesse individuellen Lernens stochastische Prozesse sind. Bateson zeigt, wie diese beiden auf verschiedenen Ebenen der logischen Typisierung sich bewegenden Prozesse der Evolution und des Lernens zusammenpassen und ihre Einheit - eben die von Geist und Natur - notwendig ist.
Batesons Werk ist von einer Variationsbreite und Relevanz, die allen einzelwissenschaftlichen Schranken und Beschränktheiten der akademischen Forschung hohnspricht. Bateson hat Daten, Erkenntnisse und Erfahrungen aus Biologie, Soziologie, Linguistik, Geschichte, Psychologie, Kybernetik und Kunst verglichen und ihre Strukturen und Entwicklungsprozesse analysiert. (Fritz B. Simon)
Ständig versuchen wir, andere durch Argumente zu überzeugen, ob im Privatleben, im Beruf oder Studium, in Politik oder Gesellschaft. Aber wie gelingt uns das?
Anthony Weston, amerikanischer Philosoph und Essayist, hilft uns auf die Sprünge. Mit anschaulichen Regeln und Beispielen aus dem Alltag erläutert er, was gute und was schlechte Argumente sind und wie man erfolgreich argumentiert: Wie setzt man Beispiele oder Analogien wirksam ein? Wie erkennt man vertrauenswürdige Quellen? Wie prüft man ein Argument auf seine Stichhaltigkeit?
Der französiche Philosoph Louis Althusser (1918-1990) gilt als “Marxismus-Erneuerer”. Doch hält eine Überprüfung seines Theorieangebots dieser Einschätzung nicht stand. Denn tatsächlich läuft seine Vorgehensweise auf eine konsequente Marxismusentsorgung hinaus. Die Fundamentalkritik von E.P. Thompson hat ihre Gültigkeit nicht verloren: “Althusser und seine Fackelträger greifen im Kern den historischen Materialismus selbst an. Sie treten nicht an, ihn zu modifizieren, sondern ihn zu verdrängen.” Althusser bedient sich zwar neuartiger, oft “überraschender” Argumentationsmuster, restauriert letzlich jedoch einen traditionellen Dogmatismus.
Dieser Sammelband enthält Vorträge, Referate, Vorlesungen und Essays aus den Jahren 1989 bis 2019. Sie entstanden aus ganz unterschiedlichen Anlässen für ganz unterschiedliche Zuhörer und Leserinnen. Aber gemeinsam ist ihnen allen die Erfahrung einer Niederlage: das Ende eines gesellschaftlichen Systems, das den Begriff von Sozialität neu zu definieren und auch zu realisieren begonnen hatte. Dieser evolutionsgeschichtliche Sprung mißlang (in Europa), denn seine Protagonisten wurden 1989 überwältigt; und der Ursachen hierfür sind viele. Nun aber schrieb sich die Überwältigung fort; und heute will sie grenzenlos werden, also global und unumkehrbar.Die in diesem Band gesammelten Texte dieser Jahre widerspiegeln diesen evolutionären Rückfall wiederum auf ganz unterschiedliche Weise. Aber als Nukleus eines historischen Prozesses gehört die Einsicht in diese Degression für die Autorin und den Autor zu einem themenübergreifenden Erkenntniszusammenhang. Die Palette dieser Themen ist vielfältig, wie von Theologinnen und Theologen nicht anders zu erwarten ist, denn auch die Bibel ist nicht nur vielfältig, sie ist geradezu lebens- und geschichtsumfassend. Thomas Mann und Bertolt Brecht wußten das noch.
»Aus Erfahrung gut« – das war ab 1958 der Reklamespruch des Elektrogeräteherstellers AEG. Unternehmen wie Google oder Uber würden mit einem solchen Slogan nie werben, geht es ihnen doch gerade darum, mit der Erfahrung zu brechen und bestehende Geschäftsmodelle aufzumischen: »Disruption«. Wie »Content« oder »Kommunikation« gehört das Konzept zu jenen Motiven, die in Aktionärsprospekten, aber auch in Porträts über Elon Musk, Mark Zuckerberg & Co. häufig bemüht werden. Adrian Daub lehrt in Stanford, kennt die Techbranche also aus nächster Nähe.