In einem exklusiven Interview mit Max Blumenthal von The Grayzone redet der ehemalige Außenminister Venezuelas, Jorge Arreaza, über den US-Militärangriff auf Caracas am 3. Januar, bei dem Präsident Nicolás Maduro und First Lady Cilia Flores entführt und bis zu 100 Menschen getötet wurden.
Arreaza meint, die Operation habe gegen internationales Recht, die US-Verfassung und die Immunität von Staatsoberhäuptern verstoßen, und nennt sie „barbarisch“. Er betont, dass Maduro und Flores an einem sicheren Ort waren und von Wachen beschützt wurden, die „ihr Leben gaben”, aber dass die technologische Überlegenheit der USA den Widerstand wirkungslos machte.
Er weist Behauptungen zurück, Maduro sei intern verraten worden, und tut sie als psychologische Kriegsführung ab, die darauf abzielt, Uneinigkeit zu säen. Er betont, dass das Militär und die Führung der Chavisten weiterhin geeint sind.
Laut Arreaza gab es „keinen Regimewechsel“, da Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Präsidentschaft übernommen hat und die Regierung weiterhin normal funktioniert, Schulen wieder geöffnet sind, die Ölförderung weiterläuft und die öffentliche Ordnung intakt ist. Er verweist auf die Stabilität als Beweis für die Stärke des Chavismus und die Entschlossenheit seiner Basis. Ohne diese Bewegung, so argumentiert er, würde Venezuela einen Bürgerkrieg oder einen Zusammenbruch ähnlich wie in Libyen erleben.
Arreaza stellt die amtierende Präsidentin Rodríguez als eine äußerst loyale und mutige Führerin des Chavismus dar. Er sagt, die oberste Priorität der Regierung sei es, die Freilassung und Rückkehr von Maduro und Flores durch rechtliche Schritte vor US-Gerichten zu erreichen, wobei er die gegen sie erhobenen Vorwürfe als falsch zurückweist und argumentiert, dass Maduros Immunität seine Freilassung erzwingen sollte.
Arreaza verurteilt zwar Trumps Drohungen und Forderungen – wie die Abbruch der Beziehungen zu China, Russland, Kuba und dem Iran –, behauptet aber, dass Venezuela weiterhin offen für Verhandlungen mit den USA sei, allerdings nur auf der Grundlage von Souveränität, Völkerrecht und gegenseitigem Respekt. Er sieht den größeren Konflikt als Teil eines historischen Kampfes zwischen der „Donroe-Doktrin” der US-Dominanz und der lateinamerikanischen Unabhängigkeit, die in der bolivarischen Ideologie verwurzelt ist.