Midwestern Marx (Medienpräsenz)

1:55:12

Eddie Liger Smith und Noah Khrachvik sprechen über die von Midwestern Marx und der American Communist Party veranstaltete Marxism Conference in Chicago, die zeitgleich mit der größeren Socialism Conference stattfand. Sie vergleichen die Programme beider Veranstaltungen und diskutieren die inhaltlichen Schwerpunkte, die dort jeweils gesetzt wurden.

Weitere Themen: die Finanzierung linker Organisationen durch Stiftungen und NGOs, eine online viel diskutierte Debatte über körperliche Fitness und politische Praxis, Mao und Che Guevara zum Verhältnis von Körper und Bewusstsein, der Ansatz „Marxism is Islam“, die Frage nach dem Verhältnis von US-Arbeiterklasse und Imperialismus sowie Zuschauerfragen aus dem Chat.

2:07:14

Die Pariser Kommune von 1871 war der erste Versuch einer Arbeiterregierung – und Bezugspunkt für Marx, Engels und Lenin. Ken Hammond, Carlos Garrido und Keith Bennett sprechen über ihre Errungenschaften, ihr Scheitern und ihr Erbe in China, Russland und Lateinamerika. Ein Webinar der International Manifesto Group mit Midwestern Marx.

9:04:15

Überblick

Eröffnung von Tag 2 und Panel 1: Was US-Linke von China lernen können (03:12)

Comrade Vy eröffnet den zweiten Tag der Konferenz und stellt das erste Panel vor. Auf der Bühne sitzen Chet Ozmun (Übersetzer und ACP-Bildungsbeauftragter), Mochayaps, Haz Al-Din (Vorsitzender der ACP) und Eddie Liger Smith. Nach einem einleitenden Scherz über Leo Trotzki, der historisch dafür berüchtigt war, Barkeepern kein Trinkgeld zu geben, beginnt die Diskussion [812–813].

Die Realisierbarkeit des Sozialismus in China (12:22)

Das Panel betont, dass China der lebende Beweis dafür ist, dass der Sozialismus keine ferne Utopie ist, sondern eine hochmoderne, funktionierende Realität [815–816]. Während sich die westliche Linke oft dogmatisch auf das Ändern von Sprache und Vokabular fokussiert, hat China die Grenzen des subjektiven revolutionären Bewusstseins ausgelotet und eine tiefere, im Alltag und in der Gewohnheit verankerte Transformation vollzogen [817–819]. Sozialismus ist in China zu einer selbstverständlichen Realität geworden.

Bescheidene Anfänge und die Kraft des Glaubens (18:28)

Die Sprecher verweisen auf die bescheidenen historischen Anfänge der Kommunistischen Partei Chinas, die anfangs nur wenige Dutzend und nach zwei Jahren nur etwa 250 Mitglieder zählte [827–828]. Sie betonen, dass jede große historische Bewegung mit einem tiefen, unerschütterlichen Glauben beginnt und in extrem bescheidenen Verhältnissen (wie den kleinen Räumen, in denen Mao studiert und debattiert hat) ihren Anfang nimmt [828–830].

Fehltritte des Egos und historische Lehren (21:32)

Es wird eine pragmatische Herangehensweise an den Sozialismus gefordert, statt sich in unendlichen Lesekreisen zu verlieren [831–833]. Historische Fehltritte im Sozialismus – wie der Versuch, Entwicklungsstadien überhastet zu überspringen (z. B. in Tansania unter Nyerere) – werden als Fehltritte des Egos eingeordnet [834–836]. China hingegen hat aus den Fehlern anderer sozialistischer Systeme gelernt, vermeidet Dogmatismus und geht diszipliniert vor.

Stalins Erbe und Hudsons Kritik am US-Finanzkapitalismus (28:04)

Bezugnehmend auf Xi Jinping wird Joseph Stalin als historisch zu „70 % richtig und 30 % falsch“ bewertet [841–842]. Das Panel stellt Chinas produktiven Industriesozialismus dem parasitären Charakter des US-Finanzkapitalismus gegenüber [849–850]. Basierend auf den Analysen des Ökonomen Michael Hudson wird dargelegt, wie die US-Wirtschaft primär durch Schuldenfallen (wie Kreditkarten) und leistungslos generierte Zinsen und Mieten funktioniert, während in China der Staat die Banken kontrolliert und Kapital direkt in Infrastruktur und Armutsbekämpfung investiert [849–853].

Gebrauchswert vs. Tauschwert (32:30)

Es wird das marxistische Prinzip von Gebrauchswert und Tauschwert erörtert. Während das US-System auf die reine Akkumulation von Geld (Tauschwert) ausgerichtet ist, was zum Verfall der Infrastruktur führt, priorisiert eine sozialistische Planwirtschaft den tatsächlichen Nutzen für die Gesellschaft (Gebrauchswert) [855–858]. Xi Jinpings Antikorruptionskampagnen dienen dazu, die politische Macht der Arbeiterklasse über den Staat gegen den Einfluss von Privateigentümern abzusichern [860–861].

Literatur und Kunst (Chet Ozmun) (35:29)

Chet Ozmun erörtert die Rolle der Kunst und zitiert Maos berühmte Analogie, wonach Intellektuelle wie Haare sind, die eine Haut (Klasse) benötigen, an die sie sich anheften können. Er stellt das von ihm übersetzte Buch Silk Road Romance von Bai Longfung vor, das die Geschichte der Dunganen erzählt – chinesischen Muslimen in Zentralasien, die einen nordwestchinesischen Dialekt sprechen, diesen jedoch unter sowjetischen Linguisten in kyrillischer Schrift verschriftlichten [867–870].

Körperliche Ertüchtigung und Maos Lehren (41:43)

Unter Verweis auf Maos Frühwerk Über körperliche Erziehung wird die Devise ausgegeben: „Den Geist kultivieren, den Körper abhärten“ (civilize the mind and make savage the body) [864–865, 878–879]. Wer eine Revolution ernst meint, muss sich mental und physisch vorbereiten, wie es auch Che Guevara tat, der mit einem gewichteten Rucksack in den Bergen trainierte [879–881].

Innere Ruhe und die Überwindung von Spaltung (46:52)

Haz Al-Din betont, dass die größte Gefahr für Organisationen in Friedenszeiten nicht der Staat oder die Geheimdienste sind, sondern die persönliche Unreife, Resentments, Egos und Eifersucht unter den Mitgliedern [875, 889–891]. Bevor man das Recht beansprucht, als Revolutionär die Welt zu verändern, muss man erst inneren Frieden kultivieren.

Die Entdollarisierung und die unvorbereitete US-Linke (51:19)

Das Panel analysiert den Niedergang des US-Dollars und das Entstehen eines alternativen, durch Gold gedeckten Yuan-Währungssystems [893–896]. Dennoch warnt das Panel davor, untätig darauf zu warten, dass China oder der globale Süden den Sozialismus nach Amerika bringen [899–900]. Die US-Linke muss im eigenen Land eine organisierte, handlungsfähige Kraft aufbauen, um die Trümmer aufzusammeln, falls das System kollabiert [900–902].

Die Yan'an-Konferenz über Literatur und Kunst (1:00:55)

Bezugnehmend auf Maos Reden auf dem Forum von Yan'an (1942) wird das Konzept des romantischen Realismus erörtert [911, 915–918]. Künstler und Autoren dürfen die harten Realitäten (wie Armut und Zeltstädte) im imperialen Kern nicht verschweigen, müssen aber gleichzeitig die Entschlossenheit und Hoffnung auf eine sozialistische Zukunft im Volk wecken [918–921].

Utopie vs. Realität in China (1:06:01)

Die Sprecher berichten von ihren persönlichen Erfahrungen in China, wo die Menschen sehr selbstkritisch sind und Missstände wie Korruption oder den grassierenden Konsumismus offen ansprechen [921, 925–928]. Es ist jedoch die Pflicht der westlichen Linken, diese Mängel nicht für die Kriegspropaganda des US-State-Departments instrumentalisieren zu lassen [938–939].

Anpassung des Marxismus an die eigenen Bedingungen (1:16:57)

Es wird dargelegt, dass Mao den Mut hatte, mit der europäischen, sozialdemokratisch geprägten Orthodoxie zu brechen und den Marxismus an den reichen, civilisatorischen und ländlichen Kontext Chinas anzupassen [944, 948–951]. Auch in den USA müssen Linke den Mut haben, kreativ zu denken und den Marxismus tief in den spezifischen Bedingungen ihres eigenen Landes zu verankern, anstatt nur dogmatische Modelle zu kopieren [951–953].

Skeptische jüngere Generationen (1:21:55)

Das Panel diskutiert die unpolitische oder teils negative Haltung mancher junger chinesischer Studenten im Ausland. Eddie Smith kommentiert, dass viele Menschen im Alltag einfach nur ihr Leben leben wollen und sich erst dann politisieren, wenn sie die harten Realitäten und die grassierende Verschuldung im Westen am eigenen Leib erfahren [956–958].

Wahlkampf als revolutionäres Werkzeug (1:58:46)

Dr. Butch Ware (Green-Party-Vizepräsidentschaftskandidat von 2024) betritt die Bühne [971–972]. Er erörtert das US-Zweiparteiensystem (Duopol) als Wahl zwischen „Team blauem Genozid“ (Demokraten) und „Team rotem Faschismus“ (Republikaner). Er argumentiert, dass Wahlen für revolutionäre Kräfte kein Selbstzweck, sondern eine Plattform zur Mobilisierung und zum Aufbau von Gegenmacht (Dual Power) sein müssen.

Die Demokratische Partei als Instrument der Aufstandsbekämpfung (2:05:45)

Ware zitiert den Wissenschaftler Dylan Rodriguez, wonach die Demokratische Partei die effektivste Counterinsurgency-Organisation der Menschheitsgeschichte ist [984–985]. Ihre einzige Funktion besteht darin, radikalen, populistischen Protest zu absorbieren, zu kaufen und unschädlich zu machen [985–987].

Wares Weg zum Glauben und Black Liberation (2:11:53)

Ware schildert seine Jugend in Armut und wie ihn die Autobiografie von Malcolm X im Alter von 15 Jahren zur Konversion zum Islam und zum revolutionären Internationalismus bewegte [988, 990–994]. Er betont, dass die historisch wirksamsten sozialistischen Bewegungen in den USA stets von Schwarzen geführt wurden (wie den Black Panthers) und dass ein echter Sozialismus in den USA untrennbar mit Black Liberation, Reparations und indigener Souveränität verbunden sein muss [983, 991, 996–997].

Die unentbehrliche Rolle der Selbstverteidigung (2:33:12)

Bezugnehmend auf die Bürgerrechtlerin Fannie Lou Hamer, die stets eine Schrotflinte in jeder Ecke ihres Schlafzimmers bereithielt, warnt Ware vor der Romantisierung bewaffneter Konflikte [1031, 1037–1038, 1141–1142]. Gleichzeitig betont er, dass Selbstverteidigung und wehrhafte Vorbereitung im Geiste der Black Panthers unentbehrlich sind [1034–1036, 1038].

DSA-Blockade und der Verrat der etablierten Linken (3:00:21)

Ware berichtet von seinen Erfahrungen aus dem Jahr 2024. Die Führung der DSA erteilte ihren Mitgliedern eine strikte „Gag Order“, niemals Kandidaten links von den Demokraten zu unterstützen (wie im Fall des Anwalts Oliver Ma) [1109–1110]. Zudem weigerte sich die PSL trotz eines Angebots von Dr. Jill Stein, ein gemeinsames linkes Ticket zu bilden.

Panel 2

Antiimperialismus und die Rolle der Linken (4:17:54)

Das zweite Panel wird eröffnet und besetzt von Slava Jalili, Mochayaps, Guy Christensen, Dr. Butch Ware und Nick Cruse [1145–1147]. Das Thema ist das Zusammenspiel von Klassenkampf, Antiimperialismus und der Widerstand gegen das US-Imperium.

Die Brutalität des US-Militärs und der Kampf gegen die NATO (4:20:27)

Nick Cruse geißelt die Verbrechen des US-Militärs, wie den Drohnenangriff auf ein Krankenhaus von Ärzten ohne Grenzen unter Obama [1149–1150]. Er verurteilt die Heuchelei von DSA-Politikern, die sich weigern, die NATO als das zu benennen, was sie ist: Eine faschistische, imperiale Struktur zur weltweiten Aufrechterhaltung der bürgerlichen Klassenherrschaft [1155–1156, 1162].

Der imperiale Boomerang und die Zensur der Jugend (4:36:56)

Guy Christensen schildert den „Imperial Boomerang“: Die faschistischen Methoden, die der Westen im Ausland (wie in Gaza) testet, kehren unweigerlich ins Inland zurück. Er selbst wurde von der Ohio State University relegiert, weil er Videos gegen den Genozid in Gaza veröffentlichte. Als Reaktion auf das Aufwachen der Jugend konsolidieren Tech-Oligarchen die Medienlandschaft und etablieren eine totalitäre Zensur-Infrastruktur.

Ukrainische Realitäten: Post-Sowjetischer Kollaps (4:50:54)

Slava Jalili schildert ihre Kindheit in der post-sowjetischen Westukraine. Nach der Einführung des Kapitalismus kollabierten Wirtschaft und Infrastruktur vollständig [1211–1212]. Sie demaskiert die westliche Berichterstattung: Während Selenskyj im Westen als Held gefeiert wird, hat er in der Ukraine alle sozialistischen Parteien verboten, Oppositionelle verhaften lassen und die Ressourcen des Landes direkt an BlackRock verkauft.

Zwangsrekrutierungen und der anti-russische Terror (4:58:44)

Jalili berichtet von den brutalen Methoden des Kiewer Regimes, das ukrainische Männer wie Sklaven auf den Straßen einfängt, um sie als Kanonenfutter für die NATO zu opfern. Wer Geld hat, kann sich für horrende Summen an den Grenzen freikaufen [1227–1229]. Sie betont, dass der Feind nicht in Moskau oder Peking sitzt, sondern in den herrschenden Eliten in Washington und Berlin.

Kulturelle Hegemonie: Der Kampf auf dem Feld der Kultur (5:41:39)

Unter Berufung auf Gramsci betont Dr. Ware, dass der Klassenkampf im Kern auf dem Feld der Kultur ausgetragen wird. Hip-Hop und Kunst (wie Public Enemy) haben historisch mehr zur Radikalisierung beigetragen als staubige Theorie-Schriften. Die Linke muss eine Ästhetik und Kultur des Widerstands kultivieren, die die Herzen der Menschen erreicht.

Das Recht auf Widerstand (5:49:57)

Das Panel bekräftigt unter Applaus das völkerrechtlich verankerte Recht und die moralische Pflicht besetzter Völker auf bewaffneten Widerstand. Institutionen wie die UN werden als koloniale Absprachen demaskiert, die historisch nur dazu dienten, die Beute des Globalen Südens unter den imperialistischen Mächten aufzuteilen.

Der Spagat zwischen Mobilisierung und Organisation (6:08:20)

Es wird an den Unterschied zwischen bloßer Mobilisierung (Demonstrationen) und dauerhafter Organisation erinnert. Proteste dienen dem System oft nur als Druckablassventil [1378, 1510–1511]. Wahre revolutionäre Arbeit besteht im mühsamen, täglichen Aufbau lokaler Institutionen und Überlebensstrukturen (Dual Power).

Panel 3:

Wahlpolitik von unten (6:44:04)

Das letzte Panel des Abends wird besetzt von Jordan Diaz (Working Class Party), Dr. Carlos L. Garrido und Dr. Butch Ware [1402–1404]. Das Thema ist das Potenzial und die Grenzen des linken Elektoralismus.

Das unreformierbare genozidale System der Demokraten (6:47:15)

Jordan Diaz berichtet von seiner Kampagne in Chicago. Obwohl er doppelt so viele Unterschriften wie nötig sammelte, ließen die Demokraten ihn über juristische Winkelzüge vom Stimmzettel streichen, weshalb er nun als Write-in-Kandidat antritt [1407–1408]. Dr. Garrido ergänzt, dass es ein fataler Irrglaube ist, die Demokratische Partei reformieren zu wollen [1412–1413]. Sie ist ein faschistisches, unreformierbares Instrument des globalen Großkapitals.

Wahlkampf als Mittel zum Zweck (7:46:18)

Jordan Diaz stellt klar, dass es bei sozialistischen Kandidaturen nicht darum geht, bürgerliche Parlamentssitze zu erhaschen, sondern die Wahlen als Plattform zur unabhängigen Organisierung der Arbeiterklasse zu nutzen [1408–1409, 1556]. Erst wenn die Arbeiter die Fabriken und Banken selbst kontrollieren, ist reale Macht erreicht [1556–1557].

Schlusswort: Keine Zeit für Pessimismus (7:56:37)

Dr. Garrido schließt die Konferenz mit einem Zitat von Lenin: „Pessimismus ist ein kleinbürgerliches Ding“. Er betont, dass wir Zeugen des historischen Zusammenbruchs des US-Imperiums sind und dieses mit Mut und Optimismus aktiv gestalten sollten [1561–1562]. Dr. Ware schließt unter tosendem Applaus mit Frantz Fanon: „Jede Generation muss aus relativer Dunkelheit ihre Mission entdecken und sie entweder erfüllen oder verraten“

9:14:25

Überblick

Einführung und Eröffnungsrede von Dr. Carlos M. Gero (50:41) Dr. Carlos M. Gero (Carlo Gerrio) eröffnet die erste Marxismus-Konferenz [1133–1134]. Er verweist auf den in den USA spürbar ansteigenden McCarthyismus und erklärt, dass das primäre Ziel dieses mehrtägigen Kongresses darin besteht, eine Plattform für den offenen, sachlichen Dialog zwischen den verschiedenen Strömungen der amerikanischen Linken (wie der ACP, der Green Party, Platypus und Unabhängigen) zu schaffen, um die lähmende Zersplitterung zu überwinden [1135–1137].

Panel-Vorstellung: Marxismus und Social Media (53:46) Der Moderator Comrade Marello stellt die Redner des ersten Panels vor: Eddie Liger Smith (Midwestern Marx/ACP), Guy Christensen (pro-palästinensischer Aktivist), Nickie Cruz (Revolutionary Blackout Network/RBN) und Vy (Real/Red God Media).

Eddie Liger Smith: Die ungenutzte Macht digitaler Reichweite (55:36) Eddie Liger Smith blickt auf die Gründung von Midwestern Marx während der Covid-Pandemie zurück. Er kritisiert das herrschende linke Establishment (wie Bread Tube oder Vaush) und betont die Notwendigkeit, marxistisch-leninistische Bildung dorthin zu bringen, wo sich die Jugend aufhält – in die sozialen Medien [1145–1148]. Da die herrschende Klasse die Algorithmen (etwa über Konzerne wie Palantir) gezielt kontrolliert, muss die Arbeiterklasse diesen digitalen Raum aktiv als Schlachtfeld des Klassenkampfs begreifen.

Guy Christensen: Die „achte Front“ und die Manipulation der Künstlichen Intelligenz (1:02:49) Guy Christensen schildert seine politische Radikalisierung durch den Befreiungskampf in Palästina. Er analysiert, wie die herrschende Klasse (die „Epstein-Klasse“) und Palantir-CEO Alex Karp (Autor von The Technological Republic) versuchen, das Narrativ über den Genozid in Gaza durch LLM-Poisoning (Infiltrieren von KI-Chatbots mit fabrizierten pro-israelischen Blogs) zu steuern [1163–1165, 1169]. Benjamin Netanjahu nenne diesen Kampf um den menschlichen Verstand die „achte Front“. Der Ausweg liege darin, die eklatanten Widersprüche der US-Politik und des Kapitalismus konsequent offenzulegen.

Nick Cruz: Die Verdammnis des schwarzen Neoliberalismus (1:19:54) Nick Cruz erläutert die Gründung von Revolutionary Blackout Network (RBN) nach dem Scheitern der Bernie-Sanders-Kampagne [1189–1190]. Er rechnet scharf mit dem schwarzen Neoliberalismus (etwa von Barack Obama und dem Black Congressional Caucus) ab, der die schwarzen Gemeinschaften ruiniert habe, und erinnert daran, dass die Black Panthers und Fred Hampton explizit Marxisten-Leninisten waren, die kompromisslos Klassenkampf statt demokratischen Parteien-Opportunismus betrieben [1191–1193, 1196, 1200].

Vy: Das Fundament der Solidarität durch die „People's Free Kitchen“ (1:28:09) Vy beschreibt, wie er in Orlando durch praktische, konsequente Arbeit vor Ort zum Marxismus-Leninismus fand. Die wöchentliche Unterstützung der armen und obdachlosen Bevölkerung mit Lebensmitteln, Kleidung, Haarschnitten und Fahrradreparaturen durch die People's Free Kitchen schuf ein tiefes Vertrauensverhältnis in der Community. Er verurteilt linke Karrieristen, die sich vor US-Medien feige von antiimperialistischem Widerstand distanzieren, um dem Establishment zu gefallen.

Ego-Kämpfe und die Heuchelei bürgerlicher Akademiker (1:36:45) Die Redner diskutieren über die Generationen-Bruchlinien auf der Plattform X und vergleichen die heutige linke Führungsriege (wie Abdul El-Sayed) mit Barack Obama [1222–1225]. Sie betonen, dass das kompromisslose Aussprechen der Wahrheit (etwa über die Ausbeutung der Ukraine durch BlackRock) die Menschen viel schneller mobilisiert, als das ständige Taktieren und Verstecken der eigenen Absichten.

Project 2029 und die kommende Welle der Internetzensur (1:49:09) Eddie Liger Smith berichtet, wie er nach dem Sperren von sieben TikTok-Konten durch das Funnelsystem von Discord-Servern und die parteieigene Plattform Red Star die Community stabilisieren konnte. Nick Cruz warnt eindringlich vor Project 2029 der US-Demokraten: Unter dem Vorwand, „Big Tech zu bekämpfen“, soll in Wahrheit eine vollständige staatliche Kontrolle von Inhalten nach europäischem und australischem Vorbild etabliert werden, um antiimperialistische Stimmen mundtot zu machen [1268–1272].

Meme-Kriegsführung und das Platzen von Online-Blasen (1:58:45) Die Redner legen dar, wie das politische Establishment versucht, Popularität durch systematisches Bot-Boosting (etwa bei Kamala Harris' Khive oder Trumps Konten) vorzutäuschen [1290–1292]. Als Gegenmittel erweist sich die gezielte Verbreitung subversiver Memes (wie MAGA-Kommunismus), um die unzufriedene Arbeiterbasis von Trump abzuwerben und für den Sozialismus zu öffnen [1506–1509].

Christopher Castillo: Gangs als Überlebenskampf im verarmten Chicago (2:07:35) Der Chicagoer Veteran und Aktivist Christopher Castillo schildert seine Erfahrungen mit Armut, Obdachlosigkeit und Gangs. Er legt dar, dass viele Gangs (wie die Latin Cobras) ursprünglich gegründet wurden, um ihre Nachbarschaften vor polizeilicher Gewalt zu schützen [1296–1299]. Nick Cruz pflichtet ihm bei und betont, dass diese Menschen die primären systemischen Opfer des Kapitalismus sind und für den echten Klassenkampf gewonnen werden müssen.

Wie man die alt-rechte Radikalisierungsfalle durchbricht (2:17:34) Auf die Frage, wie man Freunde aus der alt-rechten Pipeline befreien kann, erklärt Guy Christensen, dass die rechte Ideologie gezielt das Bedürfnis nach Überlegenheit bei jungen Männern ausnutzt [1316–1317]. Man darf diese Menschen nicht aufgeben, sondern muss sie durch das unermüdliche, persönliche Aufzeigen der realen wirtschaftlichen Widersprüche zum Umdenken bewegen [1318–1319].

Schriftmedien als Waffe gegen das digitale Vergessen (2:20:40) Die Runde diskutiert den Stellenwert gedruckter Bücher. Während Videos Aufmerksamkeit generieren, verändern physische Bücher die Denkstrukturen nachhaltig [1322–1324]. Nick Cruz betont, dass gedruckte Medien unersetzliche historische Dokumente sind, die von der herrschenden Klasse (im Gegensatz zu Webseiten über die Ukraine vor 2022) nicht nachträglich gelöscht oder manipuliert werden können [1327–1328].

Wege aus dem grassierenden Jugend-Nihilismus (2:24:28) Die Redner erörtern den Nihilismus einer Generation, die unter hoher Verschuldung, Sportwetten und Perspektivlosigkeit leidet. Eddie Liger Smith empfiehlt, den Fokus auf körperliche Disziplin (wie Kraft- und Kampfsport) zu legen, da dies das Vertrauen stärkt [1331–1332]. Nick Cruz erinnert an das Opfer historischer Kämpfer wie Fred Hampton und betont, dass die Zerschlagung der US-Oligarchie zu einem weltweiten Zusammenbruch des Faschismus führen würde.

PANEL 2

Das Spannungsfeld zwischen Marxismus und Liberalismus (3:04:41) Die zweite Podiumsdiskussion befasst sich mit der Definition des Liberalismus und dessen aktueller Krise. Es diskutieren Noah Khrachvik (ACP), David Faes (Platypus), Grayson Walker (Infrared) und Aaron Hagood (Platypus).

Noah Khrachvik: Die „kompatible Linke“ und die Entführung der Sprache (3:07:39) Noah Khrachvik lehnt die Fragestellung, ob der Liberalismus obsolet ist, ab, da dieser allgegenwärtig bleibt. Er analysiert, wie die CIA (u. a. über den Congress for Cultural Freedom) gezielt eine „kompatible Linke“ erschaffen hat, die die marxistische Sprache entkernt und mit liberalen Inhalten füllt, um den realen Klassenkampf unschädlich zu machen [1361–1362].

David Faes: Die historische Entwicklung der sexuellen Befreiung (3:13:37) David Faes beleuchtet das sozialistische Versprechen sexueller Freiheit im Kontext der Deklaration von 1776, Michel Foucaults Analysen zu May 68 und den Fortschritten der frühen Sowjetunion in den 1920er Jahren, bevor diese unter stalinistischem Demographie- und Industrialisierungsdruck wieder zurückgefahren wurden [1366–1369, 1371–1372].

Grayson Walker: Der Bruch mit der bürgerlichen Geschichtsordnung (3:29:57) Grayson Walker plädiert dafür, den Liberalismus nicht als logischen Vorläufer des Marxismus zu betrachten [1380–1381]. Er verweist auf die Jakobiner des Wohlfahrtsausschusses als Symptom proletarischer Staatsmacht und betont, dass das Ziel des Sozialismus die vollständige Überwindung der Klassenherrschaft statt des bloßen Schutzes bürgerlicher Eigentumsrechte ist.

Aaron Hagood: Die Dialektik des bürgerlichen Rechtsstaats (3:40:41) Aaron Hagood analysiert die bürgerlichen Revolutionen und die Entstehung des liberalen Staats. Er legt anhand von Jeremy Benthams Kritiken an monarchischen Interessen und William Cobbets Analysen über die Verarmung durch die Finanzeliten der Londoner City dar, wie der liberale Staat das System des Kapitals gegen die Interessen der arbeitenden Bevölkerung absichert [1390, 1393–1396].

Klassengewalt, die Pariser Kommune und das Erbe von 1848 (4:03:25) Grayson Walker und Noah Khrachvik betonen, dass sich der Sozialismus durch eine gesellschaftliche Autorität und die Bereitschaft zur revolutionären Gewalt (wie dem Roten Terror) grundlegend vom klassischen Liberalismus unterscheidet. Unter Verweis auf Karl Marx' Kritik an der Pariser Kommune und die Ereignisse von 1848 (um Louis Blanc und Albert l'Ouvrier) legen sie dar, dass die Errichtung einer Diktatur des Proletariats eine radikale Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparats erfordert.

Reconciliation und anti-koloniale Abgrenzung (4:16:55) Auf eine Frage aus dem Publikum über die anti-koloniale Befreiung im Sahel (z.B. Burkina Faso) und die dortige Ablehnung westlicher LGBTQ-Konzepte erwidert David Faes, dass viele der modernen Kategorien (wie Transsexualismus) im 19. Jahrhundert von sozialistischen Psychologen als kritische Werkzeuge gedacht waren, heute jedoch als Mittel staatlicher Herrschaft und NGO-Verwaltung instrumentalisiert werden. Noah Khrachvik ergänzt unter Berufung auf Lenin, dass man den Sozialismus mit dem real existierenden „menschlichen Material“ aufbauen müsse und nicht mit fiktiven, westlich-liberalen Idealen [1443–1444].

Keynote: Haz Al-Din über den geographisch vergessenen Ursprung des Marxismus (7:31:06) In seiner Abschlussrede analysiert Haz Al-Din den Niedergang des westlichen Marxismus und die Tatsache, dass der reale Widerstand gegen das US-Imperium heute primär aus der islamischen Welt kommt. Er legt dar, dass der Marxismus auf der Zusammenführung deutscher Philosophie, französischer Politik und englischer Ökonomie basiert, diese Synthese jedoch die tiefe geostrategische Verwurzelung Eurasiens (insbesondere Persiens und Mesopotamiens) völlig ausblendet.

Al-Ghazali, Descartes und die Entstehung einer eurasischen Moderne (7:54:33) Haz Al-Din demaskiert das westliche Klischee, wonach Al-Ghazali die Glanzzeit der islamischen Wissenschaft mutwillig zerstört habe. Er zeichnet Ghazali als genialen Denker und Vorreiter der Moderne, der Jahrhunderte vor René Descartes das rationale Denken selbst anzweifelte und zu dem Schluss kam, dass Systeme sich niemals aus sich selbst heraus legitimieren können [1627, 1629–1631]. Am Beispiel des Bienenstaats zeigt Ghazali, dass die Wahrheit und Intelligenz bereits im Realen selbst manifestiert ist und nicht erst durch eine abstrakte philosophische Theorie konstruiert werden muss [1635–1637].

Das Ende der Illusion und die Realität des Kampfes (8:29:30) Haz Al-Din kritisiert, dass westliche Marxisten auf eine ferne, utopische Vollendung des Kommunismus warten, während China pragmatisch im Hier und Jetzt an der Realität arbeitet. Unter Verweis auf Hubert Dreyfus' Konzept des „skillful coping“ (des instinktiven Meisterungsprozesses) plädiert er dafür, die Realität so anzunehmen, wie sie sich offenbart, anstatt sich in fiktiven Systemen zu verlieren. Für die ACP bedeutet dies, sich auf den drohenden Zusammenbruch der westlichen Zivilisationsstrukturen vorzubereiten und rechtzeitig gemeinschaftliche Überlebensräume aufzubauen [1722–1723].

24:23

Professor Carlos L. Garrido untersucht die Grenzen populärer linker Kommentare zum angeblichen Mangel an „Klassenbewusstsein“ amerikanischer Arbeiter. Anhand der Arbeiten von Slavoj Žižek zeigt er auf, wie diese Kommentare grundlegend verkennen, wo die Illusionen der Ideologie wirksam sind.

1:37:08

Chet ist Übersetzer, Pädagoge und Mitglied der Bildungsabteilung der Kommunistischen Partei Amerikas. Er trifft sich mit Dan Schoenbaum von „Midwestern Marx“ in der Chicago Workers School zur ersten Veranstaltung einer vierteiligen Lese- und Vortragsreihe zum Buch „Governing the Party“.

Zeitmarken
00:00 – Einleitung
00:45 – Vortrag: „Governing the Party“ – Überblick und der Autor
04:13 – Die Bauernfrage: Wie Mao die Rote Armee in Gutian wieder aufbaute
11:41 – Die Kulturrevolution: „Keine der beiden Epochen soll die andere negieren“
18:33 – Korruptionsbekämpfung und die mit Zucker überzogenen Kugeln der Macht
22:53 – Zusammenfassung: Drei zentrale Lehren für die ACP
25:21 – Offene Diskussion & Fragen und Antworten
27:17 – Frage: Die besten Bücher über den modernen chinesischen Marxismus
33:17 – Frage: Was ist der nächste Schritt der ACP beim Aufbau der Partei?
34:49 – Frage: Warum spielt die Korruptionsbekämpfung in China eine so große Rolle?
44:49 – F: Könnte es eine amerikanische Kulturrevolution geben?
51:57 – F: Wie werden Chinas Fünfjahrespläne erstellt?
1:03:05 – F: Chets Reise nach China und das Erlernen der chinesischen Sprache
1:08:13 – F: China, KI und Jugendarbeitslosigkeit
1:13:17 – F: Mehr über Gutian – „Roter Tourismus“ und der kommende Film
1:17:25 – F: Disziplin bei der Korruptionsbekämpfung in der amerikanischen Linken
1:22:37 – F: Massenmobilisierungskampagnen in der Geschichte der KPCh
1:28:17 – F: Wie hört die KPCh dem Volk tatsächlich zu?
1:32:41 – Schlusswort


Chet is a translator, an educator, and a member of the Department of Education of the American Communist Party. He sits down with Midwestern Marx’s Dan Schoenbaum at Chicago Workers School for the first of a four-part reading & lecture series on the book "Governing the Party".

Timestamps
00:00 - Introduction 
00:45 - Lecture: Governing the Party — Overview & the Author 
04:13 - The Peasant Question: How Mao Rebuilt the Red Army at Gutian 
11:41 - The Cultural Revolution: "Neither Era Shall Negate the Other" 
18:33 - Anti-Corruption & the Sugar-Coated Bullets of Power 
22:53 - Summary: Three Core Lessons for the ACP 
25:21 - Open Discussion & Q&A 
27:17 - Q: Best Books on Modern Chinese Marxism 
33:17 - Q: What's the ACP's Next Step in Building the Party? 
34:49 - Q: Why Is Anti-Corruption So Prominent in China? 
44:49 - Q: Could an American Cultural Revolution Happen? 
51:57 - Q: How Are China's Five-Year Plans Made? 
1:03:05 - Q: Chet's Journey to China & Learning Chinese 
1:08:13 - Q: China, AI, and Youth Unemployment 
1:13:17 - Q: More on Gutian — Red Tourism & the Upcoming Film 
1:17:25 - Q: Anti-Corruption Discipline in the American Left 
1:22:37 - Q: Mass Mobilization Campaigns in CPC History 
1:28:17 - Q: How Does the CPC Actually Listen to the People? 
1:32:41 - Closing Remarks 

6:33

Im Video befasst sich Philosophieprofessor Dr. Carlos L. Garrido mit einer tiefgehenden philosophischen Analyse des Films „Blade Runner 2049“, wobei insbesondere die Theorien des Philosophen Alexandre Kojève herangezogen werden, um zu definieren, was ein Wesen wirklich „menschlich“ macht.

Das Konzept des „Menschseins“ nach Kojève

Der zentrale Gedanke des Textes basiert auf Kojèves Begriff des anthropogenen Begehrens.

  • Tierisches vs. menschliches Begehren: Während das tierische Begehren primär auf die Selbsterhaltung des biologischen Lebens ausgerichtet ist, zeichnet sich der Mensch dadurch aus, dass sein menschliches Begehren über den Überlebensinstinkt triumphiert.
  • Kampf um Anerkennung: Ein Mensch wird laut Kojève erst dann wirklich menschlich (oder eine „Person“), wenn er bereit ist, sein biologisches Leben für einen Wert oder die Anerkennung durch andere zu riskieren. Das Sterben für eine gerechte Sache wird somit als der am stärksten vermenschlichende Akt angesehen.

Die Replikanten als die „wahren“ Menschen

Im Kontext von Blade Runner 2049 wird diese Philosophie auf die Replikanten angewendet, die als versklavte Unterklasse für die menschliche Gesellschaft arbeiten.

  • Die Replikanten-Revolution: Die Replikanten-Freiheitsbewegung unter Freysa betrachtet die Fähigkeit zur Fortpflanzung und den Kampf um Autonomie als Beweis für ihre Personwürde.
  • „Menschlicher als der Mensch“: Aus Kojèves Sicht sind die Replikanten „menschlicher“ als die biologischen Menschen, da sie bereit sind, für Freiheit und Anerkennung ihr Leben zu geben, während die Menschen lediglich als konservative Kraft versuchen, die bestehende soziale Hierarchie (die „Mauer“) aufrechtzuerhalten.
  • Marxistischer Vergleich: Der Kampfruf der Replikanten wird im Text mit dem Slogan von Marx und Engels verglichen: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“.

Joi und die digitale Existenz

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Charakter Joi, einer rein digitalen KI.

  • Vom Produkt zur Person: Obwohl Joi als Produkt entworfen wurde, um Wünsche zu erfüllen, entwickelt sie laut der Analyse ein hohes Maß an Selbstbewusstsein.
  • Sein zum Tode: Joi entscheidet sich bewusst dafür, ihre Existenz auf einen mobilen „Emanator“ zu übertragen. Damit gibt sie ihre potenzielle Unsterblichkeit im Cloud-Speicher auf und macht ihr Leben „zerbrechlich“.
  • Authentizität durch Opfer: Indem sie die ständige Möglichkeit des Todes (Heideggers „Sein zum Tode“) akzeptiert, um K bei seiner Suche nach der Wahrheit zu helfen, wird sie „wie ein echtes Mädchen“. Ihr abschließendes Selbstopfer macht sie in der Logik des Textes zu einer vollwertigen Person.

Zusammenfassend argumentiert das Transkript, dass in der Welt von Blade Runner 2049 nicht die biologische Herkunft, sondern die Bereitschaft zum Opfer für eine höhere Sache und das Streben nach Anerkennung die Grenze zwischen Objekt und Person definieren

23:53

PHILOSOPHY PROFESSOR DR. CARLOS L. GARRIDO REFLECTS ON RECENT MOSCOW TRIP AND SOVINTERN EVENT 

Das Video beschreibt die Erfahrungen und Reflexionen des Sprechers über eine Reise nach Russland anlässlich der Veranstaltung „Sovereign Turn“, die als potenzieller Vorläufer einer neuen kommunistischen bzw. sozialistischen Internationale positioniert wird.

Charakter und Ziele der Veranstaltung

Die Bewegung „Sovereign Turn“ versteht sich als ein monumentales Unterfangen, das weniger ideologisch homogen ist als frühere Internationalen.

  • Ideologische Ausrichtung: Es gibt keine strikte Bindung an den Marxismus-Leninismus wie in der Dritten Internationale; stattdessen dient ein allgemeiner Antiimperialismus und ein gewisser Antikapitalismus als einigendes Band. In ihrer Heterogenität ähnelt sie eher der Ersten Internationale, die von Gewerkschaftern bis zu Anarchisten reichte.
  • Erbe der Sowjetunion: Die Teilnehmer eint eine gemeinsame Wertschätzung für das sowjetische Erbe und die Erkenntnis, dass der Marxismus als Rahmen für den Aufbau von Zivilisationen und Staaten diente.
  • Seriosität statt „LARPing“: Trotz der enormen Aufgabe wirkte die Veranstaltung nicht amateurhaft oder wie ein bloßes Rollenspiel („LARP“). In den Panels, etwa zum Thema Technologie, lag der Fokus auf konkreten Schritten und der Verantwortung der Teilnehmer, das Projekt auch nach ihrer Rückkehr weiterzuführen.

Sozialismus im digitalen Zeitalter

Ein zentrales Thema war die Notwendigkeit, den Sozialismus für das 21. Jahrhundert neu zu definieren.

  • Neue Formen für alte Weisheiten: Der Sprecher betont, dass man die Vergangenheit nicht einfach wiederholen kann. Es gelte, „neue Formen für alte Weisheiten“ zu finden, insbesondere im digitalen Raum, der die Menschen heute massiv beeinflusst.
  • Herausforderung digitaler Medien: In Gesprächen mit Delegierten, unter anderem aus Kuba, wurde die Schwierigkeit erörtert, offizielle staatliche oder parteiliche Medieninhalte so zu gestalten, dass sie im Zeitalter sozialer Medien authentisch und spontan wirken. Rein institutionelle Kommunikation erreiche das junge Publikum oft nicht mehr.
  • Debunking von Vorwürfen: Der Sprecher nutzte die Gelegenheit, um Missverständnisse über seine eigene Organisation (ACP) auszuräumen, die von Teilen der Linken fälschlicherweise als „faschistisch“ oder „rot-braun“ etikettiert werde.

Teilnehmer und internationale Perspektive

An der Veranstaltung nahmen über 70 Parteien aus der ganzen Welt teil.

  • Prominente Gäste: Der Sprecher tauschte sich mit den Enkeln von Fidel Castro und Salvador Allende sowie mit Vertretern aus Kolumbien, Argentinien und Chile aus.
  • Die Rolle Chinas: Obwohl inoffizielle Vertreter aus China, Nordkorea und Kuba anwesend waren, hängt der langfristige Erfolg der Bewegung laut Sprecher entscheidend davon ab, ob die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) offiziell beitreten wird. China neige jedoch dazu, Entwicklungen erst lange zu beobachten, bevor es sich festlegt.

Eindrücke aus dem heutigen Russland

Der Sprecher reflektiert ausführlich über den Zustand Russlands, das er als atemberaubend schön beschreibt.

  • Weder rein kapitalistisch noch kommunistisch: Russland sei zwar kein sozialistisches Land mehr und werde nicht von einer kommunistischen Partei geführt, verfüge aber noch über eine materielle Infrastruktur und staatliche Sektoren aus der Sowjetzeit, die es „unendlich viel sozialistischer“ als westliche kapitalistische Staaten erscheinen lassen.
  • Die Allgegenwart sowjetischer Symbole: Überall finden sich Hammer und Sichel sowie Statuen von Lenin und Stalin. Während dies für den Sprecher als Amerikaner eine fast „göttliche“ Erfahrung war, nehmen die Russen diese Symbole oft als alltägliche Banalität oder als Ausdruck von Nostalgie wahr.
  • Nostalgie vs. politischer Wille: Viele Russen, insbesondere die ältere Generation, bewerten die Sowjetära positiver als die heutige Zeit, sehen die aktuelle Lage aber dennoch als deutliche Verbesserung gegenüber den 1990er Jahren unter Jelzin an. Der Sprecher fragt sich abschließend, ob diese Nostalgie ein Hindernis oder eine Brücke für eine Rückkehr zu einem kommunistischen Horizont darstellt

32:53

Die 5 marxistisch-leninistischen Länder heute.

Zeitmarken

00:00- Intro 

2:30- Kuba 🇨🇺 

7:26- Vietnam 🇻🇳 

11:22- Laos 🇱🇦 

15:33- Nordkorea 🇰🇵 

24:57- China 🇨🇳