Kommunisten Kneipe (Medienpräsenz)

1:18:10

Krieg wird konkret und schleicht sich in unser Arbeitsleben ein. Ob das Krankenhaus für den Kriegsfall umgebaut wird, statt Autoteile plötzlich Munition hergestellt oder der Zug nur noch Panzer geladen hat. Gerade unsere Arbeitsplätze und Gewerkschaften sind die zentralen Orte, um gegen die Aufrüstung zu kämpfen. Was gibt es für Hürden und wie werden wir trotzdem aktiv? Das besprechen die Initiative kämpfender Arbeiter:innen (IKA), das Rote Gewerkschaftstreffen, Gotthard Krupp, Ulrike Eifler und Mario Kunze.

1:32:24

Clara Zetkin hat die praktischen und theoretischen Grundlagen für die sozialistische Frauenbewegung gelegt, die sich fundamental von einem bürgerlichen Feminismus unterscheidet. Die Frauenunterdrückung ist nicht ohne die Klassenlage zu verstehen, und eine Frauenbewegung, die das ignoriert, bleibt auf halbem Weg stehen.

Zetkin wird heute vor allem als Feministin erinnert, gelegentlich noch als Antifaschistin. Aber sie hat mehr zu bieten. Sie war eine der schärfsten Kritikerinnen des Revisionismus und der Gesetzgebungs-, der Genossenschafts- und der Gewerkschaftsillusion. Zetkin stand klar gegen Aufrüstung und Krieg. In einer Zeit, in der wieder aufgerüstet wird, stellt sich die Frage: Was kann eine klassenbewusste, internationalistische Linke von Clara Zetkin lernen? Darüber sprechen wir mit Ingar Solty, der im Brumaire-Verlag einen Band zu Zetkin veröffentlicht hat.

1:12:41

Auf der Friedenskonferenz von 27.02.20206 bis 01.03.2026 wurde auch eine Recherche zum Militärisch-Industriellen-Komplex in Berlin vorgestellt. Die Vorstellung und anschließende Podiumsdiskussion mit Fabian Lehr und Jörg Kronauer dokumentieren wir hier. In Berlin wird der Krieg geplant, organisiert und in den öffentlichen Diskurs gebracht. Die Recherche Machtzentrum Berlin Mitte: Lobbygruppen und Rüstungsindustrie im Regierungsviertel zeigt zahlreiche Überschneidungen zwischen wirtschaftlichen, militärischen und politischen Interessen. Das Recherche Kollektiv Berlin Mitte stellt im Rahmen der Berliner Friedenskonferenz das erste Mal die Ergebnisse in Gänze öffentlich vor.

Zeitmarken

1. Der militärisch-industrielle Komplex in Berlin

Die vorgestellte Recherche dokumentiert über 60 Standorte in Berlin-Mitte, die Teil des Rüstungs- und Sicherheitsapparats sind.

  • Keine Produktion, sondern Planung: In Berlin wird kaum Waffenmaterial gefertigt. Stattdessen konzentrieren sich hier Lobbybüros, Think Tanks und Hauptstadtrepräsentanzen großer Konzerne wie Rheinmetall oder Krauss-Maffei Wegmann (z. B. am Pariser Platz) [12:38].
  • Startup-Boom: Berlin entwickelt sich zur "Drohnenhauptstadt". Junge Unternehmen wie Helsing (KI für Rüstung) oder Stark Defense siedeln sich bewusst in Regierungsnähe an, um öffentliche Aufträge zu akquirieren [16:35].
  • Dual-Use-Trend: Die Grenzen zwischen ziviler und militärischer Technik verschwimmen. Unternehmen aus der IT- (SAP), Logistik- oder Automobilbranche richten ihre Produktion zunehmend auf militärische Nutzbarkeit aus [20:06].

2. Politische und ökonomische Analyse (Lehr & Kronauer)

  • Verschiebung zur Kriegswirtschaft: Fabian Lehr argumentiert, dass die deutsche Industrie (insbesondere die Autoindustrie) gegenüber China an Boden verliert. Die Rüstungsproduktion diene als "Gelddruckmaschine ohne Risiko", da der Staat als garantierter Abnehmer auftritt [40:13].
  • Drehscheibe Deutschland: Jörg Kronauer erklärt den "Operationsplan Deutschland". Da die Front im Osten liege, werde Deutschland zur logistischen Drehscheibe. Dies erfordere die Ertüchtigung der zivilen Infrastruktur (Bahn, Brücken) primär für Truppentransporte [01:03:14].
  • Militarisierung des Alltags: Krankenhäuser werden auf Kriegsverletzungen vorbereitet, und zivile Betriebe (z. B. Tankstellen, Kantinen) sollen im Ernstfall die Versorgung der Truppen übernehmen [01:05:43].

3. Gesellschaftliche Folgen

  • Sozialer Abbau: Da die Schuldenbremse nur für Militärausgaben gelockert wurde, müssen die Milliarden für die Aufrüstung durch Kürzungen bei Sozialausgaben und ziviler Infrastruktur gegenfinanziert werden [57:16].
  • Ökonomische Bindung: Wenn Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Rüstung abhängen, sinkt die Widerstandsbereitschaft gegen kriegerische Außenpolitik, da die Bevölkerung ökonomisch an den Erfolg der Kriegsindustrie gebunden wird [58:49].

Kernbotschaft des Videos: Der Krieg beginnt nicht erst an der Front, sondern in den Planungsbüros in Berlin-Mitte. Die aktuelle "Zeitenwende" sei eine tiefgreifende Transformation der deutschen Gesellschaft hin zu einem dauerhaften militarisierten Zustand.

4. Strategien für die Friedensbewegung

Die Diskutanten schlagen konkrete Handlungsschritte vor:

  • Gewerkschaftliche Arbeit: Antimilitaristische Zellen innerhalb der Gewerkschaften seien entscheidend, um die Produktion oder Logistik von Kriegsgütern effektiv zu sabotieren oder zu bestreiken [01:08:26].
  • Gegenentwürfe: Es müsse wieder verstärkt für bürgerliche Konzepte wie Diplomatie, Abrüstung und Rüstungskonversion (Umstellung von Waffen- auf zivile Produktion) geworben werden [01:10:40].
  • Vernetzung: Da die Militarisierung ganz Europa betrifft, ist eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Friedenskräfte notwendig [01:09:45].

2:00:25

Im Gespräch mit Georg Fülberth gehen Ann-Sofie und Harro auf die Spuren des 1848'er Revolutionärs, Wilhelm Liebknecht. Als einer der größten Kenner der deutschen Arbeitergeschichte entwickelt Georg Fülberth einen Zeitstrahl durch das 19. Jahrhundert und wirft immer wieder das Licht auf dunkle Flecken sozialistischer Geschichte. Neben biographischen Aspekten, geht Fülberth auf Liebknechts politische Haltung ein und lässt auch den ein oder anderen Gossip der jungen kommunistischen Bewegung, nicht außer Acht.

1:54:40

In der neunten Folge des Roten Fadens begeben sich Jörg und Harro wieder auf das große geopolitische Schachbrett. Im Zentrum des Gesprächs steht der US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran und seine globalen Folgen. Der Gesamtkomplex beinhaltet die Interessen der Angriffsstaaten, des Irans, der Golfstaaten, die Rolle der EU und die von China. Außerdem geht es um die neue deutsche militante Welle, die strategische Position Chinas, Entwicklungen im Krieg in der Ukraine und den Würgegriff der USA auf Kuba. Ein Gespräch über Krieg, Propaganda und die Verschiebung der globalen Machtverhältnisse. 

Zeitmarken

0:00 Intro/Begrüßung 
0:40 Vorgeplänkel 
11:23 Themenüberblick 
13:48 Kurz-Herleitung Iran Krieg 
22:03 Iran-Krieg aktuell 
26:03 EU: die alte Welt des Völkerrechts 
36:45 Exkurs: Amerikanische Räuberpistolen 
44:28 Straße von Hormuz und der Ölpreis 
1:00:39 Interessen der Golfstaaten 
1:15:04 Gesamtkomplex Iran-Krieg 
1:18:10 Die neue deutsche militante Welle 
1:25:22 Strategischer Partner China 
1:31:14 Volkskongress und 5-Jahresplan 
1:37:57 Ukrainekrieg und Ungarn 
1:45:57 US-Würgegriff gegen Kuba 
1:53:23 Abschied

1:42:08

Bei der heutigen Folge handelt es sich um die Veröffentlichung einer Veranstaltung von Flora für Alle mit Leadros Fischer vom 17.12.2025. 
Leandros Fischer stellt in seinem Vortrag die Frage, ob es sich bei den sogenannten Antideutschen um deutsche Befindlichkeiten handelt oder um den speziellen Ausdruck einer imperialen Linken. Er zeichnet die historische Entstehung der Antideutschen nach, deren Grundargumentation sich bereits in der Sozialdemokratie der zweiten Internationalen finden lässt und sich in der heutigen Linken fortsetzt. 

Leandros fasst die Antideutschen als innerlinken Ausdruck der Befürwortung eines liberal-imperialistischen Projekts zusammen. Diese entspringt sowohl aus ideologischer Überzeugung als aus Opportunismus und Regierungswillen. 

Um dieser immer noch wirksamen Strömung entgegenzuwirken muss die Palästinasolidarität, so die Schlussfolgerung, konsequent antikapitalistisch und antimilitaristisch ausgerichtet sein.

1:43:16

In dieser Folge senden wir einen besonderen Gastbeitrag aus einer Veranstaltungsreihe, aufgezeichnet in einem vollbesetzten Saal in Marburg, so voll, dass wir am Ende auf dem Boden sitzen mussten. Danke an die DKP Marburg für die Organisation und die Möglichkeit zur Aufzeichnung.
Unser Stammgast Georg Fülberth nimmt euch mit in die Zeit direkt nach 1945:
➡️ Wie kehrten KPD und SPD nach dem deutschen Faschismus zurück?
➡️ Was bedeutete das für linke Politik in Marburg und bundesweit?
➡️ Wie prägt Wolfgang Abendroth diese Auseinandersetzungen – innerhalb der SPD, im SDS und darüber hinaus?
Ein lebendiger Vortrag über politische Konflikte, Parteigeschichte und außerparlamentarische Opposition in der frühen Bundesrepublik Deutschland

1:20:36

In der siebten Folge des Roten Fadens sprechen Jörg und Harro über die militärischen US-Angriffe gegen Venezuela, offen artikulierte Regimewechsel-Fantasien, einen explodierenden US-Rüstungshaushalt und eine US-Regierung, die nicht länger gewillt ist, die Fassade zur eigenen Legitimierung aufrechtzuerhalten. Was wir derzeit erleben, ist kein Betriebsfehler einer ansonsten intakten Weltordnung, sondern die Fortsetzung eines militanten Normalzustands. In dieser Folge sprechen wir über offen zutage tretenden US-Imperialismus: über die militärischen Ereignisse rund um Venezuela, die historische Kontinuität US-gestützter Militärputsche, die Monroe-Doktrin in neuer Gestalt, die lange Linie der sogenannten Jakarta-Methode sowie die Rolle Lateinamerikas als vermeintlicher „Hinterhof“ der Vereinigten Staaten. Auch Kolumbien gerät ins Fadenkreuz, die USA lassen Kuba am langen Arm verhungern und Grönland soll – zu einem guten Preis – wie eine Immobilie gekauft werden. Wir ordnen die aktuelle Eskalation in der Hegemoniekrise der unipolaren Weltordnung ein, sprechen über wirtschaftliche und geopolitische Interessen, von Öl über Handelsrouten bis hin zur globalen Machtkonkurrenz mit China und fragen, wo die Bundesregierung bei all dem steht.

18:24

In der ersten Folge des Kurzformats Rote Frauenstimmen geht es um Olga Benario Prestes.

Olga Benario war Kommunistin, Internationalistin und Widerstandskämpferin. Sie organisierte sich in der kommunistischen Jugend in Berlin, kämpfte international – und blieb auch unter Haft, Folter und im Konzentrationslager standhaft.

Diese Folge ist keine vollständige Biografie, sondern konzentriert sich auf Olgas politischen Weg, ihre Haltung und ihre Bedeutung für den kommunistischen Widerstand.

Rote Frauenstimmen erzählt die Geschichte kommunistischer Frauen aus der Perspektive der Bewegung –
nicht aus der Sicht bürgerlicher Geschichtsschreibung, die den organisierten Widerstand der Arbeiterbewegung oft ausblendet oder umdeutet.