Kommunisten Kneipe (Medienpräsenz)

1:42:08

Bei der heutigen Folge handelt es sich um die Veröffentlichung einer Veranstaltung von Flora für Alle mit Leadros Fischer vom 17.12.2025. 
Leandros Fischer stellt in seinem Vortrag die Frage, ob es sich bei den sogenannten Antideutschen um deutsche Befindlichkeiten handelt oder um den speziellen Ausdruck einer imperialen Linken. Er zeichnet die historische Entstehung der Antideutschen nach, deren Grundargumentation sich bereits in der Sozialdemokratie der zweiten Internationalen finden lässt und sich in der heutigen Linken fortsetzt. 

Leandros fasst die Antideutschen als innerlinken Ausdruck der Befürwortung eines liberal-imperialistischen Projekts zusammen. Diese entspringt sowohl aus ideologischer Überzeugung als aus Opportunismus und Regierungswillen. 

Um dieser immer noch wirksamen Strömung entgegenzuwirken muss die Palästinasolidarität, so die Schlussfolgerung, konsequent antikapitalistisch und antimilitaristisch ausgerichtet sein.

1:43:16

In dieser Folge senden wir einen besonderen Gastbeitrag aus einer Veranstaltungsreihe, aufgezeichnet in einem vollbesetzten Saal in Marburg, so voll, dass wir am Ende auf dem Boden sitzen mussten. Danke an die DKP Marburg für die Organisation und die Möglichkeit zur Aufzeichnung.
Unser Stammgast Georg Fülberth nimmt euch mit in die Zeit direkt nach 1945:
➡️ Wie kehrten KPD und SPD nach dem deutschen Faschismus zurück?
➡️ Was bedeutete das für linke Politik in Marburg und bundesweit?
➡️ Wie prägt Wolfgang Abendroth diese Auseinandersetzungen – innerhalb der SPD, im SDS und darüber hinaus?
Ein lebendiger Vortrag über politische Konflikte, Parteigeschichte und außerparlamentarische Opposition in der frühen Bundesrepublik Deutschland

1:20:36

In der siebten Folge des Roten Fadens sprechen Jörg und Harro über die militärischen US-Angriffe gegen Venezuela, offen artikulierte Regimewechsel-Fantasien, einen explodierenden US-Rüstungshaushalt und eine US-Regierung, die nicht länger gewillt ist, die Fassade zur eigenen Legitimierung aufrechtzuerhalten. Was wir derzeit erleben, ist kein Betriebsfehler einer ansonsten intakten Weltordnung, sondern die Fortsetzung eines militanten Normalzustands. In dieser Folge sprechen wir über offen zutage tretenden US-Imperialismus: über die militärischen Ereignisse rund um Venezuela, die historische Kontinuität US-gestützter Militärputsche, die Monroe-Doktrin in neuer Gestalt, die lange Linie der sogenannten Jakarta-Methode sowie die Rolle Lateinamerikas als vermeintlicher „Hinterhof“ der Vereinigten Staaten. Auch Kolumbien gerät ins Fadenkreuz, die USA lassen Kuba am langen Arm verhungern und Grönland soll – zu einem guten Preis – wie eine Immobilie gekauft werden. Wir ordnen die aktuelle Eskalation in der Hegemoniekrise der unipolaren Weltordnung ein, sprechen über wirtschaftliche und geopolitische Interessen, von Öl über Handelsrouten bis hin zur globalen Machtkonkurrenz mit China und fragen, wo die Bundesregierung bei all dem steht.

18:24

In der ersten Folge des Kurzformats Rote Frauenstimmen geht es um Olga Benario Prestes.

Olga Benario war Kommunistin, Internationalistin und Widerstandskämpferin. Sie organisierte sich in der kommunistischen Jugend in Berlin, kämpfte international – und blieb auch unter Haft, Folter und im Konzentrationslager standhaft.

Diese Folge ist keine vollständige Biografie, sondern konzentriert sich auf Olgas politischen Weg, ihre Haltung und ihre Bedeutung für den kommunistischen Widerstand.

Rote Frauenstimmen erzählt die Geschichte kommunistischer Frauen aus der Perspektive der Bewegung –
nicht aus der Sicht bürgerlicher Geschichtsschreibung, die den organisierten Widerstand der Arbeiterbewegung oft ausblendet oder umdeutet.

1:12:13

Hat Engels den Marxismus verfälscht? In dieser Folge fragen wir, wie eng Marx und Engels tatsächlich zusammenarbeiteten, welche theoretischen Konzepte sie gemeinsam entwickelten und wie sehr Engels’ eigene Beiträge, von der Lage der arbeitenden Klasse in England bis zu seinen historischen und naturwissenschaftlichen Studien, Marx’ Werk überhaupt erst ermöglichten. Wir untersuchen, ob die oft behauptete Arbeitsteilung zwischen einem „eigentlichen“ Marx und einem popularisierenden oder vereinfachenden Engels der historischen Realität entspricht. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Kritik seit den 1950er Jahren, die Engels unterstellt, die Dialektik auf Natur ausgeweitet, Marx’ Ansatz systematisiert oder in den späteren Kapital-Bänden durch seine Redaktion verfälscht zu haben. Dabei gehen wir der Frage nach, ob diese Vorwürfe haltbar sind oder ob sie vor allem politisch motivierte Mythen darstellen.

1:36:01

In dieser Folge an unserem Kulturstammtisch widmen wir uns einem der bedeutendsten Antikriegsromane des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit unserem Gast Daniel – Jurist, Literaturkritiker und Publizist – vom Literaturkollektiv nous für konfrontative Literatur, sprechen wir über den historischen Kontext des Ersten Weltkriegs, die Entstehungszeit des Romans im Jahr 1929 und die Kriegsentwicklungen in der Gegenwart.

Wir gehen der Frage nach, wo die Linien verlaufen zwischen einem pazifistischen Roman und einem dezidiert antimilitaristischen bzw. antiimperialistischen Werk. Dabei betrachten wir, wie sich die 10 Prinzipien der Kriegspropaganda, die oft tiefer in der Zivilgesellschaft verankern als im Schützengraben selbst – und weshalb dieser Mechanismus bis heute relevant ist. Schließlich knüpfen wir an Rosa Luxemburgs berühmten Auszug in der Junius Broschüre „Sozialismus oder Barbarei“ an.

Eine Folge für alle, die Literatur, Geschichte und politische Analyse im Zusammenspiel erleben möchten.

1:16:22

1944 veröffentlichte Eric E. Williams sein Werk Kapitalismus und Sklaverei. Darin arbeitet er drei grundsätzliche Argumente heraus: Die Abschaffung der Sklaverei war kein Akt moralischer Einsicht, sondern das Ergebnis ökonomischer Interessen. Rassismus gegen Schwarze entstand nicht als Ursache, sondern als ideologische Rechtfertigung der Versklavung. Und der transatlantische Sklavenhandel wie auch die Sklavenarbeit in der Karibik leisteten einen maßgeblichen Beitrag zur industriellen Entwicklung Großbritanniens und wurden zu einer tragenden Säule seines Kapitalismus.

Über dieses Buch, das nun in deutscher Übersetzung im Manifest-Verlag vorliegt, und darüber, warum Sklaverei und Kapitalismus historisch wie gegenwärtig keine Gegensätze bilden, sprechen wir mit Bafta Sarbo und René Arnsburg.

1:30:51

Im zweiten Teil unserer Doppelfolge zum hilflosen Antifaschismus sprechen wir diesmal mit Jürgen Lloyd. Während wir uns in Teil 1 vor allem der ideologiekritischen Seite des Begriffs genähert haben, richten wir nun den Blick auf das praktische Feld: die aktuellen Anti-AfD-Proteste, ihre Strategien und ihre blinden Flecken.
Wir sprechen über den Charakter der AfD als Integrationspartei und fragen, ob es überhaupt substantielle Unterschiede zu den anderen bürgerlichen Parteienblock gibt.

Gemeinsam diskutieren wir, wie sich der hilflose Antifaschismus heute im politischen Alltag ausdrückt, warum Protestformen oft symbolisch bleiben und welche Konsequenzen das für eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit der AfD hat. 
Ist der hilflose Antifaschismus nur nicht hilfreich, oder sogar brandgefährlich?

Welche Vorzeichen benötigt ein Antifaschismus, der wirksam einen theoriegeleiteten Kampf gegen den Faschismus aufnehmen will?
Ein Gespräch über politische Substanz, antifaschistische Praxis und die Frage, mit welcher Schlagrichtung ein Protest die AfD inhaltlich bekämpft.

Ein Gespräch über einen Antifaschismus, der den Imperativ des Schwurs von Buchenwald nicht mehr ernst nimmt. 
Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

1:55:08

In dieser Folge sprechen wir mit der Journalistin und Autorin Susann Witt-Stahl über das, was Wolfgang Fritz Haug einst »hilflosen Antifaschismus« genannt und wovor er gewarnt hatte:
einen entpolitisierten, entkernten, moralischen Antifaschismus, der nur noch phrasenhaft in Erscheinung tritt. 
Susann Witt-Stahl hat sich in der Tageszeitung junge Welt mit ihrem Artikel »Hilfloser Antifaschismus - Das Establishment der VVN-BdA im Rausch der ›Zeitenwende‹« sowie den Büchern »›Antifa heißt Luftangriff!‹ Regression einer revolutionären Bewegung« und »Der Bandera-Komplex. Der ukrainische Faschismus – Geschichte, Funktion, Netzwerke« bereits mehrfach mit diesem Zerfallsprodukt der gesellschaftlichen Linken nach 1989/90 ideologiekritisch auseinandergesetzt.
Gemeinsam beleuchten wir, wie sich hilfloser Antifaschismus heute äußert, welche Funktion er in der »Zeitenwende« hat und erklären, warum er nicht nur nicht hilfreich, sondern brandgefährlich ist.

Ein Gespräch über einen Antifaschismus, der den Imperativ des Schwurs von Buchenwald nicht mehr ernst nimmt. 
Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!


Links aus der Folge:

Wie bekämpft man den Faschismus, von Dr. Reinhard Opitz https://dkp.de/wp-content/uploads/202... 

Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit, von Bertolt Brecht https://www.gleichsatz.de/b-u-t/spdk/... 

Hilfloser Antifaschismus, von Susann Witt-Stahl https://www.jungewelt.de/loginFailed....