Overton Magazin (Medienpräsenz)

42:44

Meinungsumfragen sollen zeigen, wie die politische Stimmung im Land ist. Aber bilden sie tatsächlich nur Meinungen ab – oder wirken sie selbst auf Wähler, Parteien und öffentliche Debatten zurück?

Mit INSA-Gründer Hermann Binkert sprechen wir über die Macht der Demoskopie, die Entstehung politischer Prognosen und einen besonderen Blick auf Sachsen-Anhalt.

👉 Wie zuverlässig können Meinungsumfragen politische Stimmungen überhaupt erfassen?
👉 Beeinflussen veröffentlichte Umfragewerte das Wahlverhalten und damit das Ergebnis selbst?
👉 Wie entstehen Prognosen – und wo liegen die Grenzen der Demoskopie?
👉 Was sagen die aktuellen Entwicklungen über die politische Lage in Sachsen-Anhalt aus?

Hermann Binkert kennt das Geschäft mit Zahlen, Stimmungen und politischen Trends aus nächster Nähe. Im Gespräch geht es darum, wie aus Befragungen Prozentwerte werden, welche Rolle Auswahl und Gewichtung der Befragten spielen und warum Umfragen weit mehr Aufmerksamkeit bekommen als nur am Wahlabend. Außerdem richtet sich der Blick auf Sachsen-Anhalt und die Frage, was sich dort politisch abzeichnet.

58:08

Arnulf Rating gehört zu den prägenden Stimmen des deutschen Kabaretts. Seit Jahrzehnten kritisiert er Politik, Medien und wirtschaftliche Machtstrukturen – pointiert, scharf und unbequem.

🎙️ Im Gespräch mit Roberto De Lapuente spricht Rating über Krieg, Außenpolitik und die Forderung nach einer neutralen Bundesrepublik und damit über einen NATO-Austritt. Gemeinsam mit Uli Gellermann und Jens Fischer Rodrian hat er ein Buch herausgegeben, das für Neutralität Deutschlands wirbt.

👉 Warum fordert er Neutralität für Deutschland?
👉 Wäre Neutralität heute überhaupt noch möglich?
👉 Lässt die NATO Deutschland ziehen?
👉 Und wie würde ein neutrales Deutschland aussehen?

Rating spricht über Frieden, geopolitische Interessen und darüber, warum Kabarett für ihn immer auch politische Aufklärung bedeutet.

41:45

Wie entwickelt sich die politische Lage in Israel? Welche Folgen haben der Wahlkampf um Benjamin Netanjahu und die innenpolitischen Spannungen? Im aktuellen Gespräch analysieren Florian Rötzer und Moshe Zuckermann außerdem die Debatte über Wehrpflicht und Rekrutierungsprobleme in Deutschland, den Aufstieg von Nationalismus und Militarismus in Europa sowie die Frage, warum Friedenspolitik und Diplomatie zunehmend an Bedeutung verlieren.

39:19

Demokratie lebt vom offenen Austausch unterschiedlicher Positionen. Doch was passiert, wenn moralische Bewertungen den politischen Diskurs dominieren und kontroverse Meinungen zunehmend an den Rand gedrängt werden? Roberto De Lapuente spricht mit Michael Andrick über Streitkultur, Meinungsfreiheit und die Voraussetzungen einer lebendigen Demokratie.

👉 Wann wird Moral zum politischen Machtinstrument?
👉 Warum ist demokratischer Streit unverzichtbar?
👉 Welche Folgen hat die Ausgrenzung unbequemer Positionen?
👉 Wie kann eine offene Debattenkultur wieder gestärkt werden?

Im Gespräch erläutert Michael Andrick seine Kritik an einer politischen Kultur, in der moralische Urteile immer häufiger den demokratischen Austausch ersetzen. Es geht um die Bedeutung von Pluralismus, die Freiheit des Denkens und die Frage, wie eine demokratische Gesellschaft wieder lernen kann, Konflikte auszuhalten, statt sie zu tabuisieren.

58:19

Vermeintlich unabhängige Nichtregierungsorganisationen beobachten in Echtzeit, was online gesagt und veröffentlicht wird. Offiziell geht es darum, Desinformation einzudämmen – doch Kritiker sehen darin wachsenden Einfluss auf öffentliche Debatten.

Journalist Roberto De Lapuente spricht mit Wirtschaftsjournalist Norbert Häring über Medienmacht, politische Verflechtungen und die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

46:58

Steigende Preise, sinkende Kaufkraft und wachsende Ungleichheit: Viele Menschen haben das Gefühl, dass soziale Gerechtigkeit in Deutschland immer mehr verloren geht. Und was geschah mit der Linkspartei? Hat das BSW eine Zukunft?

Zeitmarken

1. Kritik an der SPD und der Linkspartei

  • SPD: Ernst sieht den „Sündenfall“ der SPD in den Hartz-Reformen und der Agenda 2010. Diese hätten zu einer massiven Senkung des Lohnniveaus und zur Schwächung des Sozialstaats geführt [02:05]. Er wirft der SPD vor, ihre Kernklientel – die Arbeiter und kleinen Angestellten – zugunsten einer neoliberalen Standortpolitik aufgegeben zu haben [10:09].
  • Die Linke: Die Partei habe sich laut Ernst zu sehr auf Identitätspolitik und Minderheitenthemen („Lifestyle-Linke“) konzentriert [17:11]. Dadurch seien die Kernfragen wie Rentenhöhe und Löhne in den Hintergrund gerückt, was zum Verlust der Arbeiterstimmen geführt habe [19:32].

2. Gründe für den Aufstieg der AfD

  • Ernst analysiert, dass die AfD nicht wegen ihrer Sozialpolitik gewählt werde, sondern weil sie die Unzufriedenheit über die Migrationspolitik und das Versagen der etablierten Linken in der sozialen Frage kanalisiert [12:11]. Die Arbeiter seien mangels Alternativen zur AfD abgewandert [13:03].

3. Positionen zum Ukraine-Krieg und zur Außenpolitik

  • Er kritisiert die „Kriegsrhetorik“ der aktuellen Bundesregierung und der SPD scharf. Er wirft ihnen vor, die Vorgeschichte des Konflikts (NATO-Osterweiterung) zu ignorieren [36:17].
  • Die Finanzierung des Krieges und die Aufrüstung gehen seiner Meinung nach zulasten des deutschen Sozialsystems und der Renten [31:04].

4. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)

  • Ernst erläutert die Ziele des BSW: Eine Rückbesinnung auf klassische Sozialpolitik kombiniert mit einer restriktiveren, geregelten Migrationspolitik [20:52].
  • Er räumt interne Schwierigkeiten beim Aufbau der neuen Partei ein, sieht das BSW aber als notwendige Alternative, um unzufriedene Wähler von der AfD zurückzugewinnen [45:33].

5. Persönliche Historie

  • Ernst berichtet von seinem Ausschluss aus der SPD im Jahr 2004, der erfolgte, weil er die Gründung einer Wahlalternative (WASG) gegen die Hartz-Politik vorbereitete [40:07]. Er blickt dennoch positiv auf die Ära Willy Brandt zurück, die ihn politisch prägte [41:36].

52:37

Die meisten Revolutionen der Geschichte gingen von jungen Menschen aus. Das sagt unser heutiger Gast. Stimmt das eigentlich? Am Rande eines Streitgespräches treffen im aktuellen Gespräch Generationenkonflikte aufeinander.

Roberto De Lapuente sprach mit Simon Marian Hoffmann.

Simon Marian Hoffmann ist Künstler, Philosoph und Filmemacher. Mit seiner multimedialen Arbeit gibt er jungen Menschen eine Stimme, entwickelt innovative Bildungsprojekte und begeistert mit seinen visionären Ideen.

49:35

Maike Gosch ist die neue Redakteurin der NachDenkSeiten. Sie erzählt über ihren Werdegang und was Journalismus für sie bedeutet. Auch Angst treibt sie um: Vor Berufsverbot und Hausdurchsuchungen.

Roberto De Lapuente sprach mit Maike Gosch.

30:12

Die Kampfhandlungen dauern an, die politische Lage bleibt angespannt – und die gesellschaftlichen Spannungen nehmen zu. Wie steht es um Israel in dieser Phase der Eskalation? Welche inneren und äußeren Kräfte prägen die Entwicklung des Landes? Und welche Perspektiven zeichnen sich für die Zukunft ab?

Florian Rötzer spricht mit dem israelischen Historiker und Soziologen Moshe Zuckermann über die aktuelle Lage, die Dynamik des Konflikts und die langfristigen Folgen für Politik, Gesellschaft und internationale Beziehungen. Ein analytisches Gespräch über Sicherheit, Identität und die Frage, wie stabil die Zukunft Israels in Zeiten wachsender Unsicherheit ist.