Autoliebhaber und Autohasser. Blühende Landschaften und verlassene Ödnis. Rasende Fahrt und kilometerlanger Stau. Versprechen und Realität. Michael Kröchert erzählt von einem zerrissenem Land, in dem viel Verkehr herrscht, aber kaum jemand weiß, wohin die Reise gehen soll.
Es ist tiefschwarze Nacht. Michael Kröchert steht neben einigen Aktivisten auf einer Balustrade in den Baumwipfeln. Nicht weit vor ihnen verläuft die A4. Sie haben sie mit Barrikaden blockiert. Auf einmal Blaulicht, Einsatzwagen direkt vor ihnen, Scheinwerfer, die in den dunklen Wald strahlen. Der Kampf um den Hambacher Forst geht in eine neue Runde.
Die Anwohner der neuen Autobahn A94 nach München haben ihren Kampf indes verloren. Die Autobahn ist fertig, ein großer weißer Betonwurm zieht sich durch das ehemalige Landschaftsschutzgebiet. Eingeweiht ist sie noch nicht. Michael Kröchert ist einer der Ersten, der sie benutzt. Zu Fuß. Auf dem Weg zur Unfallstelle von Jörg Fauser, der unweit von hier nach einem Bordellbesuch von einem LKW erfasst wurde.
Auto (Thema)
Wir erleben Umweltzerstörung, den Verlust von Lebensqualität und die Zunahme der Klimaerwärmung. Der stetig wachsende Straßenverkehr ist in diesem Prozess ein Motor, der regelmäßig Tausende Todesopfer fordert. Daran ändern auch Elektroautos nichts. Carl Waßmuth und Winfried Wolf belegen: An einem Umbau der gesamten Verkehrsorganisation führt kein Weg vorbei. Sie zeigen, dass und wie es anders gehen kann. Im Zentrum stehen das Vermeiden und Verkürzen schädlicher Verkehre. Und das Verlagern auf die klimaschonenden Verkehrsarten: Zufußgehen, Radfahren, Umsteigen auf öffentlichen Nahverkehr und die Schiene. Ihr Manifest legt dar, wie unsere Mobilität von Grund auf anders organisiert werden kann.
Wie sieht der Verkehr von heute und die Mobilität von morgen aus? Elektroautos sind auf dem Vormarsch und werden für viele Verkehrsprobleme als zentrale Lösung angepriesen. Allerdings greift dieser Wechsel der Antriebstechnologie zu kurz, denn er bringt neue soziale und ökologische Probleme für die Rohstoffpolitik und die globale Wertschöpfungskette mit sich. Aber auch Mobilitätskonzepte wie Carsharing, Ridepooling oder autonomes Fahren werfen viele Fragen auf und sind verknüpft mit gesellschaftlichen Konflikten.
Eine Mutter, ein Vater, ein Junge und ein Mädchen packen in New York ihre Sachen ins Auto und machen sich auf in die Gegend, die einst die Heimat der Apachen war. Sie fahren durch Wüsten und Berge, machen Halt an einem Diner, wenn sie Hunger haben, und übernachten, wenn es dunkel wird, in einem Motel. Das kleine Mädchen erzählt Witze und bringt alle zum Lachen, der Junge korrigiert jeden, der etwas Falsches sagt. Vater und Mutter sprechen kaum miteinander.
Zur gleichen Zeit machen sich Tausende von Kindern aus Zentralamerika und Mexiko nach Norden auf, zu ihren Eltern, die schon in den USA leben. Jedes hat einen Rucksack dabei mit einem Spielzeug und sauberer Unterwäsche.
Als VerkehrsMachtOrdnung bezeichnet Planka.nu ein der neoliberal-kapitalistischen Gesellschaft angepasstes Verkehrssystem, das sich gleichzeitig zu einem Grundpfeiler dieser Gesellschaft entwickelt hat.