31:59

Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnet den Osten der Ukraine als historisch russisches Gebiet. Die Ukraine sei ein integraler Bestandteil der eigenen Geschichte, erklärt Putin in einer Rede zur Lage in der Ost-Ukraine.

Wenig später unterzeichnete Putin ein Dekret, dass die selbsternannten pro-russischen Separatistengebiete in der Ostukraine als eigenständige Staaten anerkennt.

Russlands Präsident Wladimir Putin spricht der Ukraine ab, eine eigene Staatstradition zu haben. Dem Land sei es nie gelungen, einen stabilen Staat zu schaffen, sagt Putin. Deshalb habe sich die Ukraine auf andere Länder wie die USA verlassen müssen.

Putin ordnete zudem die Entsendung von Truppen in die Ostukraine an. Es würden Friedenstruppen in die abtrünnigen Regionen in der Ost-Ukraine gesendet.

23:49

Zeitmarken

In diesem Video vom 21. Februar 2022 ist eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates der Russischen Föderation zu sehen, in der Präsident Wladimir Putin und Außenminister Sergei Lawrow die damalige Lage in der Ostukraine (Donbas) sowie die Sicherheitsforderungen Russlands an den Westen erläutern.

  • Vorgeschichte aus russischer Sicht: Putin führt die Entstehung der Konflikte auf den "verfassungswidrigen und blutigen Umsturz" in der Ukraine im Jahr 2014 zurück [00:43]. Er betont, dass Russland von Anfang an versucht habe, die Differenzen mit friedlichen Mitteln zu lösen [01:41].
  • Kritik am Minsker Abkommen: Putin wirft der Kiewer Führung vor, die Minsker Vereinbarungen nicht umsetzen zu wollen und dies sogar öffentlich auf höchster Ebene zu erklären [03:08].
  • Sicherheitsgarantien und NATO: Außenminister Lawrow berichtet über die Reaktionen der USA und der NATO auf die russischen Forderungen von Ende Dezember 2021 [09:14]. Er stellt fest, dass der Westen nicht bereit sei, auf die zentrale Forderung einer Nicht-Osterweiterung der NATO einzugehen [09:41].
  • Bedrohungsszenarien: Putin erklärt, dass eine Aufnahme der Ukraine in die NATO die Bedrohung für Russland vervielfachen würde, da bei einem Versuch der Ukraine, die Krim oder den Donbas zurückzuerobern, der gesamte NATO-Block aufgrund von Artikel 5 in den Konflikt hineingezogen werden könnte [06:20].
  • Anerkennung der "Volksrepubliken": Das Ziel der Beratung ist es, über die Bitten der Leiter der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk zu entscheiden, deren Souveränität anzuerkennen [04:15].
  • Diplomatische Bemühungen: Lawrow erwähnt ein geplantes Treffen mit US-Außenminister Blinken in Genf [19:03] und betont, dass Russland zwar zu weiteren Gesprächen bereit sei, aber klare Antworten auf die Kernfragen der europäischen Sicherheitsarchitektur verlange [17:34].

29:23

Warum hassen sie uns so sehr? Souad Mehkennet, preisgekrönte Reporterin der „Washington Post“, will wissen, warum die islamistischen Attentäter töten. Bei ihren Recherchen spricht sie mit den Top-Terroristen des sogenannten Islamischen Staates und Al-Qaida – alleine und unter Lebensgefahr. Sie ist getrieben von der Suche nach den Motiven der Terroristen und der Frage, wie die Radikalisierung junger Menschen verhindert werden kann.

In der Sendung "Im Dialog" spricht Michael Krons mit Souad Mekhennet über die Frage, warum sich junge Menschen radikalisieren und darüber, was sie bei ihren Treffen mit hochrangigen Terrorführern herausgefunden hat.

Mit Blick auf junge Muslime in Europa warnt Mekhennet davor, den Islam unter einen Generalverdacht zu stellen. "Wenn Leute das Gefühl haben, ausgegrenzt zu werden oder angegriffen zu werden, führt es dazu, dass sie sich selbst eventuell ausgrenzen. Und das spielt nur diesen Rekrutierern in die Hände." Rekrutierer würden den jungen Menschen, die sich oft zwischen zwei Kulturen hin- und hergerissen fühlten, eine neue Identität anbieten: "Ihr seid Muslime, das ist die neue ID-Card, das ist eine globale Identität und innerhalb dieser Identität gibt es keinen Rassismus."

30:09

In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Jörg Thadeusz mit dem Journalisten und Buchautor Konstantin Richter über den Aufstieg und Wandel deutscher Unternehmen sowie über die Entwicklung des deutschen Wirtschaftssystems.

Der Journalist Konstantin Richter zeichnet in seinem Buch „300 Männer – Aufstieg und Fall der Deutschland AG“ ein Porträt deutscher Unternehmensgeschichte – von den Gründerjahren im Kaiserreich bis in die Gegenwart. Und damit auch ein Porträt der deutschen Wirtschaftsgeschichte. In „phoenix persönlich“ erzählt der Autor warum ihn gerade diese Epoche so fasziniert: „Diese Unternehmen, also Bayer, Siemens, Deutsche Bank, sind extrem spannend und so eng mit Politik und Kultur verwoben, dass man die deutsche Geschichte eigentlich noch einmal erzählen kann, indem man sie durch diese Unternehmen erzählt.“ Die damaligen Gründerpersönlichkeiten seien regelrecht besessen von der Idee gewesen, etwas Großes zu schaffen: „Es war fast eine Art Aufholkapitalismus, ein nationaler Gedanke: Deutschland sollte in der Wirtschaft denselben Ruf haben wie in der Kultur – mit Leuten wie Brahms oder Beethoven.“ Die sogenannte „Deutschland AG“, jenes dichte Netzwerk aus Industrie, Banken und Politik, habe über Jahrzehnte den wirtschaftlichen Kurs Deutschlands bestimmt. Im Gespräch mit Thadeusz schlägt Richter den Bogen zur Gegenwart. Er sieht Parallelen zwischen der Gründerzeit und heutigen Start-up-Strukturen – allerdings mit entscheidenden Unterschieden: „Die 300 Männer hatten mit dem Geist heutiger Start-ups nichts zu tun. Das war die effiziente Weiterentwicklung von Dingen, die in der Gründerzeit geschaffen wurden.“ Trotz aller Krisen und Umbrüche bleibt Richter optimistisch: „Deutschland ist immer wieder auferstanden. Was ich beschreibe, ist eher der Untergang einer Kultur, nicht der Wirtschaft an sich. Aber man sollte wissen, wofür diese Unternehmen stehen – und was sie für unsere Gesellschaft bedeuten.“

34:38

Wie schnell sind Menschen bereit, im Kampf gegen den Terror ihre Menschlichkeit aufzugeben? Dieser Frage geht Michael Krons bei Im Dialog mit dem Kieler Professor für Psychologie Prof. Rainer Mausfeld nach.

45:15

Schock am höchsten jüdischen Feiertag: Ein Rechtsextremer versucht, mit selbstgebauten Waffen in eine Synagoge einzudringen. Daraufhin tötet er zwei Menschen – nur aus Zufall kommen nicht mehr Menschen ums Leben. Der Täter überträgt seine Tat live im Netz und veröffentlicht ein antisemitisches Manifest.

Kann man bei der Tat in Halle von einem Einzeltäter sprechen? Wirken die Aussagen populistischer Politiker als Katalysator für eine rechte Ideologie, die sich zunehmend im Netz bildet? Wie muss jüdisches Leben in Deutschland künftig geschützt werden?

Alexander Kähler diskutiert mit:

   Gesa Ederberg (Rabbinerin Jüdische Gemeinde Berlin)
   Anne Otto (Dipl.-Psychologin und Autorin von „Woher kommt der Hass?“)
   Oliver Malchow (Bundesvorsitzender Gewerkschaft der Polizei)
   Prof. Hajo Funke (Extremismus-Forscher)
   Boris Kalnoky (Journalist)

28:38

Sie ist das Gesicht der „#FridaysForFuture“-Bewegung in Deutschland und hat mit ihrem Buch „Vom Ende der Klimakrise“ eine Zusammenfassung ihrer Vorstellungen zum Klimaschutz vorgelegt. Im Gespräch mit Moderator Michael Krons erläutert Luisa Neubauer ihre Gedanken zum #Klimaschutz und zu den drängendsten Aufgaben, die sie für Politik und Gesellschaft sieht.

Luisa Neubauer, 1996 in Hamburg geboren, wirbt für einen gesellschaftlichen Aufbruch zum Klimaschutz. Die Vertreterin von „ fridays for future“ sieht die Bewegung immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, diese sei unprofessionell und zu naiv in ihrem Bestreben, die Bürger von einem tiefgreifenden Schutz der #Umwelt zu überzeugen. „Als ob Wahrheit mit Alter zu tun habe“, wehrt sie sich gegen solche Vorwürfe und weist auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse hin, die sie in ihrem Buch zitiert.

Sie wünsche sich, dass die Politik viel früher aktiv geworden wäre, denn die Wissenschaftler hätten schon vor Jahrzehnten auf die Klimakrise hingewiesen. Menschen sollten ihr Leben so leben können, „dass sie darauf vertrauen, dass die Regierung sich um das Klimaproblem angemessen kümmert.“

Die Grundlage der wichtigen Entscheidungen zum Klimaschutz sieht die Klima-Aktivistin darin, die Menschen von der existentiellen Bedrohung durch den Klimawandel zu überzeugen und sie zu einem Umdenken zu motivieren.

Im Gespräch mit Moderator Michael Krons warnt Neubauer, es bleibe nicht mehr viel Zeit, um in Wirtschaft und Industrie umzusteuern. Zudem kritisiert sie die viel zu zaghaften Versuche der Verantwortlichen in der Politik, Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen.

Marktwirtschaftliche Instrumente wie die Bepreisung von Emissionen hält Neubauer für viel zu zaghaft umgesetzt. Ihrer Meinung nach habe die Marktwirtschaft sogar massiv zum Klimawandel beigetragen, weil die Ausbeutung von Ressourcen kaum Geld gekostet habe.

7:19

Prof. Harald Welzer (Soziologe) zur Vorstellung der Shell-Jugendstudie.

Ist die Kritik an dem Freihandelsabkommen berechtigt? Warum löst das geplante Abkommen solche Ängste und Proteste aus?
Alexander Kähler diskutiert in der phoenix Runde mit:

   Petra Pinzler (Die Zeit)
   Stormy-Annika Mildner (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.)
   Jacob Schrot (Initiative junger Transatlantiker)
   Michael Efler ("Mehr Demokratie e. V.")