Eine einzigartige Situation ist es, in der sich Roger Willemsen in das legendenumwobene Afghanistan aufmacht: Nur wenige Monate nachdem hier eine über 25-jährige Kriegsgeschichte zu Ende ging, begleitet er eine exilierte afghanische Freundin auf ihrem Weg in die Heimat, von Kabul bis in das kriegserschütterte Kundus im Norden des Landes.
Willemsen beobachtet ein Land, das erste Schritte in den Frieden wagt, sich sammelt, Lebensfreude gewinnt und diese auch zeigt. Er spricht mit einfachen Frontsoldaten, Kommandanten und Generälen, trifft Drogenschmuggler, Nomaden und Weise, begegnet Verstörten und Traumatisierten, Menschenrechtlerinnen und Häftlingen, ehemaligen Mudschaheddin und Taliban-Funktionären, Fußballerinnen und Musikern.
Roger Willemsen (1955–2016) war ein deutscher Autor, Essayist, Journalist, Fernsehmoderator und Publizist, der als einer der profiliertesten Intellektuellen des deutschsprachigen Medien- und Kulturbetriebs galt. Er wurde 1955 in Bonn geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an Universitäten in Bonn, München, Wien und Florenz und promovierte zur Literaturwissenschaft, bevor er in den 1980er-Jahren als freier Journalist und Übersetzer begann. Ab 1991 moderierte er die tägliche Interview-Sendung 0137 auf dem TV-Sender Premiere, führte rund tausend Gespräche mit internationalen Persönlichkeiten und erhielt dafür renommierte Auszeichnungen; später präsentierte er eigene Formate wie Willemsens Woche im ZDF. Parallel zu seiner Fernsehkarriere veröffentlichte Willemsen zahlreiche Bücher, darunter Reise- und Essay-Texte sowie gesellschaftliche und politische Reflexionen, und war Kolumnist für verschiedene Zeitungen und Magazine. Er engagierte sich auch als Dozent, unter anderem an der Humboldt-Universität zu Berlin, und trat als Moderator und Redner bei Literatur- und Kulturveranstaltungen auf; er starb 2016 im Alter von 60 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.
Wikipedia (DE): Roger Willemsen