2:22:03

Seit Jahrzehnten versuchen Geheimdienste, Militärs und Konzerne, den Menschen lesbar und steuerbar zu machen. Der programmierte Mensch führt von der Nürnberger Ärzteprozessen über Operation Paperclip, Fort Detrick und MKULTRA bis zu geheimen Experimenten mit LSD, Hypnose, Isolation und psychologischer Zersetzung. Was damals in abgeschirmten Laboren begann, verschwand nicht mit dem Kalten Krieg. Die Methoden wechselten, das Ziel blieb: menschliches Verhalten vorherzusagen, Widerstand zu brechen, Entscheidungen unbemerkt zu beeinflussen. Über Guantánamo und die globale Überwachung führt die Spur zu Palantir, Silicon Valley und künstlicher Intelligenz. Heute braucht es keine dunkle Zelle mehr. Wir tragen die Instrumente unserer eigenen Vermessung freiwillig bei uns. Jeder Klick, jede Bewegung und jede Reaktion liefert neue Hinweise auf unsere Ängste, Wünsche und Schwächen. Aus verstreuten Daten entsteht ein digitales Abbild des Menschen und vielleicht eine Maschine, die ihn besser kennt als er sich selbst. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob der Mensch programmiert werden kann, sondern ob er noch bemerkt, wenn es längst geschieht.

1:38:23

04.09.2026

Willkommen in Absurdistan – wo ausgerechnet diejenigen, die ständig von Frieden reden, offenbar alles daransetzen, den nächsten großen Krieg wahrscheinlicher zu machen. Während Berlin Russland inzwischen ganz offiziell „hybride Kriegsakte“ vorwirft, werden gleichzeitig Waffen, Panzer und immer neue Eskalationsstufen diskutiert – als hätte man aus der Geschichte nichts gelernt. Warum bestellt Deutschland Hunderte Panzer, wenn diese im modernen Krieg längst nicht mehr das halten, was man sich von ihnen verspricht? Warum sind Europas Luftverteidigungsreserven nahezu aufgebraucht? Und warum kreisen NATO-Spionageflugzeuge inzwischen praktisch täglich an Russlands Grenzen? Dazu: ein geheimer CIA-Besuch in Moskau, der Machtkampf zwischen Selenskyj und den Europäern, ein Krieg ukrainischer Geheimdienste in Kiew und die Frage, was hinter Europas Umgang mit ukrainischen Männern steckt. Außerdem schauen wir auf Trumps Öldeal mit Venezuela, die erstaunliche Geschichte der CIA und Apple sowie die Frage, woher das Geld für die Kampagne gegen die AfD kommt.

1:18:13

Julia Szarvasy spricht mit Jürgen Elsässer über Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, politische Repression und die Lage oppositioneller Medien in Deutschland. Ausgangspunkt ist Elsässers eigener Weg: vom linken Journalisten zum Herausgeber von COMPACT – und die Frage, warum Systemkritik heute oft automatisch als „rechts“ etikettiert wird.

Im Zentrum steht der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt und der 6. September als möglicher politischer Wendepunkt. Elsässer sieht in der Wahl eine einmalige Chance, die erstarrten politischen Verhältnisse aufzubrechen. Besonders deutlich spricht er über Ulrich Siegmund, die Rolle der AfD Sachsen-Anhalt, Nichtwähler, Briefwahl, Medienkampagnen und die Angst der etablierten Parteien vor einem Machtwechsel.

Dabei geht es nicht nur um Parteipolitik, sondern um die größere Frage: Können Wahlen noch etwas verändern? Elsässer argumentiert, dass gerade diese Wahl genutzt werden müsse, um Bewegung in ein politisches System zu bringen, das aus seiner Sicht unter Mittelmäßigkeit, Anpassung und Verrat erstarrt ist.

Ein Gespräch über Medienmacht, Wahlkampf, Opposition, Mut, List und die Frage, ob Sachsen-Anhalt zum Signal für ganz Deutschland werden kann.

17:00

Ein Samstag, der drohte, ins Wasser zu fallen, entwickelte sich noch zu einem sonnigen Spätsommertag.

Mehrere hundert Menschen kamen zum traditionellen Sommerfest von Compact, wo es neben einem Warenverkauf mit Compact-Titeln aus über 15 Jahren auch allerlei Programm gab.

Höhepunkt des Tages war eine Podiumsdiskussion zwischen Kayvan Soufi-Siavash, Jürgen Elsässer, Aron Pielka und Dominik Reichert. Thema: Spaltet die Friedensfrage das Patriotische Lager?

Neben weiteren Reden und Diskussionen kamen die Zuschauer und Compact-Fans natürlich wegen des geselligen Zusammenseins und des persönlichen Kennenlernens mancher Compact-Moderatoren. Dazu gehören Reporter Paul Klemm und Nachwuchs-Reporterin Lea (Mädel mit Meinung), die zusammen durch den Tag führten.
 

1:35:49

21.08.2026

Nach einer Woche Pause melden sich Thomas Röper und Robert Stein mit einer neuen Folge von Tacheles zurück – und die internationale Lage beruhigt sich nicht. Im Fokus steht zunächst die Ukraine: Röper analysiert den eskalierenden Machtkampf um Selenskyj, neue Korruptionsvorwürfe und die Rolle des ukrainischen Nationalen Antikorruptionsbüros (NABU). Gleichzeitig diskutieren sie die militärische Lage, die mangelnde Luftverteidigung und die zunehmende Bedeutung von Drohnen in der Kriegsführung.

Auch die direkte Konfrontation zwischen Europa und Russland rückt immer stärker in den Vordergrund. Themen sind unter anderem westliche Drohnen, Angriffe tief im russischen Hinterland, russische Ölexporte und der Umgang mit der sogenannten „Schattenflotte“. Röper und Stein fragen sich, wie lange diese Eskalationsspirale noch andauern kann, bevor Russland direkt reagiert.

Unterdessen verschiebt sich das Machtgleichgewicht im Nahen Osten. Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan schmieden ein neues Verteidigungsbündnis. Was bedeutet das für den Einfluss der USA? Und was geschieht, wenn die wachsenden Spannungen zwischen Israel und der NATO-Macht Türkei tatsächlich in einen militärischen Konflikt eskalieren?

Auch Japan rüstet massiv auf. Eine neue Militärpolitik, mögliche nukleare Ambitionen und die Konflikte um Taiwan und Korea könnten eine weitere geopolitische Front eröffnen.

Schließlich richten wir unseren Blick auf Deutschland: Sachsen-Anhalt, die AfD und die bevorstehende Wahl bergen bereits politisches Pulver. Welche konkreten Folgen hätte ein AfD-Sieg – und wo liegen die Grenzen der Macht eines Ministerpräsidenten?

Ukraine, Russland, Israel, Türkei, neue Militärbündnisse, Japan und Sachsen-Anhalt – diese Ausgabe beleuchtet eine Welt, in der immer mehr Anzeichen auf eine Eskalation hindeuten.

1:54:30

Ein rätselhafter Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig, Forderungen nach neuen operativen Befugnissen für den BND und eine immer schärfere Konfrontation mit Russland: Im Home Office Spezial diskutieren Frank und Thomas die aktuellen Entwicklungen und fragen, wie weit die Eskalationsspirale inzwischen reicht. Besonders der Leipziger Vorfall wirft für sie zahlreiche Fragen auf – von der technischen Durchführung bis zu der These, die Drohne könne bewusst so eingesetzt worden sein, dass sie entdeckt wird.

Im Mittelpunkt steht außerdem die Forderung, dem BND weitergehende Möglichkeiten für operative Aktionen im Ausland zu geben. Im Gespräch wird diskutiert, ob Deutschland damit immer näher an eine direkte Konfrontation mit Russland rückt – und welche Rolle Medien, politische Kommunikation und die Debatte über „hybride Kriegsführung“ dabei spielen.

Doch der Blick geht auch in den Nahen Osten: Das neue Bündnis zwischen Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei, im Gespräch zugespitzt als „Mekka-NATO“, die Lage in Gaza sowie die komplizierten Interessen zwischen Iran, Israel, den USA und den arabischen Staaten werden ebenfalls analysiert. Ein Special Talk über Drohnen, Geheimdienste, Kriegsgefahr und eine Weltordnung, die zunehmend unübersichtlich wird.

1:15:03

Warum Gehorsams- und Musterungsverweigerung richtig sind: Ganz Deutschland spricht über die „skandalöse“ Rede des Schriftstellers Navid Kermani beim Rekrutengelöbnis vor dem Berliner Bendlerblock. 
240 junge Soldaten forderte der Intellektuelle auf, unter bestimmten Bedingungen den Befehl zu verweigern. 
Der Gesichtsausdruck des Verteidigungsministers in diesem Moment sprach Bände - aber das nur am Rande.
Mit dem, was der Schriftsteller forderte, kennt sich mein heutiger Gast bestens aus: Als Bundeswehrsoldat verweigerte Major a. D. Florian D. Pfaff 2003 den Gehorsam, als es um den Irakkrieg ging. 
Quer durch alle Instanzen musste er danach sein Recht einklagen - und gewann den Prozess.
In dieser Sendung sprechen wir über die aktuellen Aussichten auf Frieden in der Ukraine, im Nahen Osten - und an unseren Schulen. Dabei gibt der ehemalige Offizier wertvolle Tipps für alle jungen Männer, denen der Erfassungsbogen zur anstehenden Musterung ins Haus flattert und verrät, mit welcher Antwort man ziemlich sicher nicht eingezogen wird.

Timestamps:
0:00 Intro – Kermanis Rede und Vorstellung Florian Pfaff
2:29 Recht auf Befehlsverweigerung – Kermani-Rede und Pfaffs eigener Fall
5:42 Ukrainekrieg: Geheimverhandlungen, Friedenschancen und Waffenlieferungen
15:15 Taurus, Kriegspartei-Schwelle und Drohnenkrieg
24:22 Wie könnte ein Friedensschluss für die Ukraine aussehen?
27:05 Nahost: Iran, Straße von Hormus und Ramstein als Mittäter
35:28 NATO-Kritik, Mittelstreckenwaffen und Atomwaffenfrage
44:17 Bedrohungsanalyse Russland, BRICS und Taiwan
51:33 Grundgesetzänderung, Militärschulden und Sozialabbau
1:03:20 Tipps für Wehrpflichtige: Was auf den Erfassungsbogen schreiben
1:05:16 Zensur an Schulen und Krise der Demokratie

1:15:53

17.07.2026

Für Optimismus keinen Grund – der Titel ist diesmal leider keine Übertreibung. In der neuen Ausgabe von Tacheles mit Röper und Stein arbeiten wir uns mit der gewohnten Mischung aus Sarkasmus, schwarzem Humor und einer guten Portion Kopfschütteln durch die Ereignisse der vergangenen Woche. Wir sprechen über den Tod von Lindsey Graham, der ausgerechnet kurz nach seiner Reise in die Ukraine für reichlich Gesprächsstoff sorgt, über mögliche schwere Schläge gegen die ukrainische Luftabwehr und den Versuch, russische Nuklearstreitkräfte anzugreifen. Außerdem geht es um den wachsenden Widerstand gegen die Zwangsrekrutierungen in der Ukraine und um den bemerkenswerten Plan der EU, riesige Drohnenarsenale anzuschaffen – mit Technik, die möglicherweise schon veraltet ist, bevor sie überhaupt vollständig ausgeliefert wird. Kurz gesagt: Es gibt wieder reichlich Stoff für Tacheles – und wenn einem das Lachen im Hals stecken bleibt, hilft manchmal eben nur noch Galgenhumor.

1:36:27

Kriege entstehen nicht zufällig. Sie folgen Mustern.

Vom Krieg zur Weltordnung versammelt die zentralen Reden und Essays Wolfgang Effenbergers der Jahre 2009 bis 2026 mit weitführenden Schlussfolgerungen. Was zunächst wie einzelne Krisen erschien, zeigt sich hier als Muster: Strategische Planungen, geopolitische Interessen und politische Narrative greifen ineinander und bereiten Konflikte vor – lange bevor sie offen ausbrechen.

Ausgehend von den historischen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts analysiert Effenberger die gegenwärtige Weltlage als Teil einer größeren Entwicklung. Er verbindet historische Tiefenschärfe mit aktueller Zeitdiagnose und fragt, welche Ordnung aus heutigen Konflikten hervorgeht.

Eine brisante Gesamtschau unserer Epoche – und ein Plädoyer dafür, aus der Vergangenheit Erkenntnisse für eine friedlichere Zukunft zu gewinnen.

Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Michael Meyen.

Rezension

"In drei Schlagworten: historische Tiefenschärfe, Quellennähe und machtpolitischer Realismus. Wolfgang Effenberger weiß um die langen Linien der Geschichte, um die Kontinuität der Großmachtinteressen sowie um die Normalität von Kriegen, die hinter Schlagworten wie Freiheit und Demokratie versteckt wird. "


Der eigentliche Vortrag startet bei Min. 23:55.