InfraRot - News unzensiert, ungefiltert, unbequem (Medienpräsenz)

7:17

Der Fall Collien Fernandes hat eine Tragweite, die den meisten offenbar noch nicht bewusst ist. Die Gesetzgebung soll nun drastisch verschärft werden – und die Gesetzesanwendung noch mehr: von „proaktiver Strafverfolgung“ bis „Beweislastumkehr bei Tätern“ ist die Rede. Warum damit keine rechtlichen Lücken für Täter, dafür vielmehr Freiräume für Bürger geschlossen werden sollen – erfahren Sie aus unserem Kommentar. PS: Raten Sie, von wem der Satz stammt: „Die Nennung des eigenen Namens ist ein Recht des Äußernden, keine Pflicht.“ Die Auflösung finden Sie in diesem Beitrag.

46:36

In diesem Video führt der Kanal InfraRot ein Interview mit Keyvan Taheri (Mitglied der Hamburger SPD und migrantischer Politiker mit iranischen Wurzeln). Im Zentrum des Gesprächs stehen die Lage nach rund drei Wochen Krieg im Iran, die Rolle Deutschlands und die Einflussnahme politischer Lobbys.

Zeitmarken

Lage im Iran und Zivilbevölkerung

  • Umfang der Bombardements: Taheri berichtet, dass die Angriffe der USA und Israels mittlerweile weit über Regierungsviertel hinausgehen und systematisch die zivile Infrastruktur, Energieversorgung, Stadien und Kulturdenkmäler treffen [02:01]. In den ersten drei Wochen seien bereits mehr Zivilisten im Iran gestorben als in einem gesamten Jahr des Ukraine-Krieges [02:34].
  • Kommunikationssperren: Aufgrund von Internetsperren ist der Kontakt in den Iran derzeit fast nur noch über das Festnetz möglich [01:23].
  • Ausreisebedingungen: Entgegen anfänglicher Gerüchte über hermetische Grenzschließungen ist die Ausreise über den Landweg (z. B. mit dem Auto in die Türkei) für Personen mit gültigen Visa weiterhin möglich [00:46].

Deutschlands Rolle und Doppelmoral

  • Fehlende Souveränität: Taheri kritisiert, dass Deutschland durch die Nutzung der Air Base Ramstein den USA freie Hand für völkerrechtswidrige Angriffe lässt [05:32].
  • Kriegsbeteiligung über Rüstungsexporte: Ein Großteil der Rüstungsgüter für den Nahen Osten werde über den Hamburger Hafen abgewickelt, wodurch Deutschland indirekt zur Kriegspartei werde [05:17].
  • Doppelstandards bei Sanktionen: Während Deutschland gegen Russland und den Iran drakonische Sanktionen verhängt, werden die kriegführenden Staaten USA und Israel (trotz des völkerrechtswidrigen Angriffs) nicht sanktioniert [04:55], [07:08]. Taheri fordert die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran, da diese primär die Zivilbevölkerung treffen, während das System unberührt bleibe [08:08].

Die iranische Diaspora und die "Schah-Lobby"

  • Spaltung der Exil-Iraner: Taheri unterscheidet scharf zwischen den breiten demokratischen Protesten von 2022 (Frauen, Leben, Freiheit) und der aktuellen Propaganda der Monarchisten um Reza Pahlavi [10:48].
  • Forderung nach Bombardierung: Er kritisiert im Ausland sitzende exiliranische Gruppen und deutsche Politiker (z. B. Hamburger SPD-Abgeordnete), die vom sicheren Sofa aus die Bombardierung ihrer eigenen Heimat fordern [12:41]. Wer Raketen auf das eigene Land fordert, habe jede Legitimation verloren, für die iranischen Menschen zu sprechen [16:03].
  • Stabilisierung des Systems: Historische Erfahrungen (wie der Iran-Irak-Krieg 1980–1988) zeigen, dass ausländische Angriffe die Bevölkerung hinter der Führung zusammenschweißen (Rally around the flag). Der aktuelle Krieg habe das Regime nach innen gestärkt, statt es zu schwächen [20:14], [20:31].

Medien, Axel Springer und die "Staatsräson"

  • Kadavertreue und Cancel Culture: In der deutschen Politik gelte die unbedingte Unterstützung Israels als unantastbare Staatsräson [22:08]. Kritik führe reflexartig zum Antisemitismus-Vorwurf, was Karrieren in Politik und öffentlich-rechtlichen Medien beende [25:34], [27:19]. Es finde eine Verlagerung von faktenbasierter Politik hin zu reiner Gesinnungs- und Moralebene statt [35:41].
  • Einfluss des Springer-Verlags: Der Moderator verweist auf die tiefe Vernetzung von Springer-Chef Mathias Döpfner in transatlantischen und pro-israelischen Netzwerken (wie dem American Jewish Committee). Der Springer-Konzern sorge für ein mediales Ungleichgewicht, indem er ausschließlich die Perspektive einer Seite darstellt [37:02], [38:14].

Bewertung der Begründung des Atomprogramms

  • Keine Beweise für Waffenbau: Sowohl Taheri als auch der Moderator verweisen darauf, dass US-Geheimdienste seit 2003 jährlich bestätigen, dass der Iran kein aktives Atomwaffenprogramm betreibt [39:43], [41:22]. Der getötete Religionsführer Ali Chamenei habe den Bau von Atombomben per Fatwa explizit verboten [40:06].

Wehrhaftigkeit und dezentrale Strukturen

  • Vorbereitung auf den Erstschlag: Nach den Erfahrungen der US-Invasionen im Irak und Afghanistan habe das iranische Militär seit 2005/2006 dezentrale, autarke Kommandostrukturen aufgebaut. Das System laufe trotz der Tötung von Führungspersönlichkeiten nahtlos weiter [15:46], [42:56].
  • Taheri schließt mit der Einschätzung, dass der Iran so lange weiterkämpfen wird, bis eine nachhaltige regionale Lösung gefunden ist, die einen erneuten Überfall in der Zukunft ausschließt [44:27].

16:56

Harald Martenstein hat bei der Aufführung „Prozess gegen Deutschland“ im Hamburger Thalia-Theater eine Rede gehalten, die es in sich hat. Das Paradox dabei: er hat nichts gesagt, was nicht ohnehin schon bekannt ist.

Und trotzdem wird sie entweder als die „Jahrhundert-Rede“ gelobt, die "ein 84-Millionen-Publikum verdient hat", oder als „gefährlicher Unsinn“ verschrien.  Die Urteile sind meistens pauschal. Wir nehmen die Rede von  wir Martenstein  unter die Lupe  – unparteiisch und ohne Vorurteil.

ARD Framing Manual

Youtube: Vollständige Rede

37:56

Die Nahost-Expertin Karin Leukefeld berichtet seit 25 Jahren aus der Region. 
Auf InfraRot analysiert sie die Kräfteverhältnisse, den Verlauf und die gegenseitigen Strategien im Krieg der USA und Israels gegen den Iran. 
Warum Ayatollah Ali Khamenei keinen Schutz im Bunker vor den anfliegenden Raketen gesucht hat, warum das, was Karin Leukefeld die „strategische Geduld des Irans“ nennt, nun am Ende ist und was daraus folgt – das und vieles mehr erfahren Sie aus unserem aktuellen Gespräch.

14:25

Ein Schullehrer aus der russischen Kleinstadt Karabasch im Ural hat mit 
„Ein Nobody gegen Putin“ den Oscar für die beste Dokumentation gewonnen. 
Zuletzt hat ein russischer bzw. sowjetischer Dokumentarfilm vor 83 Jahren diesen Erfolg gefeiert. Passiert also nicht alle Tage.

Womit hat denn dieser 1,5-stündige Streifen die Oscar-Juroren so begeistert – das erfahren Sie aus unserem deutlich kürzeren InfraRot-Kommentar.

Zeitmarken

1. Der Anlass: Ein russischer Schullehrer gewinnt den Oscar

  • Der Film: Pawel Talankin, ein Lehrer aus der russischen Industriestadt Karabasch (Ural), hat zusammen mit dem US-Filmemacher David Bornstein den Oscar für die beste Dokumentation gewonnen („Ein Nobody gegen Putin“) [00:10].
  • Inhalt: Der Film zeigt Aufnahmen aus Talankins Schulalltag der letzten zwei Jahre und soll dokumentieren, wie der russische Staat Kinder auf den Krieg einschwört und ideologisch manipuliert [01:24].

2. Kritik an der Entstehungsgeschichte („Undercover-Agent“)

  • Ausländische Steuerung: Der Moderator kritisiert, dass Talankin zwei Jahre lang verdeckt (undercover) an der Schule agierte, instruiert von Kuratoren aus Europa [03:06]. Er filmte dabei ahnungslose Kollegen, Schüler und sogar seine eigene Mutter in der Schulbibliothek [03:16].
  • Inszenierte Flucht: Talankins Abreise nach Drehschluss wurde dramatisch als Flucht inszeniert, obwohl er im realen Leben völlig ungestört mit einem Rucksack voller Festplatten per Linienflug in die Türkei ausreisen konnte [12:50]. Der Moderator wertet dies als „Drama für das Oscar-Komitee“ [13:00].

3. Doppelte Standards bei Zensur und Filmverboten

Der Beitrag zieht Parallelen zu westlichen Zensurpraktiken:

  • Während Talankins kriegskritischer Film im Westen gefeiert wird, wurde die Dokumentation „The Magnitsky Act – Behind the Scenes“ des russischen Putinkritikers Andrei Nekrassow in Deutschland aus den Mediatheken von ZDF und Arte verbannt, weil sie Widersprüche im westlichen Narrativ aufdeckte [05:10, 05:50].

4. Doppelte Standards bei Militarisierung und Patriotismus

Der Moderator stellt die gezeigte russische Schulrealität westlichen Praktiken gegenüber:

  • Militär in Schulen: Während Soldaten im russischen Klassenzimmer als „Indoktrination“ gelten, besucht die Bundeswehr deutsche Schulen tausendfach zur „Sicherheitspolitischen Sensibilisierung“ [07:54, 08:05]. In den USA gehört die militärische Frühausbildung (JROTC) seit Jahrzehnten zum Alltag [08:15].
  • Flaggen-Zeremonien: Das wöchentliche Hissen der russischen Flagge wird im Film als absurdes Ritual kritisiert [09:05]. Der Moderator verweist darauf, dass US-Schüler seit 134 Jahren jeden Morgen den Treueschwur (Pledge of Allegiance) leisten [09:38].

5. Bewertung der Meinungsfreiheit

  • Talankins Verhalten: Der Schullehrer äußerte seine massive Kritik an Putin und dem Ukraine-Krieg offen im Lehrerkollegium und hängte oppositionelle Flaggen in sein Büro [10:14].
  • Vergleich mit Deutschland: Der Moderator behauptet, dass ein deutscher Lehrer, der Reichsbürger-Symbole aufhängt oder die Nationalhymne stört, nach § 90a StGB mit harten Strafen rechnen müsste [11:07, 11:37].
  • Fazit des Moderators: Talankin habe das Vertrauen seiner Mitmenschen missbraucht. In einem echten Überwachungsstaat wäre er längst aufgeflogen; er habe maximal den Verlust seines Arbeitsplatzes riskiert [13:24, 13:46].

Zusammenfassend wirft der Beitrag der westlichen Medien und dem Oscar-Komitee Heuchelei vor. Er argumentiert, dass Praktiken (Patriotismus, Militärbesuche), die im Westen als normal gelten, bei Russland als totalitäre Indoktrination skandalisiert werden.

1:00:36

Themen

🎙 Einstieg: Medienkritik mit Meinung & Hintergrund ▪️Jens eröffnet offensiv: „meinungslastig“, aber mit fundiertem Kontext ▪️Zielscheibe bleibt der ÖRR als „Zwangsgebühren-Staatsfernsehen“ 💬 Kommentare: Iran-Clips, Eigentum, Steuergeld & Welt-Logik ▪️Hinweis auf kursierendes Videomaterial aus Iran: schwer verifizierbar – aber Regime-Change-These steht für Jens außer Frage ▪️„Orwell war ein Optimist“: Staat nimmt Eigentum, senkt Leistungsstandards, baut Zensur/Überwachung aus ▪️Steuergeld-Problem nicht nur „wie viel“, sondern „wofür“: Infrastruktur/Altenpflege vs. Ideologie & Ausland (EU/Ukraine) 

▪️„Wie kam Dänemark zu Grönland?“ – Jens: moralisch sauber ist Besitzgeschichte fast nie (USA/Hawaii etc.) 🇮🇷 Iran: Berlin direkt & der „tote Winkel“ der Einordnung ▪️Beitrag setzt Prämissen („Ruhe trügt“, „tausende Tote“) und baut daraus ein Narrativ ▪️Omid Nouripour: weniger Protest, Wut bleibt – Jens: viel Stimmung, wenig saubere Belege ▪️Internet/Kommunikation blockiert – Jens zieht Parallele: auch hier wird gestritten, wer „bestimmt, was zu sehen ist“

 ▪️Düzen Tekkal als „Menschenrechtsindustrie“-Figur: Jens empfiehlt (sarkastisch) den Wikipedia-Check als Milieu-Landkarte ▪️Michael Roth als EU-/Berufspolitiker-Beispiel: redet über Iran, aber „nicht für deutsche Interessen“ ▪️Atombombe-Frame: „Iran darf nicht“ – Jens kritisiert die Doppelstandards von Atommächten und die moralische Aufladung ▪️Claim im Beitrag: „Kein Regimewechsel angestrebt“ – Jens kontert: Opposition „stärken“ = Einmischung 

▪️Sanktions-/Handelszahlen: 1,5 Mrd. € Umsatz, Deutschland stärkster EU-Handelspartner – Roth will „gegen Null fahren“ ▪️Tekkal fordert sinngemäß Konsequenz nach US-Ansagen – Jens: „Lasst die Amerikaner mal bomben?“ ist zynisch/absurd 🧠 Jens’ Leitmotiv zum Iran ▪️Eskalation kam „von beiden Seiten“, aber ausgelöst/angetrieben durch Regime-Change-Logik ▪️ÖRR verschweigt den Regime-Change-Begriff – obwohl es „alle wissen“ ▪️These: Thema ist nicht durch, Ruhe kann nur „Runterkochen“ sein 🇬🇱 Grönland: Trump, Zölle & die Geopolitik hinter der Schlagzeile 

▪️Jens: USA wollen Grönland „seit Jahrzehnten“ – jetzt wird Druck erhöht (Handelskrieg-Drohung) ▪️Grönland als Rohstoffpaket: Eisenerz/Magnetit, Kupfer, Nickel, Chrom, Titan, Zink, Blei, Gold, Seltene Erden, Uran, Platin, Diamanten, Öl & Gas 

▪️Strategische Lage Arktis: Routen, Einflusszonen, Interessen von USA/Russland/China 📺 Medienblock: ZDF 19 Uhr, Tagesschau 20 Uhr, MoMa + Politik-Statement

▪️Klingbeil: „nicht erpressen lassen“ – Jens hält dagegen: Abhängigkeiten sind rea

▪️Norwegen als „Verbündeter“ warnt vor Eskalation – Jens kontert mit Nord-Stream-Verweis: „Verbündete“ können auch Schaden anrichten 

▪️Trump-Post: Zölle bis „Kauf Grönlands“ – 10% ab 1. Februar, später 25% (im Beitrag) 

▪️Bundeswehr-Erkundungsteam: offiziell planmäßig zurück – Jens: andere Infos, angeblich schneller Rückzug statt längerer Mission 🏦 Davos: Weltwirtschaftsforum als Kulisse fürs Feilschen 

▪️Ulf Röller: Gefahr Handelskrieg USA–EU; EU will reden, notfalls geschlossen reagieren 

▪️„Große Angst“: Trump könnte Grönland mit Ukraine-Hilfe verknüpfen („Grönland oder weniger Ukraine-Support“) 

▪️Jens: USA verknüpfen Ukraine/Deals ohnehin – EU hängt drin, Verhandlungsposition schwach 🇺🇸 USA-Innenblick: Widerstand ja, aber Trump dominiert 

▪️Kritik auch von Republikanern: Zölle schaden, spalten NATO, freuen Russland/China 

▪️Aber: Mehrheit der Republikaner steht hinter Trump, Kongress bremst kaum 

▪️Umfragen: US-Bevölkerung mehrheitlich gegen (militärische) Übernahme – Jens: militärisch ausgeschlossen, Druck läuft über Erpressung/Deal

9:14

02.09.2022

Die gefeuerte rbb-Intendantin und ARD-Vorsitzende Patricia Schlesinger verglich das eigene Sendeprogramm gern mit „sauberem Wasser“, dass die Öffentlich-rechtlichen den Zuschauern geben. Wie es sich erweist, wird dieses „Wasser“ von unsauberer Hand eingeschüttet. Warum ihr teures Parkett, protziger Dienstwagen und krumme Beraterverträge das kleinere Problem sind, was dabei unter den Tisch fällt und wieso sich dreiste Täuschung und Manipulation im ARD-Programm „versenden“ – im InfraRot Kommentar „Unwahrheitsmedien“.

11:48

Der gerade spektakulär „gegangene“ – im  Passiv – Präsidialamtschef Selenskis, Andrej Jermak, wird zwar zu Recht als der zweitmächtigste Mann in Kiew gehandelt (direkt hinter dem US-Botschafter) und selbst im Mainstream wird geraunt, seine tatsächliche Rolle im politischen Spinnennetz der Ukraine sei viel größer gewesen als das eher nüchtern klingende „Präsidialamtschef“.

Doch der eigentliche Kern des „Jermak-Gate“  wird entweder unter den Teppich gekehrt oder mit beeindruckender Ahnungslosigkeit übersehen: Jermaks höchst unheilvolle Rolle im Vorfeld des Krieges, seine geschickte Sabotage der deutschen Vermittlungsversuche – und natürlich die Frage, für welche Einfluss- und Interessenkreise dieser Mann eigentlich gearbeitet hat.

14:08

Anhand eines NATO-Briefings vom 3. Mai 1999 beleuchtet dieser Beitrag die gezielte Bombardierung der Energieinfrastruktur in Jugoslawien, offen begründet als militärisch notwendig und legitim. Dem gegenüber steht die heutige politische und mediale Bewertung ähnlicher Angriffe im Ukraine-Krieg. Der Vergleich macht Unterschiede in Sprache, Bildern und Deutung deutlich und stellt die Frage, ob gleiche Mittel je nach Akteur unterschiedlich beurteilt werden.