'Ich will eine Welt ohne Kriege'
Mit seinem bisher persönlichsten Buch richtet sich Arno Gruen direkt an Leser aller Generationen, die nicht aufgeben, von einer besseren Welt zu träumen.
Was ist lächerlich an der Vorstellung einer Welt ohne Gewalt? Warum wird der Traum von einem friedlichen Zusammenleben als kindliche Illusion abgetan, für Frieden demonstrierende Jugendliche sogar belächelt? Arno Gruen antwortet: Weil die Kraft der Träume die Anpassung an die angebliche Realität gefährdet. Menschen werden genau dann zu Eroberern und Kriegstreibern, wenn sie Gewalt mit Lebendigkeit verwechseln. Solange diese Illusion funktioniert, wird Größenwahn für Stärke gehalten.
Gerade junge Menschen sind noch in der Lage, Ungerechtigkeit und Benachteiligung zu erkennen, weil sie noch mit den Opfern mitfühlen. Doch angesichts nicht endender Kriege fragen sich viele Menschen, ob es heute überhaupt noch richtig ist, Kinder in die Welt zu setzen.
Arno Gruen engagiert sich in diesem aufrüttelnden Manifest mit Nachdruck für die Kraft der Träume. Denn der feste Glaube an das Gute in der Welt ist folgenreicher und lebendiger als politische Ideologien. Es ist sein Appell an die kommenden Generationen, sich die Kraft für den Frieden zu bewahren, und macht Mut, dafür einzutreten.
Interview
Teil 1: Erziehung zur Empathie [Podcast 27:18] Arno Gruen mit Christoph Burger audio-archiv.podbean.com 16.06.2023
Teil 2: Erziehung wider Psychotherapie [Podcast 27:28] Arno Gruen mit Christoph Burger audio-archiv.podbean.com 23.06.2023
Rezension und Leseprobe
"Kriege hat es immer gegeben", "Der Mensch ist nun mal schlecht", "Wer verliert ist selber schuld" - wer kennt sie nicht, solche und weitere oft mit unerschütterlicher Überzeugungskraft vorgetragenen "Weisheiten". Entsprechend wird dann häufig Gewalt und Unrecht gerechtfertigt. Eine solche Sicht der Wirklichkeit lässt kaum Hoffnung zu auf eine ganz andere, bessere Welt. Und wer sich dennoch für eine solche einsetzt, wird als naiver Träumer abgetan - bestenfalls. "Ich will eine Welt ohne Kriege" lautet das neueste Buch von Arno Gruen. Bereits der Titel drückt aus, dass der 83-jährige Psychoanalytiker an seinem Traum einer Welt ohne Krieg und Gewalt festhalten möchte. Entstanden ist ein aufrüttelndes Manifest, in dem es um die Überwindung von Kriegen geht, aber auch darum, jede Art von Gewalt zu überwinden. Von Michael Schmid Lebenshaus Schwäbische Alb 30.08.2006
Autoreninfos
Erstellt: 17.02.2026 - 07:36 | Geändert: 17.02.2026 - 08:19


