junge Welt (Medienpräsenz)

44:21

Eine Ikone der DDR-Moderne verschwindet: Das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Berlin-Friedrichshain wird abgerissen. Wir sprachen am 19. Dezember 2025 mit drei VertreterInnen der Bürgerinitiative »SEZ für alle!« über den Abriss, ihren Widerstand dagegen und ihre Vorstellungen für eine zukünftige Weiternutzung des Gebäudes. 

15:23

Das Völkerrecht hat nicht versagt – es wird einfach ignoriert. Die Politik hat sich davon abgekoppelt, deshalb muss die Gesellschaft aktiv werden und es verteidigen. Ohne Druck von unten wird es keine Achtung der Menschenrechte geben. Albanese warnt vor der Aushöhlung grundlegender Freiheiten wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit und zieht Parallelen zur historischen Leugnung von Verbrechen. Die Leugnung des Völkermords in Gaza ist Teil des Verbrechens selbst. Trotz aller Widerstände müssen wir weiter für Gleichberechtigung, ein Ende der Besatzung, der Apartheid und der Straflosigkeit kämpfen – und für eine Weltordnung, die auf gleichen Rechten für alle basiert.


International law has not failed—it is being ignored. Politics has decoupled itself from it, which is why society must activate and defend it. Without pressure from below, there will be no respect for human rights. Albanese warns against the erosion of fundamental freedoms such as freedom of expression and assembly, drawing parallels with the historical denial of crimes. Denial of the genocide in Gaza is part of the crime itself. Despite headwinds, we must continue to fight for equality, an end to occupation, apartheid, and impunity—and for a world order based on equal rights for all.

25:52

Die UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit, Irene Khan, erklärte auf einer Pressekonferenz zum Abschluss ihres Deutschlandbesuchs, dass der Raum für freie Meinungsäußerung in Deutschland zunehmend unter Druck gerate. Zwar erkenne sie die realen Herausforderungen durch Antisemitismus, Hassrede und gewalttätigen Extremismus an, kritisierte jedoch, dass die Bundesregierung diesen Entwicklungen immer stärker mit sicherheits- und strafrechtsorientierten Maßnahmen begegne. Dazu zählten unter anderem pauschale Verbote bestimmter Slogans, der Einsatz vage definierter Extremismusbegriffe sowie verstärkte Überwachungsmaßnahmen. Nach Khans Einschätzung führen diese Ansätze zu rechtlicher Unsicherheit darüber, was als zulässige oder unzulässige Meinungsäußerung gilt, begünstigen Stigmatisierung und fördern Selbstzensur. Eine solche Überbetonung der Kriminalisierung politischer Rede könne demokratische Debatten verengen, gesellschaftliche Polarisierung verschärfen und das Vertrauen in demokratische Institutionen schwächen.

24:35

Da Panzertoni leider verhindert war, übernahm kurzerhand unser Praktikant und befragte den Publizisten, Autor und YouTuber Fabian Lehr: Wann steht der Russe vor der Tür? Und warum darf Sozialpolitik nicht gegen Aufrüstung ausgespielt werden? Die Antworten brachten ihn offenbar zum Umdenken – nun ist er Antiimperialist.

Im Interview setzt sich Fabian Lehr kritisch mit den verbreiteten Pro-NATO- und Aufrüstungsnarrativen auseinander. Lehr argumentiert: Wer will, dass Arbeiterinnen und Arme in Deutschland gut leben können, darf nicht für einen fiktiven Eroberungskrieg Putins aufrüsten. Notwendig sei statt dessen eine Auseinandersetzung mit der deutschen Reaktion.

28:50

Der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Goldberg sprach vor mehreren tausenden Konferenzbesuchern über die »Epochenkrise des westlichen Kapitalismus und die politischen Folgen in der BRD«. Goldberg war Mitarbeiter des Instituts für Marxistische Studien und langjähriger wirtschaftlicher Berater der Regierungen von Benin und Sambia. Seinen Vortrag gruppierte Goldberg um zwei Kernfragen: Erstens, was sind die Ursachen und Folgen der zunehmenden Gewalt in den internationalen Beziehungen? Zweitens, wer sind die Anstifter und Profiteure dieser Politik?

Wir befinden uns, so Goldberg in einer epochalen Krise. Durch die Finanzialisierung des Kapitalismus seien neue Widersprüche und Probleme entstanden, wie die große Krise von 2008/09 demonstriert hat. Es handelte sich dabei um eine Krise des westlichen Kapitalismus, während zahlreiche Länder im globalen Süden eigene Wege gehen. Es habe Ansätze zu einem progressiven Ausweg aus dieser Krise gegeben, etwa durch die Politik von Jeremy Corbyn in Großbritannien, die Partei Podemos in Spanien oder durch Graswurzelbewegungen wie »Blockupy«. Diese Bewegungen seien jedoch vorübergehend gescheitert.

Doch zunehmend werde die westliche Hegemonie von aufsteigenden Volkswirtschaften des globalen Südens, darunter vor allem die Volksrepublik China, in Frage gestellt. Die Staaten des westlichen Kapitalismus in Europa und Nordamerika setzen daher wieder auf Aufrüstung und direkte militärische Konfrontation. Dies führe zu einer wachsenden Gewaltförmigkeit in den internationalen Beziehungen. Wer angesichts dessen noch von einer »regelbasierten Gewaltordnung« schwadroniere, so Goldberg, dem sei eigentlich nicht mehr zu helfen. Das Militärische erhalte im westlichen Kapitalismus das Primat. Auch die BRD wolle ihre europäische Vorherrschaft mit militärischer Stärke sichern und rüste dafür drastisch auf.

In seinem profunden Vortrag ging Goldberg des weiteren auch auf den Sozialstaatsabbau ein, durch den die Herrschenden die Aufrüstung finanzieren. 

46:21

470 Aufrufe  Premiere vor 23 Stunden.
Ausschnitt des Livestreams der 31. internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz: Poesie ist das Gegenteil von Social Media: So formuliert es der Musiker und Kabarettist Andreas Rebers auf der Bühne. Er und die beiden Gitarristen André Matov und Samuel Halscheidt würdigen den »Poeten« Franz Josef Degenhardt im Programm »Rumpelkinder – Schmuddelstilzchen«.

00:00 Anmoderation 
03:26 Andreas Rebers Intro 
07:00 Der Mann von nebenan 
10:30 Kriegstauglichkeit trotz Wohlstandsverwahrlosung 
12:15 Die Grüne war nie eine pazifistische Partei 
13:45 In den guten alten Zeiten 
19:00 Gesellschaftsspaltung 
21:25 Feierabend 
26:45 Denkwürdige Zeiten 
27:30 Ein schönes Lied 
32:40 Mensch sein, freies denken und Humor 
34:50 Der, der meine Lieder singt 
40:00 Kriminelle Energie 
41:50 Rumpelstilzchen
 

11:29:23

Kopfüber in den Krieg – Gegen Rüstungswahn und mediale Mobilmachung
Binnen drei Jahren – bis 2029 – soll die BRD »kriegstüchtig« werden, verlangt die deutsche Regierung. Die Ziele sind Russland und die Volksrepublik China. Denn die imperialistische Logik ist an eine Fressgrenze gestoßen: Ohne großen Umverteilungskrieg droht dem Westen ein Hegemonieverlust, denn die Länder der sogenannten Dritten Welt und die BRICS-Staaten nehmen die Vorgaben aus den USA und aus der EU nicht mehr einfach so hin. Dies aber würde den dritten Weltkrieg bedeuten – mit unabsehbaren und katastrophalen Folgen. Die Kriegsertüchtigung der Völker des Westens läuft auf vielen Ebenen – durch soziale Umverteilung in Rüstungsproduktion, durch Hetze und Dämonisierung ausgemachter »Feinde«. Die 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz will schlaglichtartig beleuchten, was das in verschiedenen Ländern bedeutet. Und auch aufzeigen, wie Gegenwehr aussehen kann – durch alternative Medienarbeit, gewerkschaftliche Proteste und zivilgesellschaftlichen Ungehorsam. Die Dinge laufen nicht reibungslos für die Herrschenden. Fallen wir ihnen bei ihren militaristischen Vorbereitungen in den Arm – keinen Menschen und keinen Cent für den dritten Weltkrieg! 

10:53

Am 6. Januar haben sich Tausende Frauen aus verschiedenen Teilen Venezuelas in den Straßen von Caracas, der Hauptstadt, zu einem Protestmarsch versammelt. Sie haben gegen die Entführung von Präsident Nicolás Maduro und First Lady Cilia Flores durch US-Militärs demonstriert.


On January 6, thousands of women from various regions of Venezuela gathered in the streets of Caracas, the capital, for a protest march. They were demonstrating against the abduction of President Nicolás Maduro and First Lady Cilia Flores by US military forces.

45:27

Die Linkspartei steht zwischen Regierung und Bewegung, zwischen Palästina-Solidarität und ›Staatsräson‹, sagt Ramsis Kilani im Gespräch mit der jungen Welt. Er wurde wegen seiner Aussagen zu Palästina aus der Partei ausgeschlossen.

53:11

Helga Baumgarten, Politikwissenschaftlerin und Journalistin, ist gemeinsam mit Norman Paech Autorin des Buches »Völkermord in Gaza: Eine politische und rechtliche Analyse«. In diesem Interview berichtet Helga Baumgarten von zunehmendem Widerstand bei ihren Vorträgen und über die Grenzen des politischen Diskurses in Deutschland.

Mehrere Universitäten und Veranstalter sagten kurzfristig ab, einige davon erhoben den Vorwurf, Baumgartens Positionen seien antisemitisch oder polarisierend. Sie betont jedoch, dass sie sich ausschließlich mit wissenschaftlichen Analysen beschäftigt, anhand derer sie sich gegen ein Regime wende, nicht gegen Einzelpersonen oder Religionen. Sie verweist auf das Urteil des Internationalen Gerichtshofs vom Januar 2024, das es möglich erscheinen lässt, in Gaza habe ein Völkermord durch Israel stattgefunden. Wissenschaftliche Neutralität bei einem Völkermord, so argumentiert sie, sei nicht möglich.

Für Baumgarten liegt die Wurzel der Gewalt im Siedlerkolonialismus, dessen Ausgangspunkt die Staatsgründung Israels war und der durch Vertreibung und Massaker an Palästinensern fortgeführt wurde. Frieden sei ohne Freiheit, Gerechtigkeit und gleiche Rechte nicht möglich. Langfristig könne nur eine Lösung bestehen, die die politischen Rechte aller Menschen in der Region garantiert. Abschließend liest sie die Botschaft eines jungen Mädchens aus Gaza vor, die die Ungerechtigkeit der Situation verdeutlicht und symbolisch für die Stimmen der palästinensischen Bevölkerung steht, die nicht übersehen werden dürften.