1:29:43

In den Ländern des „Globalen Südens“ sind unsichere, ungeregelte Arbeitsverhältnisse immer schon bittere Normalität. Aber auch in den westlichen Industrieländern sinkt der Anteil der Menschen mit einem „Normalarbeitsverhältnis“, also klaren Regeln für Arbeitszeit, Urlaub, Absicherung gegen Krankheit und Alter. Was sind die Ursachen und wie sieht Arbeit in Zukunft aus?

Mitten in einem der reichsten Länder der Welt, in Großbritannien arbeiten Menschen in sogenannten Zero-Hour-Contracts, „Nullstunden-Verträgen“, der letzten Stufe formeller Arbeit: Sie müssen für den Arbeitgeber auf Abruf bereitstehen, ohne zu wissen, wie viel sie arbeiten können. Auf den Philippinen finden sich die digitalen „Sweatshops“ der milliardenschweren Tech- und KI-Unternehmen aus den USA: Klick für Klick verwandelt eine anonyme Armee informeller Online-Arbeiter riesige Rohdaten in KI-Material. Ohne Arbeitsvertrag, ohne Mindestlohn und ohne jegliche Form der Absicherung.
In Europa befördern zunehmend LKW-Fahrer aus dem außereuropäischen Ausland Waren quer durch den Kontinent. Sie sind nicht abgesichert und müssen bisweilen sogar noch um den kargen Lohn kämpfen. Einen Ausweg aus solch ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und gleichzeitig Sinn gefunden hat eine Gruppe Menschen in Marseille – sie haben eine geschlossene McDonald‘s-Filiale besetzt und selbst ein Fast-Food-Restaurant gegründet. Nun träumen sie von einem „sozialen“ Franchise, das faire Arbeit für die Menschen aus ihrem Viertel schafft.

Dokumentarfilm von Matthias Heeder (D 2025, 90 Min)

Video verfügbar bis zum 25/05/2026

27:50

Fitter, glücklicher, produktiver: Selbst Pop-Legenden und Politikerinnen präsentieren mittlerweile ihre Morgenroutinen als Ideal für ein gesundes und glückliches Leben in den sozialen Medien. Es scheint, als würden alle nur noch nach Perfektion streben. Doch macht die ständige Selbstoptimierung unser Leben wirklich besser? Was verlieren wir, auf der Suche nach dem perfekten Ich?

Immer mehr Menschen in den westlichen Industrieländern haben das Gefühl, nicht gut genug zu sein und ständig mehr leisten zu müssen. Zu diesem Schluss kommen die britischen Psychologen Thomas Curran und Andrew Hill. In der bisher größten Studie zum Thema von 2019 zeigen sie: Der Perfektionismus nimmt zu, und vor allem junge Menschen leiden darunter. Haben wir uns in eine Perfektionismus-Falle manövriert?
Dabei ist Perfektionismus kein rein modernes Phänomen. Schon in der Antike beschreibt es das Streben nach einem besseren Leben, erklärt die Philosophin Christine Bratu. Doch im Zuge der Aufklärung und durch moderne Produktionsbedingungen verschiebt sich der Fokus: Vom Streben nach einem gesellschaftlichen Ideal hin zur rastlosen Selbstoptimierung. Wer nicht abgehängt werden will, macht mit. Und das hat Folgen – für unsere Psyche und unsere Gemeinschaften.
Professorin Benigna Gerisch von der International Psychoanalytic University Berlin und der Soziologe Ulrich Bröckling beobachten: Im Bemühen, jeden Aspekt unseres Lebens zu optimieren, entfernen wir uns paradoxerweise von dem, was wir eigentlich erreichen wollen: ein erfülltes, glückliches Leben.

Dokumentationsreihe (D 2025, 28 Min)

12:38

Video verfügbar bis zum 22/10/2032

Das Marokko unter König Mohammed VI. hat große Pläne: Es will sich als Pol der Moderne, Brücke zwischen Europa und Afrika sowie als unumgänglicher wirtschaftlicher und diplomatischer Player auf dem afrikanischen Kontinent aufstellen.

Marokko als Brücke zwischen Europa und Afrika sowie als unumgänglicher wirtschaftlicher und diplomatischer Player - dieses Ziel bedienen Infrastruktur-Großprojekte ebenso wie die Ausrichtung der Männer-Fußball-WM 2030.
Marokko, das 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte, hat eine Priorität auf dem internationalen Parkett: Die Westsahara soll als marokkanisches Staatsgebiet anerkannt werden. Seit mehr als 70 Jahren richtet das Land seine diplomatischen Beziehungen darauf aus. Nachdem Marokko jahrelang nur den Westen umgarnte, will es jetzt seine Allianzen diversifizieren und insbesondere für andere Staaten des afrikanischen Kontinents attraktiv werden.


 

25:58

Die Zukunft sieht eher düster aus. Kriege, Naturkatastrophen, Epi- und Pandemien, Gesellschaften, die auseinanderbrechen. Das ist bereits jetzt Realität. Und wenn wir ins Kino gehen, Serien schauen oder Science-Fiction lesen, wird das nicht besser. Zombie-Apokalypsen schlurfen über den Bildschirm, intelligente Maschinen machen die Menschheit platt und Naturkatastrophen katapultieren uns in die Vorzeit. Die Zukunft ist ein gewalttätiger, finsterer, höllischer Ort. Eigentlich sollte man ja meinen, dass wenn die Realität schon so bedrohlich erscheint, uns dann unsere Fantasie in der Zukunft einen heilen Ort schafft. Dass wir uns positive Utopien ausdenken wie Thomas Morus mit seinem "Utopia" im 16. Jahrhundert. Das war damals ja auch keine kuschelige Zeit: Bauernaufstände, Seuchen, Dürrekatastrophen und der Achtzigjährige Krieg waren in vollem Gange. Also warum gelingt es uns nicht, wenigstens fiktional, positiv in die Zukunft zu blicken? Haben wir aufgegeben? Alle Hoffnung verloren? Oder sind wir einfach nach dem Zusammenbruch utopischer gesellschaftlicher Konzepte wie dem Kommunismus einfach misstrauischer geworden? Und wie müsste so eine moderne positive Zukunftsvision heute aussehen?

Unsere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern:

  • Utopieforscherin Fátima Vieira und ihre Projekte an der Universität Porto
  • Cory Doctorow
  • Petra Schaper Rinkel,  Innovationsforscherin
  • Theresa Hanning, Science Fiction Autorin

Das Video stützt sich auch auf den Essay Super Position des Anthropologen und Publizisten David Graeber.

Video verfügbar bis zum 10/03/2027 

52:57

Die Lage ist viel ernster als gedacht. Im Gespräch mit weltweiten Spezialisten muss der französische Schriftsteller, Regisseur und Aktivist Cyril Dion feststellen, dass der Klimawandel vor allem ein strukturelles Problem ist, das mit Wirtschaft und Politik zusammenhängt. 

Cyril trifft auf Widerstandskämpfer:innen, Demonstrant:innen und NGOs, die mit harten Bandagen kämpfen.

Bevor man eine ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche ʺRenaissanceʺ des Planeten in Angriff nehmen kann, gilt es der Realität ins Auge sehen und zu verstehen, wie sich die Erde verändert. 

Cyril Dion trifft sich mit David Wallace-Wells vom ʺNew York Magazineʺ, der in seinen Büchern den Ernst der Lage verdeutlicht – viel schlimmer als alles, was wir uns bisher vorgestellt haben. Ob Erderwärmung, wirtschaftliche Ungleichheit, Migrationsbewegungen oder Artensterben:

All diese Phänomene sind mittlerweile nicht mehr aufzuhalten. Warum musste es eigentlich dazu kommen?

In Deutschland trifft Dion im Hambacher Forst auf Aktivisten und Aktivistinnen, denen es gelungen ist, einen Teil des Waldes zu retten, der bereits zu 80 Prozent dem Kohleabbau zum Opfer gefallen war. Auf Mayotte spricht er mit Aktivisten der NGO ʺSea Shepherdʺ, die sich gegen das Abschlachten einer bedrohten Schildkrötenart einsetzen und dabei mit harten Bandagen kämpfen. Andere versuchen, die Probleme bei der Wurzel zu packen.

So wird die Flora in Frankreich und Brasilien zum Wohl der Öffentlichkeit in lokalen Projekten wiederhergestellt oder mit Hilfe althergebrachter Methoden der Wald wieder aufgeforstet. Um ein wenig Abstand zu gewinnen, reist Dion in den Amazonas-Regenwald und nach Uruguay, um Regionen und Länder vorzustellen, die ihren Energiemix überdacht haben und beweisen, dass umfassende politische Entscheidungen die Dinge verändern können.

Am Ende dieses ersten Teils der Dokumentation wird deutlich, dass die Menschheit sich auf das Schlimmste vorbereiten muss, auch wenn einige Initiativen Hoffnung wecken. Bis sie Früchte tragen, müssen die Menschen sich den Tatsachen stellen und sich mit dem Unausweichlichen auseinandersetzen ...
 

24:51

Bildung gilt heute als selbstverständliches Fundament einer demokratischen Gesellschaft. Dabei liegen ihre historischen Wurzeln meist in autoritären Strukturen. Unser Film zeigt, wie Herrschende - von Spartanern und Preußen bis hin zu kolonialen Mächten - Schulbildung systematisch nutzten, um ihren Untertanen Gehorsam und Disziplin einzubläuen.

1:30:04

Was vor kurzem noch nach Science-Fiction klang, ist heute Realität. Killer-Roboter und Kamikaze-Drohnen drängen Militär und Polizei. Künstliche Intelligenz steuert Drohnen im Ukraine-Krieg, lässt Roboterhunde durch die Straßen New Yorks patrouillieren und hackt sich über das Internet in unsere Köpfe. Doch wo führt das hin, wenn KI zur wichtigsten Waffe der Welt wird? Droht der Kontrollverlust? Regisseur Daniel Andrew Wunderer hat Experten befragt und lässt eine Robotikerin, einen Hacker und einen Soldaten anhand ihrer persönlichen Geschichten erzählen, wie Mensch und Maschine bereits heute die Kriege der Zukunft ausfechten.

1:24:09

Wie verändert sich unsere Welt, wenn KI Entscheidungen über Leben und Tod trifft, Maschinen uns beraten und Kinder mit Bildschirmen groß werden? Der Dokumentarfilm zeigt die Umbrüche der digitalen Revolution – mit all ihren gesellschaftlichen, psychologischen und politischen Konsequenzen.

Die Forschung belegt deutlich die psychologischen Folgen von Social Media, insbesondere bei Jugendlichen: Sucht, Angstzustände, depressive Symptome – ausgelöst durch Plattformen, die mit Dopaminkicks operieren. Doch dies ist nur ein Aspekt der strukturellen Macht der großen Technologiekonzerne, die sich der demokratischen Kontrolle entziehen und mit Algorithmen bestimmen, was wir wissen, glauben – und kaufen.

Dazu kommt in den letzten Jahren der Einfluss von KI auf politische Prozesse, von Wahlen bis hin zur gezielten Desinformation durch Deepfakes. „Der digitale Tsunami“ zeigt die realen Gefahren durch Gesichtserkennung, autonome Waffensysteme und staatliche Überwachung auf. Mit Stimmen von Forschenden wie Sherry Turkle und Yoshua Bengio warnt der Dokumentarfilm vor Kontrollverlust, Desinformation – und stellt die zentrale Frage: Beherrschen wir die Technologie oder sie uns?

„Das Medium ist die Botschaft“ ist das berühmteste Zitat des kanadischen Philosophen und Medientheoretikers Marshall McLuhan, der bereits in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts voraussah, wie tiefgreifend elektronische Medien unsere Wahrnehmung und die Gesellschaft verändern können. Nicht der Inhalt eines Mediums ist entscheidend, sondern das Medium selbst prägt, wie wir denken, fühlen und handeln.

McLuhans Erkenntnisse und Voraussagen sind auch in der heutigen Medienwelt noch relevant – und mit der Künstlichen Intelligenz hat sich die Menschheit ein Werkzeug geschaffen, das sich möglicherweise gegen sie wenden könnte.
 

1:31:13

Für die einen ist er ein Idol, für die anderen Staatsfeind Nr.1: Julian Assange stellte mit seinen Enthüllungen die Macht der USA infrage. Eine Dokumentation über den außergewöhnlichen Werdegang des WikiLeaks-Gründers.

Mit der Veröffentlichung Tausender geheimer Dokumente des US-Militärs und der US-Diplomatie im Jahr 2010 hat Julian Assange mit WikiLeaks die Welt in ein neues Informationszeitalter geführt. Plötzlich standen Wahrheit und Staatsgeheimnisse in westlichen Demokratien auf dem Prüfstand.
Für viele Journalisten und Journalistinnen, Aktivisten und Aktivistinnen wurde Assange damit zum Pionier, der neue Technologien nutzte, um Zensur und Repressalien zu entgehen. Für andere ist er jedoch bis heute Symbol einer Ultratransparenz, die vor allem Staaten und Konzerne fürchten.
Sieben Jahre lang suchte Assange Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London, fünf Jahre verbrachte er in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis, während ihn die USA wegen Spionage anklagten – mit einer drohenden Strafe von 175 Jahren. Nach einem Deal mit der US-Justiz kam er im Sommer 2024 schließlich frei.

Der Journalist und Filmemacher Etienne Huver erzählt die weltweite Saga eines Quasi-Rockstars, der zum Außenseiter wurde – und fragt: Was bleibt in einer Welt des radikalen Wandels vom Kampf für die Wahrheit übrig?
 

1:32:39

Die Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft führte 1970 zur Wahl des Sozialisten Salvador Allende zum Präsidenten Chiles. Was als Traum von einer besseren Zukunft begann, endete drei Jahre später in einem Militärputsch und dem Terror-Regime von General Pinochet. Der Dokumentarfilm von Patricio Guzman über den Beginn der Regierung Allende ist ein berührendes Zeitzeugnis.