Wenn die Linke fehlt... Gesellschaft des Spektakels, Krise, Krieg von Domenico Losurdo

Die Versprechen des Jahres 1989 auf eine Welt im Zeichen von Wohlstand und Frieden sind nicht in Erfüllung gegangen. Die Finanzkrise vergrößert auch in entwickelten Ländern das Massenelend und verschärft die soziale Ungleichheit derart, dass es dem großen Geld ermöglicht wird, die politischen Institutionen zu kapern. Auf internationaler Ebene folgt ein "kleiner Krieg" auf den anderen, der allerdings im jeweils betroffenen Land zehntausende Tote mit sich bringt. Darüber hinaus zeichnet sich am Horizont die Gefahr größerer Konflikte ab, die sogar die Schwelle zum Atomkrieg überschreiten könnten.

ISBN 978-3-89438-651-1     19,90 €  Portofrei     Bestellen

Mehr denn je wird deutlich, dass eine Oppositionskraft notwendig ist: Unglücklicherweise glänzt die Linke im Westen durch Abwesenheit. Wie lässt sich das erklären? Wie die Welt verstehen, die sich da seit 1989 abzeichnet? Mit welchen Mechanismen gelingt es der "Spektakelgesellschaft", Kriege und Kriegspolitik zu legitimieren? Wie lässt sich eine Alternative konstruieren? Auf diese Fragen antwortet der Autor mit einer originellen, unvoreingenommenen Analyse, die zur Diskussion auffordert.

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Überall Krieg — doch wo ist die Linke? Exklusivabdruck aus „Wenn die Linke fehlt“ von Domenico Losurdo. Jede geschichtliche Wende erfordert bei den politischen Kräften auf dem Spielfeld ein tiefgehendes Überdenken: Es müssen eine Analyse der neu eingetretenen Situation vorgenommen und eine zu verfolgende Strategie festgelegt werden. Es handelt sich dabei um eine allgemeine Regel, die jedoch ganz besonders für die Bewegungen und Organisationen gilt, die sich nicht mit der bestehenden Ordnung identifizieren und sich mit einem Veränderungsprozess und einem Emanzipationsprojekt befassen; das heisst, dass das besonders für die „Linke“ gilt. → Rubikon 18.04.2018

Die "abwesende" Linke Das Urteil des Autors ist hart: Die westliche Linke folgt in ihrer großen Mehrzahl einer Ideologie, „die von Anfang an die Geschichte der USA begleitet hat, die sich schon in den Jahrzehnten als ῾Reich der Freiheit῾ brüsteten, in denen quasi alle ihre Präsidenten Sklavenhalter waren und das Land auf dem amerikanischen Kontinent den Befürwortern des Instituts der Sklaverei als Maßstab galt. Zu einem großen Teil ist auch die Linke Opfer oder Träger dieser Ideologie, die den Tauglichkeitstest von Jahrhunderten Geschichte und Krieg siegreich überstanden hat. Diese Linke hält sich für kritisch und vorurteilsfrei, ist aber in Wirklichkeit chauvinistisch und macht sich den Chauvinismus der Ersten Welt zu eigen.“ (346) Der Autor spricht von der „kulturellen und politischen Verwüstung, die die Linke befallen“ hat (63) und fragt angesichts dieser Situation: „Gibt es im Westen noch eine Linke?“ (60) Von Andreas Wehr → Marxistische Blätter 19.03.2018

Gewandelte Verhältnisse Vorabdruck Schlusswort. Während sich die »dritte Welt« neu aufstellt, ist die Linke als Stimme gegen Neokolonialismus und Krieg in der sogenannten ersten Welt kaum noch zu vernehmen Von Domenico Losurdo → Junge Welt 29.09.2017

 

Erstellt: 01.10.2017 - 01:15  |  Geändert: 13.05.2018 - 17:41

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