Gewaltlosigkeit. Eine Gegengeschichte. Von Domenico Losurdo

Gewaltlosigkeit. Eine Gegengeschichte. Von Domenico Losurdo"Ein intellektuelles Ereignis sondergleichen" nannte Die Zeit Losurdos voriges Werk: "Domenico Losurdo überzeugt mit einer kohärenten, glanzvollen Nietzsche-Interpretation, an der sich alle heutige und künftige Forschung wird messen lassen müssen."

ISBN 978-3-86754-105-3     33,00 € Portofrei      Bestellen

Sein neues Buch leistet Aufklärungsarbeit über Geschichte, Dilemmas und Tragödien des Ideals der Gewaltlosigkeit und wendet sich scharf gegen seine imperial-gewalttätige Instrumentalisierung. Beeindruckend in seiner Materialfülle, lehrreich in seinen Verknüpfungen, bietet das Buch einen großen historischen Überblick. Losurdo setzt sich mit Thoreau, Tolstoi und Gandhi auseinander, mit Martin Luther King, dem Dalai Lama und den Farbrevolutionen , er streift Niebuhr, Bonhoeffer, Simone Weil und Hannah Arendt, er prüft, vergleicht, schlussfolgert, provoziert und bezieht Stellung.

Losurdo beginnt mit der American Peace Society, die beim Sepoy-Aufstand die britische Kolonialmacht gegen die "Kriminellen" unterstützte, befasst sich aus führlich mit Gandhi und seiner politischen Entwicklung, beleuchtet Martin Luther Kings realistischen Pazifismus , die Kontroversen mit Malcolm X, die kritische Anerkennung von Black Power. Er arbeitet heraus, wie sowohl Gandhi als auch MLK nach ihrer Ermordung antisozialistisch ideologisiert wurden. Er würdigt Tolstoi und den Antimilitarismus, zeigt am Konflikt China-Tibet die Instrumentalisierung der Gewaltfreiheit durch westliche Mächte, nimmt die Tiananmen-Akte unter die Lupe und verdeutlicht am Beispiel Georgien (2003), wie Gewaltlosigkeit als Mittel für Destabilisierung und Staatsstreiche eingesetzt wird. Immer wieder zieht er Vergleiche zwischen gewaltloser Bewegung, antikolonialer und antimilitaristischer Bewegung und verweist auf die durchdringende Wirkung neuer Medien. Gegen demokratischen Interventionismus plädiert er für eine Demokratisierung internationaler Beziehungen auf Grundlage der Gleichheit aller Staaten.Domenico Losurdos neues Buch, beeindruckend in seiner Materialfülle, lehrreich in seinen Verknüpfungen, leistet Aufklärungsarbeit über die Geschichte, die Widersprüche und Dilemmata eines Ideals. Versiert, provokant und mit immensen historischen Kenntnissen nimmt Losurdo die Mythen und Galionsfiguren der Gewaltfreiheit unter die Lupe, demontiert einige von ihnen und untersucht die historische Stringenz.

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Buchbesprechung

Mythenkonstrukt. Domenico Losurdo untersucht in seinem neuen Buch Widersprüche und politische Funktion von Gewaltlosigkeitskonzepten. Von Arnold Schölzel → junge Welt vom 02.03.2015

 

Erstellt: 02.02.2015 - 16:10  |  Geändert: 26.01.2017 - 01:20

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