9:15

Zentrale Punkte:

1. Historische Lehren aus Afghanistan, Irak und Libyen

  • Fehlgeschlagenes „Nation Building“: Im Irak (2003) und in Afghanistan (2001) führten westliche Interventionen trotz des schnellen Sturzes der Regime nicht zu stabilen Demokratien. In Afghanistan endete der Versuch eines Staatsaufbaus nach 20 Jahren in einem vollständigen Fehlschlag und der Rückkehr der Taliban.
  • Vakuum und Chaos: Im Irak wurden keine Massenvernichtungswaffen gefunden, das Land versank jedoch nach dem „Enthauptungsschlag“ gegen Saddam Hussein in Chaos und Gewalt.
  • Bürgerkrieg statt Stabilität: Die NATO-Operation in Libyen (2011) führte zum Sturz Gaddafis, hinterließ jedoch ein Land, das in Einflussgebiete verschiedener Warlords zerfiel und jahrelange Bürgerkriege erlebte.

2. Die Situation im Iran

  • Kein Plan für die Zeit danach: Fachleute äußern massive Zweifel daran, ob es einen tragfähigen Plan für einen Regimewechsel im Iran gibt. Es wird davor gewarnt, dass ein erzwungener Umsturz lediglich zu noch mehr Terror und Chaos führen könnte.
  • Begrenztheit von Luftschlägen: Experten betonen, dass ein Regimewechsel allein durch Luftangriffe (wie sie gegen strategische Ziele und Führungspersonen wie Chamenei geführt wurden) kaum umsetzbar ist.
  • Fehlende organisierte Opposition: Im Gegensatz zu früheren Szenarien existiert im Iran derzeit keine ausreichend organisierte politische oder bewaffnete Opposition, die die Macht unmittelbar übernehmen könnte.

3. Völkerrechtliche und humanitäre Bedenken

  • Völkerrechtsbruch: Der Beitrag thematisiert erhebliche völkerrechtliche Fragen bezüglich der US-Angriffe auf den Iran und kritisiert die Zurückhaltung der Bundesregierung bei der Einordnung dieser Brüche.
  • Zivile Opfer und Leid: Es wird auf die Berichte über zivile Opfer hingewiesen, darunter die mutmaßliche Bombardierung einer Mädchenschule, was die humanitären Kosten solcher Operationen verdeutlicht.

4. Strategische Risiken

  • Unberechenbarkeit: Ein in die Enge getriebenes und schwer angeschlagenes Land im Überlebenskampf gilt als unberechenbar und gefährlicher für die regionale Stabilität als ein geschwächter, aber stabiler Staat.
  • Gefahr des Flächenbrandes: Die Reaktionen des Irans mit Gegenschlägen auf US-Verbündete in der Region (Israel, Kuwait, Emirate) zeigen die akute Gefahr eines regionalen Flächenbrandes.

Zusammenfassend warnt der Beitrag davor, dass ein erzwungener Regimewechsel im Iran die Fehler der Vergangenheit (Irak, Afghanistan, Libyen) zu wiederholen droht, indem er ein Machtvakuum schafft, das statt Demokratie vor allem Instabilität und Bürgerkrieg hervorbringt

12:11

Am 11. Mai 2022 wurde die bekannte "Al Jazeera"-Journalistin Shireen Abu Akleh bei einer Razzia des israelischen Militärs im Westjordanland getötet. Und das obwohl sie als Journalistin erkennbar war, wie auch unsere MONITOR-Recherchen zeigen. Ihr Tod wurde bis heute nicht offiziell aufgeklärt, niemand zur Verantwortung gezogen. Forensische Untersuchungen legen nahe, dass Abu Akleh durch Schüsse des israelischen Militärs getötet wurde. 
Zur Verantwortung gezogen wurde für ihren Tod bisher niemand, Israel sieht keine Anzeichen für eine Straftat. Kritiker hingegen sprechen von einer gezielten Tötung. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die erneute Eskalation des Nahostkonflikts. MONITOR-Reporterinnen begaben sich auf eine Spurensuche in Israel und im Westjordanland.

14:15

Deutsche Behörden und Unternehmen sind fast vollständig abhängig von US-Tech-Giganten wie Microsoft, Google oder Amazon. Für US-Präsident Donald Trump ist das eine mächtige Waffe in möglichen Handelskriegen. Im schlimmsten Fall droht Deutschland und Europa ein „digitaler Blackout“. Fachleute warnen davor, dass Deutschland gegen solche Angriffe nicht gewappnet ist.

In diesem Video geht es hierum: 
✔️ Wie abhängig ist Deutschland von US-Technologie? 
✔️ Kann US-Präsident Trump das als Druckmittel benutzen? 
✔️ Was würde in Deutschland überhaupt noch laufen ohne US-Technologie? 

6:13

Frieden in Gaza. Davon träumen gerade viele, nicht nur in Israel und den palästinensischen Gebieten. Doch der Weg dahin ist noch weit. Und der Krieg noch lange nicht aufgearbeitet: Beschuss von Krankenhäusern, Angriffe auf Sanitäter, Bombardierungen von Zivilisten – die Liste der möglichen Kriegsverbrechen der israelischen Armee in Gaza ist lang. Werden diese nun überhaupt aufgeklärt? MONITOR-Recherchen zeigen, dass die israelischen Behörden bisher kaum ermittelt oder Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen haben. Geht es nach dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, soll das mit Trumps Friedensplan sogar festgeschrieben werden. Das Ziel: eine internationale Strafverfolgung wegen Kriegsverbrechen der israelischen Armee soll gestoppt werden.

👉 In diesem Video geht es hierum: 
✔️ Werden mutmaßliche Kriegsverbrechen durch israelische Behörden aufgeklärt? 
✔️ Welche Konsequenzen gab es bisher? 
✔️ Was sagt die Bundesregierung dazu?
 

8:22

Massentierhaltung in Deutschland - auch dank Soja aus Brasilien. Soja, für dessen Anbau Millionen Hektar Urwald abgeholzt wurden. Der Klimaschutz bleibt auf der Strecke  – und der Raubbau geht weiter. Allein Deutschland importiert Millionen Tonnen brasilianisches Soja pro Jahr. Futter für Schweine, Hühner und Rinder, die als Schnitzel auf unseren Tellern landen – während die internationalen Agrarkonzerne Milliarden verdienen. Nicht nur im Amazonas wird abgeholzt, sondern auch im Cerrado, dem zweitgrößten Ökosystem Brasiliens. Seit Jahren versprechen Agrarfirmen und Lebensmittelhandel, die Abholzung zu beenden. Neue Recherchen zeigen, was davon zu halten ist.

1:07:17

Die Berichterstattung über den Gaza-Krieg hat die Debatte über Journalismus in Deutschland neu entfacht: Berichten Leitmedien zu zurückhaltend über die Kriegsverbrechen der israelischen Armee? Werden journalistische Kriterien der Idee der "Staatsräson" untergeordnet? Werden Aussagen von Kriegsparteien zu wenig hinterfragt?  Dabei geht es um größere Fragen: Ist der Qualitätsjournalismus in Deutschland am Ende, weil längst andere globale Player die öffentlichen Plattformen dominieren? Lassen sich auch Qualitätsmedien zu stark vom Dreiklang "lauter, schriller, emotionaler" leiten? Und ist auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu sehr von Reichweitenzielen getrieben, die journalistische Standards zu ramponieren drohen?

Darüber diskutiert MONITOR-Leiter Georg Restle bei studioM mit  Nadia Zaboura, Kommunikationswissenschaftlerin und Medienkritikerin und dem Politikjournalisten Tilo Jung.

Warum wurde die Fotografin Fatma Hassona Mitte April in Gaza bei einem israelischen Raketenangriff getötet? MONITOR versucht, den Tod der jungen Frau zu rekonstruieren, die den Alltag und das Leid der Zivilbevölkerung mit ihrer Kamera dokumentierte. Ihr Schicksal ist eines von vielen in Gaza, wo die israelische Regierung ihren Kurs weiter verschärft. Inzwischen wird offen die dauerhafte Besetzung des Gaza-Streifens angekündigt. Auch israelische Völkerrechtler sprechen von Kriegsverbrechen und einem drohenden Genozid. 

Die israelische Armee hat eine deutsch-libanesische Begegnungsstätte im Libanon zerstört. Sechs Meschen wurden dabei getötet. Die Frage nach dem Warum ist bis heute nicht geklärt. Der Vorwurf, der im Raum steht: Ein Kriegsverbrechen. Die israelische Armee hatte Aufklärung versprochen – doch noch immer ist unklar, wieso das Gebäude angegriffen wurde. Hat Israel den Tod von Zivilisten billigend in Kauf genommen? Und warum schweigen die israelische Regierung und auch die Bundesregierung dazu? Wir waren vor Ort im Libanon und haben Familien der Opfer des Angriffs getroffen.

Autor: Andreas Maus

Das Video gibt den Stand von Februar 2025 wieder. 

MONITOR ist eine Produktion des WDR für die ARD. 

7:18

Die Türkei ist unter Präsident Erdogan zur Drohnenmacht aufgestiegen, die in den aktuellen Konflikten des Nahen Ostens eine wichtige Rolle spielt: Sei es in Syrien, Libyen oder im eigenen Land. Immer wieder werden dabei Menschen in völkerrechtswidrigen Einsätzen mit Hilfe von Drohnen getötet. Mit Gefechtsköpfen, in denen auch viel deutsche Technologie stecken dürfte.

Bericht: Jochen Taßler, Nikolaus Steiner, Otfried Nassauer

Das Video gibt den Recherchestand von August 2020 wieder.