1:35:11

Der Iran-Krieg läuft für die USA anders als geplant – falls sie überhaupt einen klaren Plan hatten. In dieser Ausgabe von komm:on analysieren Behzad Karim Khani und Pedram Shahyar den bisherigen Kriegsverlauf. Wie verläuft er militärisch und strategisch? Wessen Krieg ist es, und wer verfolgt welche Interessen? Wie ist die Lage seitdem im Iran? Welche Szenarien sind zu erwarten?

Zeitmarken

1. Fehleinschätzungen und militärischer Verlauf

Die Diskussion beginnt mit der Feststellung, dass viele Experten den Kriegsausgang falsch eingeschätzt hätten. Entgegen der Erwartung eines schnellen Zusammenbruchs des iranischen Regimes zeigt dieses eine unerwartete militärische Stärke.

  • Asymmetrische Kriegsführung: Obwohl die USA und Israel die Lufthoheit besitzen, gewinnt der Iran strategisch durch asymmetrische Methoden.
  • Prestigeverluste des Westens: Es werden Berichte über beschädigte US-Flugzeugträger und den Abschuss von F-35-Tarnkappenjets sowie das Versagen von Abwehrsystemen wie dem Iron Dome diskutiert [14:23].
  • Straße von Hormus: Der Iran kontrolliert die Meerenge effektiv. Entgegen westlicher Sanktionen exportiert der Iran laut Wall Street Journal sogar mehr Öl als vor dem Krieg [29:29].

2. Die „Eskalationsfalle“

Ein zentrales Thema ist die sogenannte Eskalationsfalle. Da der schnelle „Enthauptungsschlag“ gegen die Führung nicht zum Erfolg führte, werden zunehmend zivile Infrastrukturen (Strom, Wasser, Krankenhäuser) angegriffen, was jedoch den Widerstand eher festigt [28:17].

  • Bodenoffensive: Eine Invasion wird als logistischer Albtraum beschrieben, für den die USA zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Soldaten benötigen würden – eine Kapazität, die derzeit nicht vorhanden sei [32:44].

3. Interessen und Hintergründe

Die Gesprächspartner erörtern, wessen Interessen dieser Krieg dient:

  • Israels Rolle: Es wird die These vertreten, dass Israel die USA in diesen Krieg gezogen habe, um die regionale Bedrohung durch den Iran dauerhaft zu brechen und innenpolitische Krisen (Prozesse gegen Netanjahu) zu überspielen [52:57].
  • US-Innenpolitik: Innerhalb der USA wächst der Widerstand. Es wird auf kritische Stimmen wie Joe Kent verwiesen, die vor einem Desaster warnen [39:03].

4. Szenarien für den Iran und die Region

Die Zukunft des Irans und der Weltordnung wird in mehreren Szenarien durchgespielt:

  • Militärdiktatur im Iran: Das klerikale System könnte durch eine rein militärische Führung der Revolutionsgarden (Sepah) abgelöst werden, ähnlich dem ägyptischen Modell [01:10:11].
  • Regionaler Zerfall: Ein Szenario ist ein „Failed State“ Iran, was zu einem Machtvakuum und Chaos in der gesamten Golfregion führen könnte [01:04:31].
  • Ende der US-Hegemonie: Der Krieg wird als Zeichen für den Niedergang der westlichen Vorherrschaft gewertet, während die Achse Iran-Russland-China an Bedeutung gewinnt [01:18:35].

5. Fazit der Diskussion

Die Teilnehmer kommen zu dem Schluss, dass die USA den Krieg strategisch zu verlieren drohen, da sie keine klaren politischen Ziele verfolgen und der Widerstand des Irans unterschätzt wurde. Eine Lösung könnte am Ende nur über massive Reparationszahlungen der Golfstaaten und einen umfassenden Friedensvertrag führen, da ein einfacher Waffenstillstand nicht ausreichen würde [01:33:31].

1:33:00

Der Kapitalismus befindet sich in einer offensichtlichen Krise. Doch ist sozialistische Politik in Deutschland als Alternative möglich? Darüber sprechen wir in dieser Folge von Komm:on mit Wolfgang M. Schmitt.

Was meinen wir, wenn wir von sozialistischer Politik sprechen?
Was ist der Unterschied zwischen Sozialpolitik und sozialistischer Politik?
Welche Rolle spielen dabei der Staat, das Geld, die Währung und der Wohnungsbau?
Wie können sozialistische Parteien gewinnen und die Eigentumsverhältnisse verschieben?

1:33:24

Der deutsch-palästinensische Aktivist Ramsi Kilani ist aus der Linken ausgeschlossen worden. Die Bundesschiedskommission hat die Berufung gegen diese Entscheidung ohne Anhörung abgelehnt. Dies ist ein unglaublicher Skandal. Während die Linke im letzten Jahr bemüht war, ihr passives Schweigen zum Gaza-Genozid zu überwinden, wirkt diese Entscheidung der Parteigerichte wie ein Schlag gegen die Solidaritätsbewegung für Palästina.
In dieser Ausgabe von Komm:on sprechen wir mit Ramsi Kilani. Er beschreibt den Ablauf dieses Ausschlusses, und wir versuchen gemeinsam, ihn einzuordnen. Während eine neue Generation die Linke mit neuem Leben und neuer Dynamik belebt hat, ist die alte Parteibürokratie weiterhin im Staatsraison gefangen und betreibt eine angepasste Politik, die dem Establishment gefallen mag, für die Linke jedoch keine Zukunft bietet.

55:36

Morgaine ist Sängerin und politische Aktivistin. Sie hat sich stets als Linke verstanden und sich für linke Werte eingesetzt. Dennoch musste sie die Erfahrung machen, von anderen, sich selbst als links bezeichnenden Personen gecancelt zu werden. Der Grund war ihr Engagement bei den umstrittenen Friedensmahnwachen und den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen. Wir sprechen über diese Erfahrungen, weil es wichtig ist, eine solidarische Kultur zu stärken und ein Miteinander in der Linken zu fördern, das unterschiedliche und auch kontroverse Haltungen zu wichtigen Fragen aushält.

1:20:26

Iris Hefets ist Mitbegründerin der Gruppe „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden im Nahen Osten“ und von Beruf Psychoanalytikerin. Sie war israelische Staatsbürgerin, verließ das Land 2002 aus politischen Gründen und lebt seither in Berlin. In dieser Ausgabe von Komm:on sprechen wir über die psychologischen Folgen des Genozids in Gaza. Was macht es mit uns, wenn wir diesen Massenmord live auf unseren Smartphones verfolgen? Wie hat sich die Mentalität in Israel seit dem 7. Oktober verändert? Welche Folgen hat das für die politischen Prozesse in Deutschland?

1:15:35

Fabian Goldmann ist freier Journalist und spezialisiert auf den Nahen Osten – eine Region, in der er selbst viel Zeit verbracht hat. Seit Jahren setzt er sich kritisch mit der Darstellung des Nahen Ostens und des Islams in europäischen Medien auseinander. Auf seinem Blog Shantall und Sharia hinterfragt er gängige Narrative und mediale Klischees.
In dieser Ausgabe von Komm:on sprechen wir mit ihm über die Berichterstattung zum Gaza-Krieg in Deutschland – auch das Thema seines kommenden Buches. Warum ist die Darstellung des Konflikts so einseitig? Hat sich in den letzten Jahren etwas verändert? Gibt es Raum für alternative Perspektiven und Medien? Und welche Chancen gibt es für eine alternative und vielfältigere Öffentlichkeit in Deutschland?

1:37:40

Mario Candeias ist Direktor des Instituts für Gesellschaftsanalyse bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung und zählt zu den wichtigsten Theoretikern der politischen Linken. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit den Grundlagen des Neoliberalismus. In seinen aktuellen Texten beschreibt er das Ende des neoliberalen Zeitalters und analysiert die bevorstehende Phase des westlichen Kapitalismus.

Entgegen ursprünglicher Erwartungen kommt es nicht zu einer ökologischen Transformation, die ein neues, stabiles Wachstum hätte hervorbringen können. Während China eine grüne Transformation vollzieht, wird dieser Prozess im Westen durch eine Welle der Faschisierung blockiert.

In dieser Ausgabe von Komm:on wollen wir die Dynamik der Faschisierung im Westen näher beleuchten. Wie muss sich die Linke in einer Zeit aufstellen, in der ein relevanter Teil der Gesellschaft zunehmend von faschistischen Tendenzen erfasst wird?

6:47

Das #FBI und das Justizministerium in den USA haben den Fall #Epstein geschlossen. Und das ausgerechnet kurz nachdem Elon #Musk behauptet hatte, Donald #Trump wäre in Epsteins Liste. Haben wir es gerade mit der größten Vertuschung seit der Ermordung von #JFK zu tun?Das #FBI und das Justizministerium in den USA haben den Fall #Epstein geschlossen. Und das ausgerechnet kurz nachdem Elon #Musk behauptet hatte, Donald #Trump wäre in Epsteins Liste. Haben wir es gerade mit der größten Vertuschung seit der Ermordung von #JFK zu tun?

1:12:41

Die USA sind soeben in den Krieg zwischen Israel und dem Iran eingetreten.
Es droht eine massive Eskalation, die den gesamten Nahen und Mittleren Osten erfassen könnte.
Was kommt auf uns zu? Wie ist die Macht der jeweiligen Akteure einzuschätzen? Wie ist die Lage im Iran?

Die Weltordnung befindet sich aktuell in einem großen Umbruch. Die alte unipolare Welt, dominiert von den USA und ihr westlichen Alliierten, wird von einer multipolaren Welt abgelöst, die gezeichnet ist vom Aufstieg des globalen Südens, allen voran der neuen Supermacht China. Peter Wahl ist seit einem halben Jahrhundert in der internationalistischen Linken aktiv, und war unter anderen ein Mitbegründer des globalisierungskritischen Netzwerks Attac in Deutschland. In dieser Ausgabe von Komm:on sprechen wir über die Dynamiken und Gefahren in dieser neuen multipolaren Weltordnung, wo der Krieg und Militarisierung auch wieder Deutschland und Europa erfasst haben. Alles voran steht die Frage im Vordergrund, wie eine friedliche Transformation aussehen könnte.