Derzeit erleben wir einen tiefgreifenden Wandel in der globalen ökonomischen Konfiguration. Ein »Zeitalter der Geoökonomie« scheint anzubrechen. Es zeigt sich in einer Zuspitzung von zwischenstaatlicher Konkurrenz, von Handelskriegen, Sanktionsregimen und Investitionskontrollen, in einem Wettlauf um technologische Vorherrschaft und in den Versuchen einer Re-Territorialisierung strategischer Wertschöpfungsketten. Als zentral gilt dabei die Verschränkung sicherheitspolitischer Motive und ökonomischer Strategien. Angesichts der neuen Triade-Konkurrenz zwischen den USA, der EU und China nutzen einzelne Staaten sowie Unternehmen (geo-)ökonomische Instrumente, um ihre Interessen durchzusetzen und Konflikte auszutragen.
Sandra Sieron hat Politische Theorie in Frankfurt am Main und Psychologie in Berlin mit einem Schwerpunkt auf kritischen Subjekt- und Gesellschaftstheorien studiert und promoviert an der Humboldt Universität zu Berlin am Lehrbereich Soziologie von Arbeit, Wirtschaft und technologischem Wandel. Ihre aktuellen Forschungsinteressen liegen auf dem Wandel von Staatlichkeit, Innovation und Herrschaft im Kontext neuer Gestaltungslogiken im digitalen Kapitalismus in Deutschland und Europa. Quelle: wzb.eu