Kommunistische Organisation (Medienpräsenz)

1:51:50

Jakob bespricht mit Julian und Yannick ihre Arbeit in unseren Vertiefungsgruppen zum Krieg in der Ukraine. Während Julian genauer zur Rolle der Ukraine recherchierte widmete sich Yannick der NATO. Beide liefern spannende Einblicke in die historischen Hintergründe der Aggressionspolitik gegenüber Russland. Ihre umfangreiche Recherchearbeit bringt Tatsachen zum Vorschein die gerne vergessen werden, wenn unter Linken und Kommunisten über den Krieg in der Ukraine diskutiert wird. 

1:49:38

Wollen wir den Charakter der Russischen Föderation und ihren politischen Kurs  – imperialistisch oder abhängig, antiwestlich oder sich anbiedernd – besser verstehen, müssen wir uns mit der herrschen Klasse in Russland auseinandersetzen.

Das hat eine von der KO aufgestellte Vertiefungsgruppe getan, deren Ergebnisse wir im Mai 2025 veröffentlicht haben. Im Oktober haben wir eine Online-Veranstaltung mit einem Genossen, der führend in dieser Gruppe gearbeitet hat, organisiert, deren Mitschnitt wir nun veröffentlichen.

47:40

Hausdurchsuchungen, Kontensperrungen und Haftbefehle. Alexander Kiknadze beschäftigt sich mit den jüngsten Repressionen gegen Kriegsgegner und die Donbass-Solidarität in Deutschland. Er kommt zu dem Schluss, dass aktuell die Grundlagen für ein Kriegsrecht gelegt werden. 

In seinem Vortrag im Rahmen einer Aktuellen Stunde widmet er sich den historischen Kontinuitäten des Anti-Russischen Rassismus, um anschließend verschiedenste Repressionsfälle hinsichtlich ihrer politischen und juristischen Hintergründe unter die Lupe zu nehmen. 

1:41:30

Im vierten Teil seiner Reihe zum Werk Domenico Losurdos widmet sich Andreas Wehr Losurdos Sicht auf die Revolutionen in Russland und China und die Entwicklung dieser sozialistischen Gesellschaften. Welche Bilanz zieht Losurdo unter dem realen Sozialismus? Welche Rolle spielten Staat, Partei und Bürokratie bei der Analyse des Niedergangs dieser Projekte? Wehr führt in die verschiedenen inneren und äußeren Faktoren ein, die Losurdo zur Analyse der Konterrevolution 1990 und der Bewertung des Realsozialismus anbringt.

Insbesondere Losudos kritische Auseinandersetzungen mit Stalins Person und seiner Rolle bieten bis heute Anlass zur Diskussion seiner Positionen. Vor 25 Jahren setzte sich bereits Kurt Gossweiler mit "Losurdos Flucht aus der Geschichte" ausführlich auseinander und kritisierte ihn scharf. Ohne dabei die Verdienste seiner Arbeit zu schmälern, stellte Gossweiler heraus, dass Losurdo "sich bei seinen Ursachen-Erklärungen unserer Niederlage zumeist nicht von den geschichtlichen Tatsachen, sondern von seinen diese Tatsachen oft völlig außer Acht lassenden, sehr subjektiven Vorstellungen leiten lässt."

Der Vortrag liefert einen Einstieg in die streitbaren Werke des italienischen Philosophen, die sich mit dem beschäftigen, was wir häufig als Niederlagenanalyse bezeichnen.

46:32

Der Vortrag von Lennart Groh behandelt die seit Herbst 2023 in Deutschland laufende Welle politischer Vereinsverbote: Betroffen waren u. a. schiitische Moscheen, palästinasolidarische Gruppen und auch ein rechtes Magazin. Der Artikel erläutert juristische Grundlagen, Begründungen und politische Funktionen von Vereinsverboten und zeigt, wie sie mit den aktuellen politischen Entwicklungen zusammenhängen.

Vollständiger, ausführlicher Artikel von Lennart Groh dazu.

1:09:45

Während in der BRD die bedingungslose Unterstützung Israels als „Ersatz-Antifaschismus" spätestens ab 1952 zunehmend zur „Staatsräson" wurde, erkannten sich die DDR und Israel bis zur Konterrevolution 1989/90 nicht gegenseitig an. Stattdessen wurde die DDR zu einem wichtigen Alliierten der palästinensischen Befreiungsbewegung. Wir wollen uns die Palästina-Politik der DDR genauer anschauen: Was waren die Hintergründe? Wie sah die Solidarität der DDR mit dem palästinensischen Volk genau aus? Welche Widersprüche gab es? Und was bedeutete die Konterrevolution für die palästinensische Befreiungsbewegung?

1:33:14

Im dritten Teil über das Werk des italienischen Historikers Domenico Losurdo führt uns Andreas Wehr durch Losurdos Sicht auf Fort- und Rückschritte demokratischer Rechte in der bürgerlichen Gesellschaft. Welche Rolle spielte die Arbeiterbewegung dabei und wie haben die Herrschenden stets versucht, demokratische Rechte einzuschränken? Dabei beschäftige sich Losurdo auch mit der von Marx und Engels als Bonapartismus bezeichneten Herrschaft von Louis Bonaparte von 1851-1870 in Frankreich. Losurdo erkannte Parallelen dieser Herrschaftsvariante zur Frühgeschichte der USA.

In der kontroversen Diskussion geht es insbesondere um die bereits in den 1920er Jahren geführte Debatte um das Verhältnis von Bonapartismus und Faschismus und die Frage, wie der unterschiedliche Grat von Demokratie in kapitalistischen Staaten begrifflich fassbar wird.

Wir haben uns als KO mit der Diskussion um Faschismus und Bonapartismus zuletzt auch in unserer Broschüre über Faschismusdiskussionen näher auseinandergesetzt. Dabei verfolgen wir insbesondere die Kritik aus der Dritten Internationale an der sogenannten "Bonapartismustheorie". ⁠

1:26:04

In dieser neuen Podcastfolge zur Geschichtsfälscher-Broschüre geht es um die  Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges insbesondere, wie die Westmächte (USA, England und Frankreich) den Aufbau des Faschismus in Deutschland unterstützten, um die Hitleraggression gegen die Sowjetunion zu lenken. Der Podcast beschäftigt sich  mit einigen geschichtsrevisionistischen Mythen, die aktuell Hochkonjunktur feiern, es werden Kontinuitäten der deutsch-imperialistischer Politik beleuchtet.

Inhaltsverzeichnis (Textversion)

1. Ideologische Funktion des Geschichtsrevisionismus

  • 00:01:52 – Die herrschende Geschichtsschreibung dient der ideologischen Legitimierung aktueller kriegerischer und imperialistischer Politik.
  • 00:02:46 – Durch die Totalitarismuserzählung werden Sozialismus und Faschismus gezielt gleichgesetzt.
  • 00:04:57 – Einordnung aktueller politischer Zielsetzungen in Deutschland, wie die Forderung nach der Erlangung der „Kriegstüchtigkeit“ bis zum Jahr 2029.
  • 00:05:31 – Die Resolution des EU-Parlaments von September 2019 deklariert den Nichtangriffspakt als unmittelbare Ursache für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

2. Ökonomische und politische Vorgeschichte (1918–1933)

  • 00:14:43 – Die Westmächte nutzten nach dem Ersten Weltkrieg die Publikation „Nazi-Soviet Relations 1939–1941“ für eine dekontextualisierte Geschichtsdarstellung ab dem Jahr 1939.
  • 00:27:15 – Der Wiederaufbau der deutschen Schwerindustrie wurde maßgeblich über Kredite US-amerikanischer Banken und den Dawes-Plan realisiert.
  • 00:29:16 – Bereits im Jahr 1925 formulierte der damalige Außenminister Stresemann nach der Rückgabe des Ruhrgebiets das Ziel der Wiedergewinnung von Territorien im Osten.
  • 00:37:37 – Während des russischen Bürgerkriegs intervenierten westliche Staaten militärisch und errichteten dort Konzentrationslager.
  • 00:44:12 – Etablierung des Mefo-Wechselsystems im Jahr 1933 durch Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht in Kooperation mit deutschen Industriekonzernen zur verdeckten Rüstungsfinanzierung.

3. Internationale Verträge und Appeasement-Politik

  • 00:31:17 – Das englisch-deutsche Flottenabkommen von 1935 legte die offizielle britische Zustimmung zur maritimen Aufrüstung Deutschlands fest.
  • 00:32:09 – Vorschläge der Sowjetunion zur kollektiven Sicherheit und einer völkerrechtlichen Definition des Begriffs „Aggressor“ wurden von Großbritannien und Frankreich abgewehrt.
  • 00:39:48 – Der britische Minister Halifax deklarierte Deutschland im Jahr 1937 gegenüber der deutschen Führung explizit als „Bollwerk des Westens gegen den Bolschewismus“.
  • 00:41:57 – Das Münchner Abkommen führte zur Zerschlagung und Übergabe der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich ohne Einbeziehung der UdSSR.
  • 00:42:37 – Im Jahr 1933 wurde ein Pakt des Einvernehmens und der Zusammenarbeit zwischen England, Frankreich, Deutschland und Italien geschlossen.

4. Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt von 1939

  • 00:47:40 – Während der Verhandlungen im Sommer 1939 verzögerten die Delegationen aus England und Frankreich konkrete Militärabkommen mit der UdSSR.
  • 00:51:05 – Die UdSSR schloss als letzte europäische Großmacht einen entsprechenden Pakt mit Deutschland ab, nachdem Polen (1934), England (1938) und Frankreich (1938) bereits Verträge unterzeichnet hatten.
  • 00:51:50 – Der Vertrag bezweckte einen Zeitgewinn für die Aufrüstung der Roten Armee und die strategische Vorverlegung der sowjetischen Westgrenze.
  • 00:53:15 – In den Verhandlungen bot die Sowjetunion den Westmächten 136 Divisionen auf, während Großbritannien lediglich fünf Infanteriedivisionen offerierte.
  • 01:02:40 – Das Zusatzprotokoll fixierte eine Demarkationslinie und verhinderte die vollständige Besetzung Polens und des Baltikums bis an die alte sowjetische Grenze durch die Wehrmacht.

5. Dynamiken der Anti-Hitler-Koalition und Kriegführung

  • 01:07:08 – Der Regierungswechsel von Chamberlain zu Churchill in Großbritannien vollzog sich primär unter dem Druck der britischen Bevölkerung nach der militärischen Niederlage Frankreichs.
  • 01:12:38 – Der spätere US-Präsident Harry S. Truman formulierte im Jahr 1941 die politische Strategie, jeweils die nachlassende Kriegspartei (Deutschland oder die UdSSR) finanziell und materiell zu unterstützen, um eine gegenseitige Schwächung zu forcieren.
  • 01:13:45 – Die zugesagte Eröffnung einer zweiten Front in Westeuropa wurde von den Westmächten in den Jahren 1942 und 1943 nicht realisiert.
  • 01:15:08 – Im Februar 1943 initiierten Vertreter der USA und Großbritanniens Geheimverhandlungen mit Vertretern des Deutschen Reiches über Optionen für einen Separatfrieden auf Kosten der UdSSR.
  • 01:18:53 – Bereits während der Endphase des Krieges ab 1944 unternahmen die Westmächte gezielte Operationen zur Unterdrückung und Zerschlagung sozialistischer und kommunistischer Partisanenbewegungen in Italien, Griechenland und Frankreich.

1:07:02

Die Debatten der KomIntern um eine klassenmäßige Analyse des Faschismus sind bis heute von großer Bedeutung – mitunter werden heute die gleichen Fragen und Probleme diskutiert wie vor 100 Jahren. Hier begegnen uns Theorien wie die „Bonapartismusthese“, die „Sozialfaschismusthese“ oder die Volksfrontpolitik, die bis heute wichtige Bezugspunkte der Debatte um Faschismus und Antifaschismus bleiben.

Der Vortrag, welcher im Rahmen einer Konferenz der Marx-Engels-Stiftung gehalten wurde, liefert einen historischen Überblick und vermittelt Grundlagen der Faschismusanalyse.