Wikipedia (DE): Infantilismus

Spiel, Spaß und ewige Jugend. Unsere Gesellschaften, unsere Kultur und vor allem unsere populären Medien erzeugen einen Sog in Richtung einer „Infantilisierung“, die gewisse Gefahren für die kulturelle Identität und die Wissensgesellschaft bedeutet.
Von Markus Metz und Georg Seeßlen Deutschlandfunk 23.04.2023

Werdet endlich erwachsen! Nicht wir selbst sind dafür verantwortlich, wenn etwas nicht wie gewünscht läuft, sondern die Politik: Eine solche Denkweise beobachtet die Pädagogin Astrid von Friesen bei ihren MitbürgerInnen und findet sie ziemlich infantil. Von Astrid von Friesen Deutschlandfunk 03.08.2022

Die Infantilisierung der Gesellschaft? Demokratie ist etwas für Erwachsene. Dabei ist Erwachsensein nicht einfach eine Frage des Alters; es ist vielmehr ein intellektueller und emotionaler Reifezustand, der sich bei manchen Menschen früher, bei manchen später und bei manchen überhaupt nicht einstellt. Der Autor geht im folgenden Essay auf die Frage ein, was für Folgen eine infantilisierte Gesellschaft für die Demokratie hat. Und was dagegen zu tun ist. Von Johano Strasser Frankfurter Hefte 19.01.2021

Kollektive Infantilisierung im Sprachgebrauch. In allen möglichen Lebensbereichen beobachte ich kollektive Rückfälle in das Stadium des Kindes, genauer des Kindischen – Das ist auch der Fall, wenn es um den Sprachgebrauch geht. Prof. Ulla Fix Uni Leipzig 09.05.2012

Siehe auch

Alles, was Menschen große Freude macht, ist rund um ein »als ob« gebaut: Wir laden andere ein, als ob wir unendlich reich wären; wir tanzen, als ob es kein Morgen gäbe. Solchen Einbildungen glauben wir natürlich nicht, aber wir praktizieren sie augenzwinkernd. Allerdings haben sie immer etwas Zwiespältiges an sich. Gegen dieses Zwiespältige wendet sich unter aktuellen Verhältnissen eine Stimmung, die behauptet, die Individuen wären glücklicher und freier, wenn sie immer nur bekämen, was sie ganz von sich aus glauben oder wollen. Diese Propaganda, derzufolge Menschen Fremdes, Zwiespältiges oder Unbequemes grundsätzlich nicht ertragen können, basiert genau auf der Sorte von Einbildungen, gegen die Paul Watzlawick heiter spottend angekämpft hat.

ISBN 978-3-7117-3019-0 12,00 € Portofrei Bestellen

Überall wird im öffentlichen Diskurs heute auf Befindlichkeiten Rücksicht genommen: Es werden vor Gefahren wie "expliziter Sprache" gewarnt, Schreibweisen mit Binnen-I empfohlen, dritte Klotüren installiert. Es scheint, als habe der Kampf um die korrekte Bezeichnung und die Rücksicht auf Fragen der Identität alle anderen Kämpfe überlagert. Robert Pfaller, Autor des Bestsellers "Wofür es sich zu leben lohnt", fragt sich in "Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur", wie es gekommen ist, dass wir nicht mehr als Erwachsene angesprochen, sondern von der Politik wie Kinder behandelt werden wollen.

ISBN 978-3-596-29877-8 14,99 € Portofrei Bestellen