Arendt, Hannah (Autor)
Das erste Buch, mit dem sich Hannah Arendt 1948 an die deutsche Öffentlichkeit wandte.
Drei Jahre nach dem Ende des Krieges, fünfzehn Jahre nach ihrer Flucht aus Deutschland erschienen Hannah Arendts "Sechs Essays". "Es fällt ja heute einem Juden nicht leicht, in Deutschland zu veröffentlichen", so heißt es auf der ersten Seite. Auch wenn Arendt die hier gesammelten Texte in ihrer Muttersprache verfasste, sind sie aus der Sicht des Exils geschrieben. Sie entwerfen eine "verborgene Tradition", in der die Stimmen von Heinrich Heine und Franz Kafka, von Bernard Lazare und Stefan Zweig zu hören sind. Sie konfrontieren Leser im Nachkriegsdeutschland mit "Organisierter Schuld" an Verbrechen, für die nach dem Krieg niemand die Verantwortung übernehmen wollte.
"Mein Thema heute, so fürchte ich, ist fast schon beschämend aktuell."
Was ist Freiheit, und was bedeutet sie uns? Begreifen wir sie nur als die Abwesenheit von Furcht und von Zwängen, oder meint Freiheit nicht vielmehr auch, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, eine eigene politische Stimme zu haben, um von anderen gehört, erkannt und schließlich erinnert zu werden? Und: Haben wir diese Freiheit einfach, oder wer gibt sie uns, und kann man sie uns auch wieder wegnehmen?
Die Essays der weltberühmten Philosophin haben nachhaltig das politische Denken in Europa und den USA bestimmt. Der vorliegende Band enthält unter dem Titel "Die Lüge in der Politik" eine kritische Analyse der berühmt-berüchtigten Pentagon-Papers, die 1971 in den USA veröffentlicht worden sind, sowie den umfangreichen grundsätzlichen Essay über "Wahrheit und Politik". Besser Wahrheit ohne Macht oder Macht durch Lügen?
Hannah Arendt ist weltberühmt als eine der bedeutendsten Theoretikerinnen des 20. Jahrhunderts. Doch nur Kennern war bisher bekannt, dass die politische Autorin jahrzehntelang auch Lyrik verfasste.
Unter dem Eindruck des Holocaust, der nationalsozialistischen Vernichtung des europäischen Judentums, hat Hannah Arendt mit 'Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft' - zuerst 1951 in New York erschienen, in deutscher Übersetzung 1955 - zugleich eine Geschichte und eine Theorie des Totalitarismus geschrieben.

