Krisz Webber (Medienpräsenz)

43:37

Vortrag von Matthias Jochheim
am 27.06.2024
im Buchladen Neuer Weg in Würzburg

aus der Einladung:
Bundesverteidigungsminister Pistorius fordert, Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden. Die USA brechen trotz einer Kette verlorener Kriege, – von Vietnam über Afghanistan und Irak bis zur blutigen Sackgasse in der Ukraine – immer neue Rekorde im Bereich ihrer Rüstungsausgaben. Und die deutsche Regierung eifert dieser Politik mit ihrer enormen Aufblähung des Rüstungsetats – sogar mittels einer Verfassungsänderung – nach, selbst nach gescheiterten Bundeswehr-einsätzen in Afghanistan und Mali.

Die politischen Begründungen halten Überprüfungen nicht stand: Förderung von Demokratie und Menschenrechten durch Waffenlieferungen etwa an Saudi-Arabien und Türkei, oder auch – gegen Antisemitismus? – für die Aufrechterhaltung des israelischen Besatzungs-Regimes in den Palästinenser-Gebieten?

Es gehe um die globale Verteidigung einer „regelbasierten Ordnung“, verkündet die deutsche Außenministerin, angelehnt an US-Floskeln – konsequente Respektierung und Befolgung von Völkerrecht und Menschenrecht sind damit offenbar nicht gemeint.

Die zu verteidigenden Werte – es scheint, es handelt sich besonders um die Aktien-Werte etwa von Rheinmetall oder Airbus Defence and Space.

Im Vortrag sollen einige Hinweise auf die ökonomischen Motive der Kriegsakteure dargestellt werden, am Beispiel der militärischen Weltmacht USA und der Bundesrepublik Deutschland.

Konsequente Heilung der globalen Krankheit „Krieg“ erfordert deshalb einen grundlegenden Wandel ökonomischer Wirkprinzipien und Strukturen. Wenn dies nicht mit Weitblick, Mut und Tatkraft konzipiert und verwirklicht wird, können die schwerwiegenden globalen Gefahren nicht bewältigt werden.

Veranstalter sind: DFG-VK Würzburg, BAG GuK, Attac Würzburg

Über Matthias Jochheim

   Matthias Jochheim, IPPNW Frankfurt (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) und ATTAC und in der BAG GUK (bundesweite Arbeitsgruppe und Netzwerk Globalisierung und Krieg).
   Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der IPPNW-Deutschland von 2001-2013.
   Teilnahme an Aktionen in Konflikt- und Kriegsregionen
   1984 Gesundheitsbrigade in Nicaragua; ab 1988
   mehrere Reisen in die kurdischen Regionen der Türkei;
   2010 Teilnahme an der „Freedom Flotilla“ nach Gaza, gekapert durch die israelische Marine.

http://www.wuerzburg.dfg-vk.de/
http://www.attac-netzwerk.de/wuerzburg
https://globalisierungundkrieg.de/
https://www.neuer-weg.com/

1:25:20

Vortrag von Karin Leukefeld 
am 28.11.2023
im Buchladen Neuer Weg, Würzburg

Veranstalter: attac Würzburg und DFG-VK Würzburg

aus der Einladung:

In Syrien leben Berichten zufolge 90 Prozent der rund 18 Millionen verbliebenen Syrer unter der Armutsgrenze von 1 US-Dollar pro Tag. Das durch das Erdbeben noch verschärfte Elend in Syrien droht, vergessen zu werden. Warum kommt der Wiederaufbau der zivilen Infrastruktur des Landes nicht voran? Welche Rolle spielt die Sanktionspolitik der EU und der USA? Welche Hoffnungen und Perspektiven können mit den politischen Entwicklungen zur besseren Verständigung und Integration der arabischen Staaten verknüpft werden?
Was kann das (relativ) neue Staatenbündnis BRICS in der Region bewegen?

Die Referentin wird auch auf den neuen Krieg zwischen Israel und der Hamas eingehen und über Lösungsvorschläge für die Region sprechen.

Karin Leukefeld ist als Korrespondentin seit 2010 in Syrien akkreditiert und immer wieder für längere Zeit in der Region unterwegs.

1:03:41

Weitere Infos und vollständige Aufzeichnung der Diskussion.

Kostspielige Hochrüstung, eine auf lange Dauer angelegte Konfrontation mit Russland sowie die Vernachlässigung von Klimawandel, Hunger und anderen globalen Herausforderungen - diese "Zeitenwende" bieten Politik und Medien fast unisono an, als angeblich alternativlose Antwort auf Putin-Russlands völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine. Doch wie ließe sich der Krieg beenden? Diese Frage stellt sich auch mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten. Beide Kriege haben die Chancen zunächst einmal geschmälert für eine militärfreie, ökologische sowie sozial und global gerechte Zeitenwende und für eine kooperative Politik zur Überwindung der globalen Herausforderungen. Und wie lassen sich die seit 1945 universell gültigen Völkerrechts- und Menschenrechtsnormen wieder stärken, die in beiden Kriegen so massiv verletzt und so selektiv angewendet werden?

Ein revolutionärer Stadtrat
Vortrag und Gespräch über die Pariser Kommune
von und mit Dr. Klaus Ronneberger

Dr. Klaus Ronneberger hat sich intensiv mit der Geschichte und der Bedeutung der Pariser Commune beschäftigt.
Im kollektiven Gedächtnis der Linken spielt diese Erhebung nur noch eine untergeordnete Rolle.
Der Vortrag wird deshalb die Vorgeschichte und den Verlauf der Commune nochmals vorstellen und u.a. die Bedeutung der Commune für die Räte- und Selbstverwaltungsbewegung des 20. Jh. beleuchten.

Referent: Dr.  Klaus Ronneberger, Studium der Kulturanthropologie und europäischen Ethnologie, der Soziologie und Politikwissenschaften. Langjähriger Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main. Gegenwärtig freier Publizist und Autor des Buches "Baustelle commune - Henry Lefebre und die urbane Revolution von 1871"

1:10:35

Kostspielige Hochrüstung, eine auf lange Dauer angelegte Konfrontation mit Russland sowie die Vernachlässigung von Klimawandel, Hunger und anderen globalen Herausforderungen - diese "Zeitenwende" bieten Politik und Medien fast unisono an, als angeblich alternativlose Antwort auf Putin-Russlands völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine. Doch wie ließe sich der Krieg beenden? Diese Frage stellt sich auch mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten. Beide Kriege haben die Chancen zunächst einmal geschmälert für eine militärfreie, ökologische sowie sozial und global gerechte Zeitenwende und für eine kooperative Politik zur Überwindung der globalen Herausforderungen. Und wie lassen sich die seit 1945 universell gültigen Völkerrechts- und Menschenrechtsnormen wieder stärken, die in beiden Kriegen so massiv verletzt und so selektiv angewendet werden?

43:57

Vortrag von Dr. Klaus Ronneberger
am 10.11.2023
im Buchladen Neuer Weg in Würzburg

aus der Einladung:
Die Erinnerung an eine der bedeutsamsten militanten Aktionen der deutschen Arbeiterbewegung  nach dem Ersten Weltkrieg ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Im Gegensatz zur Münchner Räterepublik (1919) findet dieser Aufstand  publizistisch kaum mehr Beachtung , obwohl er für die weitere Entwicklung der Weimarer Republik von erheblicher Bedeutung war.

Die Rote Ruhrarmee (ca. 50.000 Kämpfer) entstand in Abwehr gegen den "Kapp-Putsch", der eine rechtsskonservative Diktatur anstrebte. Für kurze Zeit gelang es den Arbeitermilizen, fast das gesamte Ruhrgebiet unter Kontrolle zu bekommen. Doch letztlich wurde der Aufstand von der Reichswehr und Freikorpsverbänden blutig unterdrückt.. Der Zusammenbruch der Roten Ruhrarmee hatte ähnliche fatale Folgen für die deutsche Arbeiterbewegung wie 1871 die Niederschlagung der Pariser Commune für die französische Linke.

Referent: Dr.  Klaus Ronneberger, Studium der Kulturanthropologie und europäischen Ethnologie, der Soziologie und Politikwissenschaften. Langjähriger Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main. Gegenwärtig freier Publizist und Autor des Buches "Baustelle commune - Henry Lefebre und die urbane Revolution von 1871"

1:15:25

Ukraine: Schießen oder verhandeln? Die Skepsis gegenüber militärischen Mitteln hat sich seit Beginn des Krieges verstärkt. So waren bei einer Umfrage im Mai 49 Prozent der Meinung: „Das Wichtigste ist, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, auch wenn das bedeutet, dass die Ukraine die Kontrolle über Gebiete an Russland abgibt.“ Nur 19 Prozent meinen, man müsse „Russland für seine Aggression bestrafen, auch wenn dies bedeutet, dass mehr Ukrainer-innen getötet und vertrieben werden.“ Auch nach einer FORSA-Umfrage von Ende August wollen 77 Prozent der Deutschen, dass der Westen Verhandlungen aufnimmt. Nur 32 Prozent befürworten die Lieferung schwerer Waffen, 62 Prozent sind dagegen. Peter Wahl, attac, war Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Nichtregierungsorganisation Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung (WEED) sowie Gründungsmitglied und Mitglied des Koordinierungskreises von Attac Deutschland von 2001 bis 2007.

1:06:30

Wir hoffen natürlich, dass dieser schreckliche Krieg zum Zeitpunkt dieser Veranstaltung bereits beendet ist. Weiterhin hoffen wir, dass der Krieg nicht in der totalen militärischen Niederlage einer der Kriegsparteien endet – da ein solches Szenario noch viel mehr Leid mit sich bringen würde – sondern durch Verhandlungen.

Dazu ist es notwendig, dass die Kriegsparteien ein solides Verständnis der Interessen ihrer Kontrahenten haben, denn nur durch einen realistischen Interessenausgleich können Verhandlungen glücken. In Deutschland ist der Glaube weit verbreitet und wird medial verstärkt, dass man mit Russland nicht verhandeln kann (oder darf) – trotz des zaghaften Erfolgs des Getreideabkommens – und dass eine militärische Niederlage Russlands das einzig akzeptable Ende des Krieges ist.

Wir wollen auf der Tagung die Entwicklung der politischen und ökonomischen Interessen der Kriegsparteien sowie die Medienberichterstattung über diese Entwicklung analysieren. Dazu haben wir hochkarätige ReferentInnen eingeladen: Peter Wahl, Publizist und Gründungsmitglied von ATTAC und WEED e.V. und Dr. Sabine Schiffer, Institutsleitung für Medienverantwortung in Berlin, Medienanalytikerin, Autorin und Referentin.