Hrsg. Verein zur Förderung unabhängiger journalistischer Berichterstattung e.V.

Free21 Magazin August 2026
Kriegs-Geil

Faschisierung

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in unserem heutigen Wirtschaftssystem, Kapitalismus, ist es notwendig immer neue Profitgründe abzugrasen. Zurzeit ist der einzige Wirtschaftszweig, der raketenhafte Profite abwirft, die Rüstungsindustrie. Natürlich profitieren auch Vemögensverwalter wie BlackRock, mit ihrem willfährigen Helfer als Kanzlerdarsteller, und andere Finanzakteure, genauso wie die Tech-Industrie.

Editorial

Den Kapitalismus hat schon immer die Tendenz zur Monopolisierung der Gewinne ausgezeichnet. Um sich neue Jagdgründe zu sichern, verschlang man einfach den Staat und seine Institutionen und machte sich diese untertan, so wie die Tech-Oligarchen es mit der US-Regierung taten. Dieser Neoliberalismus führte zur Aushöhlung demokratischer Institutionen und zur Herrschaft der Konzerne. Die weitere Verschmelzung von Staat und Kapital führt uns direkt in die nächste Phase: Die Faschisierung.

Den Faschismus könnte man als letzten Strohhalm des Kapitalismus ansehen. Um die Gewinne für einige wenige zu sichern, raubt man die normalen Menschen aus, die täglich Ihre Körper für ein paar Brosamen opfern. Der Sozialstaat wird schrittweise abgeschafft und all das Geld wird von unten nach oben verteilt.

Es ist also kein Wunder, dass die Oligarchen und Herrschenden Angst vor der normalen Bevölkerung haben. Aus Verzweiflung wird schnell eine Revolution. Damit die Mistgabeln nicht aus dem Keller geholt werden, sind strenge Überwachung und Strafen gegen andersdenkende Menschen ein absolutes Muss.

Und so wird auch in Deutschland weiter für den Krieg getrommelt. Diesen Menschen zuzuhören bereitet friedliebenden Menschen schon fast körperliche Schmerzen, zeigt aber, dass unsere Herrscher bereit sind, für ihren persönlichen Gewinn, alle anderen zu opfern. Sterben Sie für Unseren Profit wäre also der Slogan, den Sie ehrlicherweise verwenden könnten.

Demokratie jedenfalls ist nichts weiter als ein PR-Slogan – ohne echten Inhalt.

Ob Sie es nun mitbekommen haben oder nicht: Es wird bereits Krieg gegen alle geführt. Ein Krieg im Innern, gegen jeglichen Dissens. Der Kriegskurs bedeutet auch, die Umkehr aller demokratischen Werte. Die Herrschaft der Angst wird durch neue Gesetze geregelt: digitale Identität ab 2027, digitaler Euro, Chatkontrolle, Digital Services Act, Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetz und neue Geheimdienstgesetze für MAD, BND und Verfassungsschutz, mit der Möglichkeit offensiv zu gehen und noch den letzten zu finden, der dem Narrativ widerspricht.

Zeitgleich halten die USA unter Außenminister Rubio eine Konferenz mit 60 Ländern ab, um die Antifa zu einer transnationalen Terrororganisation zu erklären.

Hierbei geht es nicht nur um die Antifa, die mehr Haltung als Organisation ist, sondern auch um Aktivisten gegen die Überwachungsinfrastruktur, KI-Datencenter und Umweltaktivisten. Legitimer Protestwird somit zu Terror. Die Opposition auszuschalten und im Inneren zu militarisieren ist ein weiteres Kennzeichen des alten und neuen Faschismus.

Man versucht eine Art Moralverschiebung zu erreichen, indem man einen Kampf gegen Sprache, Geschichte, Identität und den gesunden Menschenverstand führt. Schulen, Unis, Büchereien, Museen und der Journalismus sollen bereinigt werden. Auf diesen Schlachtfeldern wird Gewalt normalisiert und Konformität belohnt. Demokratische Werte wie kritisches Denken, Solidarität und Gleichheit werden nur noch als Schwäche angesehen.

Die Frage ist also: Wer ist der nächste?

Oder in Anlehnung an Pfarrer Martin Niemöller:

Als sie die Antifas holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Antifa.

Als sie die Umweltbewegungen holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Umweltschützer.

Als sie die Journalisten holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Journalist.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Ihr

Tobias Augenbraun,

Chefredakteur Free21

Inhalt der Ausgabe

KRIEG UND FRIEDEN

4 Der Sound des neuen deutschen Größenwahns
Unsere Politiker und Militärs tun nichts, um einen kommenden Krieg gegen Russland mit aller Macht gerade noch zu verhindern. Sie reden ihn, im Gegenteil, auch noch munter herbei! Die Menschen, die uns regieren – Menschen, die uns in den Krieg führen?, fragt Leo Ensel

„Sag NEIN!“ – Es ist so weit | Leo Ensel | NDS
NachDenkSeiten YouTube (29.03.2025)

7 Lügen in Zeiten des Kriegs
Der Ukraine-Konflikt ist ein Lehrbeispiel für Kriegspropaganda. Jens Winkelmann überprüft die 10 häufigsten Falschaussagen. Von Mirko Jähnert

10 Was Wadephul in Helsinki nicht sehen wollte
Johann Wadephul, Außenminister Deutschlands schaute sich bei seinem Besuch in Finnland Bunker an und nahm dies als Vorbild für Deutschland. Aus der finnischen Geschichte hätte er auch diplomatische Lehren ziehen können. Von Günther Burbach

25 UN-Bericht schlussfolgert: Israel greift absichtlich Kinder im Gazastreifen an
Ein Bericht der UN zeigt, dass Israel absichtlich Kinder angreift, um die Zukunft des palästinensischen Volkes zu zerstören. Von Ana Vračar

GEOPOLITIK

13 Verpasst Europa den Zug in die Zukunft?
Während Europa noch schläft, bereiten belarussische und chinesische Diplomaten bereits eine neue Weltordnung vor. Europa verpasst den Zug, um über die neue Ordnung mitzuentscheiden. Von Ralph Bosshard

28 Die Kuba-Strategie Trumps kommt einem wirtschaftlichen Völkermord gleich
Im Interview mit C.J. Polychroniou spricht Danny Shaw über die Auswirkungen der jahrzentelangen Wirtschaftssanktionen auf die Bevölkerung Kubas. Shaw machte sich vor Ort ein Bild der katastrophalen Zustände.

34 Trumps Vision für Grönland und die entstehende Weltordnung
Mit dem Griff der USA nach Grönland, versuchen sich die USA als Großmacht neu zu definieren und neue Einflusssphären abzustecken. Eine Einordnung von Erdem Lamazhapov

INNENPOLITIK

17 Religionskrieg gegen Komplementärmedizin
Der Bundestag will anthroposophische Medizin und Homöopathie verbieten. Ein weiteres Geschenk für die Pharmaindustrie. Über die Pläne berichtet Thomas Mayer

GESCHICHTE & GESELLSCHAFT

23 Sie starten ein neues COINTELPRO für das 21. Jahrhundert
Die Trump Regierung startet einen neuen Kreuzzug gegen Dissens und rechtfertigt es mit dem Kampf gegen „radikalen linken Terrorismus“. Gemeint sind alle die Widersprechen. Von Caitlin Johnstone

41 Der Kampf gegen KI-Rechenzentren ist die neueste Front im globalen Klassenkampf
KI stärkt globale Akkumulationsnetzwerke, die neue Klassen- und Machtverhältnisse schaffen. Dies könnte zu einer globalen Protest-Bewegung führen, meint William I. Robinson

46 Vom „Brain Capture“ zur intellektuellen Souveränität
Seit den 1990er Jahren wurde eine unsichtbare intellektuelle Architektur aufgebaut, die die Gehirne der Intellektuellen des Golabalen Südens vereinnahmte und den Debattenraum über alternative Wirtschaftssysteme stark limitierte. Von Vijay Prashad

Autoreninfos

Ralph Bosshard ist ein Schweizer Berufsoffizier mit Generalstaabsausbildung in der Schweizer Armee. 2013 war er in Russland zur Sprachausbildung und zum Besuch des Generalstabslehrgangs der russischen Armee. Von 2014 bis 2020 war er dann militärischer Sonderberater des OSZE-Generalsekretärs mit Tätigkeit in Österreich und der Ukraine. Herr Bosshard gehört zu den Kritikern der Schweizer Annäherung an die NATO und ist ein Verfechter einer funktionierenden Neutralitätspolitik.

 

Günther Burbach (Jahrgang 1963) ist ein deutscher Publizist und Buchautor mit dem Schwerpunkt auf Technologie- und Gesellschaftspolitik. Er arbeitete in der Redaktion diverser Medienhäuser und veröffentlichte Analysen zur Künstlichen Intelligenz, Digitalisierung sowie nationaler und internationaler Innen- und Außenpolitik. In seinen Texten verbindet er technische Kenntnisse mit gesellschafts- und medienpolitischer Kritik und engagiert sich öffentlich in Form von Kolumnen und Fachbeiträgen.

Leo Ensel (Jahrgang 1958) ist ein deutscher Konfliktforscher, interkultureller Trainer und Publizist. Er studierte Germanistik, Ethnologie und Philosophie und promovierte über interkulturelle Kommunikation und Konfliktforschung. Seit den 1980er-Jahren beschäftigt er sich mit Fragen der Friedens- und Konfliktbearbeitung, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Russland, Osteuropa und dem Westen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf psychologischen und kulturellen Missverständnissen in internationalen Beziehungen sowie auf der Analyse von Feindbildern, Eskalationsdynamiken und Kommunikationsblockaden. (leo-ensel.com)

Ensel arbeitete über viele Jahre als interkultureller Trainer für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und internationale Projekte. Dabei konzentrierte er sich vor allem auf deutsch-russische Beziehungen und auf Formen der Verständigung zwischen unterschiedlichen politischen und kulturellen Erfahrungswelten. Neben seiner praktischen Tätigkeit veröffentlichte er zahlreiche Essays, Interviews und Kommentare zu Friedenspolitik, NATO-Russland-Beziehungen, Erinnerungskultur und medialer Konfliktdarstellung. Seine Texte erscheinen unter anderem in alternativen Medien, Fachpublikationen und friedenspolitischen Kontexten. (leo-ensel.com)

Öffentlich bekannt wurde Ensel insbesondere durch seine Analysen des Ukraine-Konflikts und der zunehmenden politischen Konfrontation zwischen Russland und westlichen Staaten. In Vorträgen und Interviews plädiert er regelmäßig für Deeskalation, Dialogformate und eine stärkere Berücksichtigung historischer und kultureller Wahrnehmungsmuster in der Außenpolitik. Seine Arbeit verbindet Elemente der Konfliktpsychologie, politischen Analyse und interkulturellen Kommunikation. (de.wikipedia.org)

Wikipedia (DE): Leo Ensel  |  Website: Leo Ensel

Caitlin Johnstone ist eine unabhängige Journalistin, die sich auf amerikanische Politik, Finanzen und Außenpolitik spezialisiert hat. Sie studierte Journalismus am Royal Melbourne Institute of Technology. Johnstone schreibt unermüdlich und furchtlos zu den wichtigen Themen der Zeit und liefert scharfsinnige wie scharfzüngige Analysen, die - da ausnahmslos durch ihre Leser finanziert - erfrischend unbeeinflusst von Staat und Industrie sind. Ihre Artikel wurden u. a. in Inquisitr, Zero Hedge, New York Observer, MintPress News, The Real News und International Policy Digest veröffentlicht. Johnstone lebt in Melbourne.

Quelle: Verlag / vlb

Vijay Prashad (geboren 1967 in Kalkutta) ist ein indischer Historiker, Autor, Journalist, politischer Kommentator und marxistischer Intellektueller, der in den USA lebt. Er leitet das Tricontinental: Institute for Social Research, ist Herausgeber von LeftWord Books, Chefkorrespondent bei Globetrotter und Senior Non-Resident Fellow am Chongyang Institute for Financial Studies der Volksuniversität Chinas in Beijing. Für Tricontinental schreibt er einen wöchentlichen Newsletter. Prashad ist bekannt für seine Kritik am Kapitalismus, Neokolonialismus, »Amerikanischen Exzeptionalismus« und Imperialismus. Er unterstützt den Globalen Süden.

Wikipedia (DE): Vijay Prashad  |  Wikipedia (EN):  Vijay Prashad

William I. Robinson (Jahrgang 1959) ist ein US-amerikanischer Soziologe und Hochschullehrer, der als Distinguished Professor für Soziologie, Global and International Studies sowie Latin American and Iberian Studies an der University of California, Santa Barbara, tätig ist. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Globalisierung, politischer Ökonomie, transnationalem Kapitalismus, Entwicklung, sozialen Bewegungen und Lateinamerika sowie auf Fragen der sozialen Ungleichheit und des globalen Wandels. Robinson hat zahlreiche Bücher und Fachartikel veröffentlicht, in denen er theoretische Analysen zur Krise des globalen Kapitalismus, transnationalen Produktionsnetzwerken und politischen Ökonomien vorlegt, und beteiligt sich an internationalen Debatten zu Globalisierung und sozialer Gerechtigkeit. Er war in den 1980er Jahren als Journalist in Nicaragua aktiv, bevor er eine akademische Laufbahn einschlug, und lehrt seit vielen Jahren an der University of California. Robinson gehört zu den international rezipierten Stimmen in der kritischen Globalisierungsforschung und ist Gastsprecher bei akademischen Konferenzen und öffentlichen Veranstaltungen.

Wikipedia (EN): William I. Robinson  | Website: William I. Robinson

Danny Shaw (Jahrgang unbekannt) ist ein US-amerikanischer Wissenschaftler, Autor und Dozent mit Schwerpunkt auf lateinamerikanischen und karibischen Studien. Er lehrte unter anderem am John Jay College of Criminal Justice der City University of New York und beschäftigte sich in Forschung und Lehre mit sozialer Ungleichheit, Migration, US-Außenpolitik sowie politischen Entwicklungen in Lateinamerika und der Karibik. Shaw veröffentlichte zahlreiche Beiträge zu internationalen Beziehungen, sozialen Bewegungen und geopolitischen Fragen und tritt regelmäßig in Vorträgen und Diskussionsformaten auf. Neben seiner akademischen Tätigkeit ist er auch als Journalist und Kommentator tätig und analysiert politische Entwicklungen insbesondere in Bezug auf Lateinamerika, die Karibik und die Rolle der Vereinigten Staaten in der Region.

Erstellt: 23.09.2026 - 07:49  |  Geändert: 23.09.2026 - 08:47