Radio Marabu (Medienpräsenz)

26:56

2026 das neue 1989? Es verwirrt Sahra W. Röper & Stein- über Geheimdiplomatie und neue russische Wortmeldungen. Alle wissen, ahnen, drohen, mahnen- CSD Anschlag. IRNA- Iran heute! USA wie Nordkorea.

Der Rundflug durch den Tag- die kleine Audiodatei von RADIO MARABU- Dienstag, der 28.Juli 2026.

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26:13

EGER extralang zum Sonnabend- Thoss, Steimle, Meyen, Drewermann- seine Adressaten. UN und IStGH- Personalien. IRNA aktuell! Die Kriege- Nahost/Ukraine. Neue Listen- weniger Drohnenmaterial aus China?

Sonnabend, der 25.Juli 2026- die kleine Audiodatei- RADIO MARABU.

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29:41

Kindheit, Ausbildung und journalistische Anfänge

Gert Even Ungar stellt sich als unter einem Pseudonym schreibender Journalist vor. Er wurde 1969 geboren und wuchs in Baden-Württemberg auf. Seine Eltern stammten aus der DDR und waren noch vor dem Mauerbau in den Westen übergesiedelt. Nach Schule, Zivildienst sowie einem Studium der Germanistik und Philosophie lebte er zunächst viele Jahre in Frankfurt am Main und später in Berlin. Dort arbeitete er etwa zehn Jahre im Bereich der Sozialpsychiatrie und Suchthilfe. Der Wunsch, Journalist zu werden, habe ihn jedoch schon früh begleitet. Da der klassische Einstieg über ein Volontariat für ihn finanziell kaum möglich gewesen sei, habe er zunächst andere berufliche Wege eingeschlagen, unter anderem als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache.

Die Friedensbewegung als politische Prägung

Sein politisches Interesse sei bereits während der Schulzeit entstanden. Ausschlaggebend seien die Proteste gegen die Stationierung amerikanischer Pershing-II-Raketen im baden-württembergischen Mutlangen gewesen. Die Demonstrationen hätten zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der damaligen Friedensbewegung angezogen, darunter Petra Kelly, Gert Bastian und Heinrich Böll.

Die Angst vor einem möglichen Atomkrieg habe seine Jugend nachhaltig geprägt. Der Wunsch nach Frieden sei bis heute der wichtigste politische Antrieb seines Engagements geblieben.

Politische Selbstverortung

Auf die Frage nach seiner politischen Einordnung bezeichnet sich Ungar selbst als Linken. Wirtschaft müsse seiner Auffassung nach dem Menschen dienen und dürfe nicht allein den Kräften des Marktes überlassen werden. Ohne politische Steuerung führten wirtschaftliche Prozesse langfristig zu sozialer Verelendung.

Auch friedenspolitisch sehe er sich in einer linken, internationalistischen Tradition. Gleichzeitig kritisiert er, dass sich die politischen Kategorien in Deutschland zunehmend auflösten. Positionen, die früher als klassisch links gegolten hätten, würden heute häufig als rechts eingeordnet. Als Beispiel nennt er Debatten über Migration und Sozialstaat. Wer auf gesellschaftliche Zusammenhänge oder finanzielle Grenzen hinweise, werde schnell als rechts, verschwörungstheoretisch oder sogar faschistisch etikettiert. Dies sage seiner Ansicht nach mehr über den Zustand der politischen Debatte als über die Betroffenen aus.

Der Weg nach Russland

Sein Interesse an Russland sei zunächst keineswegs von Sympathie geprägt gewesen. Im Jahr 2013 habe er sich sogar an Protesten gegen das damalige russische Gesetz beteiligt, das die Werbung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften untersagte und traditionelle Werte besonders hervorhob.

Die damals verbreiteten Berichte über massive Übergriffe auf Homosexuelle hätten ihn jedoch veranlasst, sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Er begann Russisch zu lernen, knüpfte Kontakte nach Russland und reiste erstmals nach Moskau.

Seine Eindrücke hätten sich deutlich von den Darstellungen unterschieden, die er zuvor aus westlichen Medien kannte. Er beschreibt eine lebendige Großstadt und kam zu dem Schluss, dass wesentliche Teile der Berichterstattung seiner Wahrnehmung nach nicht mit seinen eigenen Erfahrungen übereinstimmten.

Eindrücke von der Krim

Seine zweite größere Reise führte ihn auf die Krim. Auch dort habe er überprüfen wollen, ob die Darstellungen über die Lage nach dem Referendum mit seinen eigenen Beobachtungen übereinstimmten.

Er schildert die Krim als ruhiges und touristisch geprägtes Gebiet und berichtet von umfangreichen Investitionen und wirtschaftlichen Entwicklungen während späterer Besuche in den Jahren 2016 und 2018. Aus diesen Eindrücken leitet er seine Einschätzung ab, dass sich die Bevölkerung seiner Ansicht nach auch heute erneut für einen Anschluss an Russland entscheiden würde.

Haltung zur LGBTQ-Bewegung

Ungar spricht anschließend über seine eigene Homosexualität. Er lebt nach eigenen Angaben mit seinem Partner in Moskau. Gleichzeitig grenzt er sich deutlich von der heutigen LGBTQ-Bewegung ab.

Er vertritt die Auffassung, diese Organisationen seien keine demokratisch legitimierten Interessenvertretungen homosexueller Menschen, sondern würden staatlich gefördert und außenpolitisch genutzt, um Einfluss auf andere Länder auszuüben. Deshalb lehne er diese Form der politischen Organisation ausdrücklich ab.

Vor diesem Hintergrund bewertet er auch das Verbot der LGBTQ-Bewegung in Russland positiv. Dabei unterscheidet er ausdrücklich zwischen Homosexualität, die nach seinen Angaben in Russland nicht verboten sei, und der politischen Bewegung, die dort als extremistisch eingestuft wurde.

Kritik an Provokationsaktionen

Ein weiteres Thema des Gesprächs bildet die Aktion der Gruppe Pussy Riot in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale. Ungar sieht darin ebenso wie bei anderen provokativen Aktionen kein geeignetes Mittel politischer Auseinandersetzung.

Er argumentiert, dass gezielte Beleidigungen religiöser Überzeugungen lediglich zu einer weiteren Verhärtung gesellschaftlicher Konflikte führten. Als vergleichbare Beispiele nennt er Koranverbrennungen oder andere symbolische Provokationen gegenüber religiösen Gemeinschaften.

Nach seiner Auffassung erzeugten solche Aktionen vor allem Polarisierung und stärkten bestehende Feindbilder, anstatt gesellschaftliche Verständigung zu fördern.

Musik als persönlicher Ausgleich

Zum Abschluss dieses Gesprächsabschnitts wendet sich das Interview einem leichteren Thema zu. Ungar berichtet über seine Vorliebe für elektronische Musik und hebt insbesondere die Bedeutung der Gruppe Kraftwerk hervor.

Er würdigt deren Einfluss auf die Entwicklung elektronischer Musik über mehrere Jahrzehnte hinweg und bezeichnet die Band als stilprägend für zahlreiche spätere Musiker und Musikrichtungen. Anschließend wird der Titel „Die Roboter“ eingespielt.

28:35

Zeitmarken

Einleitung und Anlass des Vortrags

0:25

Roger Köppel eröffnet den Vortrag mit dem Hinweis auf den 85. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion. Er kritisiert, dass dieses Ereignis seiner Ansicht nach in Deutschland zu wenig Beachtung finde, und verbindet die historische Erinnerung unmittelbar mit der heutigen Debatte über das Verhältnis zu Russland.

Der Vernichtungskrieg als historischer Bezugspunkt

2:44

Er beschreibt Unternehmen Barbarossa als ideologisch motivierten Vernichtungskrieg, dessen Ziel nicht allein der militärische Sieg, sondern die physische Vernichtung und Unterwerfung großer Bevölkerungsteile gewesen sei. Dieser Charakter unterscheide den Ostkrieg grundlegend von einem konventionellen Krieg.

Andreas Hillgruber und seine Analyse

4:32

Köppel stützt sich ausführlich auf Andreas Hillgrubers Werk »Hitlerstrategie – Politik und Kriegführung 1940/41«. Er erläutert dessen Bedeutung im Historikerstreit und nutzt Hillgrubers Thesen als Grundlage für seine weitere Argumentation.

Ideologie als Triebkraft des Ostfeldzugs

7:42

Im Mittelpunkt stehen Hitlers Antibolschewismus, Antisemitismus und die Vorstellung einer jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung. Nach Köppels Darstellung zeigt Hillgruber, dass diese Ideologie den eigentlichen Motor des Vernichtungskrieges bildete und strategische Überlegungen überlagerte.

Übergang zur Gegenwartsanalyse

10:04

Im letzten Teil der ersten Hälfte schlägt Köppel den Bogen zur heutigen Politik. Er vertritt die Auffassung, dass die Erinnerung an den Ostkrieg verdrängt werde, weil Deutschland erneut über eine militärische Konfrontation mit Russland diskutiere. Damit leitet er den zweiten Teil seines Vortrags ein.

Einleitung und Anlass des Vortrags

0:25

Roger Köppel eröffnet den Vortrag mit dem Hinweis auf den 85. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion. Er kritisiert, dass dieses Ereignis seiner Ansicht nach in Deutschland zu wenig Beachtung finde, und verbindet die historische Erinnerung unmittelbar mit der heutigen Debatte über das Verhältnis zu Russland.

Der Vernichtungskrieg als historischer Bezugspunkt

2:44

Er beschreibt Unternehmen Barbarossa als ideologisch motivierten Vernichtungskrieg, dessen Ziel nicht allein der militärische Sieg, sondern die physische Vernichtung und Unterwerfung großer Bevölkerungsteile gewesen sei. Dieser Charakter unterscheide den Ostkrieg grundlegend von einem konventionellen Krieg.

Andreas Hillgruber und seine Analyse

4:32

Köppel stützt sich ausführlich auf Andreas Hillgrubers Werk »Hitlerstrategie – Politik und Kriegführung 1940/41«. Er erläutert dessen Bedeutung im Historikerstreit und nutzt Hillgrubers Thesen als Grundlage für seine weitere Argumentation.

Ideologie als Triebkraft des Ostfeldzugs

7:42

Im Mittelpunkt stehen Hitlers Antibolschewismus, Antisemitismus und die Vorstellung einer jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung. Nach Köppels Darstellung zeigt Hillgruber, dass diese Ideologie den eigentlichen Motor des Vernichtungskrieges bildete und strategische Überlegungen überlagerte.

Übergang zur Gegenwartsanalyse

10:04

Im letzten Teil der ersten Hälfte schlägt Köppel den Bogen zur heutigen Politik. Er vertritt die Auffassung, dass die Erinnerung an den Ostkrieg verdrängt werde, weil Deutschland erneut über eine militärische Konfrontation mit Russland diskutiere. Damit leitet er den zweiten Teil seines Vortrags ein.

Fehleinschätzungen der nationalsozialistischen Führung

10:53

Ausgehend von Hillgrubers Darstellung beschreibt Köppel die Selbstüberschätzung der deutschen Führung vor dem Angriff auf die Sowjetunion. Er nennt insbesondere die Unterschätzung der sowjetischen Widerstandskraft und die Hoffnung, einen langen Weltkrieg vermeiden zu können.

Hitlers strategische und ideologische Ziele

14:04

Köppel erläutert die langfristigen Ziele des Ostfeldzugs: territoriale Expansion, Versklavung großer Bevölkerungsteile sowie die Vernichtung der jüdischen und intellektuellen Elite. Er betont den ideologischen Charakter dieser Kriegsführung.

Geschichte als Warnung für die Gegenwart

17:26

Der Referent fordert, die Geschichte nicht nur als Erinnerung, sondern als politische Lehre zu begreifen. Er kritisiert deutsche Politiker und Medien, denen er eine zu geringe historische Sensibilität und eine konfrontative Haltung gegenüber Russland vorwirft.

Militärische Überheblichkeit und fehlende Kosten-Nutzen-Abwägung

18:49

Köppel entwickelt seine zentrale These, wonach sich bestimmte Denkmuster von 1941 heute wiederfinden könnten. Er warnt vor Selbstüberschätzung, ideologisch geprägten Entscheidungen und einer Politik, die die Folgen militärischer Eskalation unterschätze.

Schluss des eigentlichen Vortrags

21:35

Zum Ende fasst Köppel seine Argumentation zusammen und appelliert, historische Erfahrungen ernst zu nehmen. Der anschließend beginnende satirische Nachrichten- und Wetterteil wurde in dieser Auswertung bewusst ausgelassen.

25:53

Zusammenfassung

85 Jahre Unternehmen Barbarossa – Erinnerung, Geschichtspolitik und Gegenwart

Grundlage: hochgeladenes Transkript.

00:08 – 85 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

Ausgangspunkt ist der 85. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Der Moderator kritisiert, dass dieses historische Ereignis in deutschen Medien nur geringe Aufmerksamkeit gefunden habe, und stellt Berichte sowie Kommentare zum Jahrestag vor.

01:14 – Wolgograd zwischen Erinnerung und Gegenwart

Ein Bericht aus Wolgograd verbindet die Erinnerung an die Schlacht von Stalingrad mit dem heutigen Ukrainekrieg. Beschrieben werden Drohnenangriffe auf russisches Gebiet, Schäden an Infrastruktur und die wachsende Sorge, dass sich der Krieg zunehmend auf russisches Kernland ausweite.

02:15 – Die Bedeutung des Sieges über den Nationalsozialismus

Die Feierlichkeiten zum 9. Mai werden als zentraler Bestandteil des russischen Geschichtsverständnisses dargestellt. Der Sieg über das nationalsozialistische Deutschland wird als identitätsstiftendes Ereignis beschrieben, das bis heute das nationale Selbstverständnis prägt.

04:20 – Russische Wahrnehmung des Ukrainekriegs

Der Bericht schildert die Sicht vieler Gesprächspartner in Russland, wonach der Krieg nicht erst 2022 begonnen habe, sondern seine Ursachen bereits in den Ereignissen von 2014 gesehen würden. Diese Darstellung wird als wesentlicher Unterschied zur westlichen Sichtweise hervorgehoben.

05:19 – Historische Dimension des Ostkriegs

Ein Schwerpunkt liegt auf den enormen Verlusten der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Die Erinnerung an rund 27 Millionen Tote wird als Schlüssel zum Verständnis der russischen Erinnerungskultur und der heutigen sicherheitspolitischen Sensibilität dargestellt.

08:35 – Kritik an deutscher Erinnerungspolitik

Ausführlich wird ein Artikel des Spiegel besprochen. Kritisiert wird insbesondere, dass nach Auffassung des Kommentators zentrale Aspekte des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion sowie die ideologischen Ziele des Nationalsozialismus nur unzureichend dargestellt würden.

10:17 – Vernichtungskrieg und historische Einordnung

Der Kommentar behandelt Themen wie den Generalplan Ost, die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener, Kollaboration einzelner Gruppen sowie den Umgang mit diesen Fragen in der heutigen Geschichtsschreibung. Nach Ansicht des Autors werde die historische Dimension des Ostfeldzuges häufig verkürzt dargestellt.

12:28 – Bandera, Kollaboration und heutige Debatten

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bewertung ukrainischer Nationalisten während des Zweiten Weltkriegs. Diskutiert werden Stepan Bandera, ukrainische Kollaborateure und deren heutige politische Bedeutung sowie der Umgang westlicher Medien mit diesem Thema.

14:53 – Der Sieg über den Nationalsozialismus als Staatsmythos

Es wird erläutert, weshalb der Sieg von 1945 in Russland als zentrale Grundlage des nationalen Selbstverständnisses gilt. Daraus leite sich nach Ansicht der Gesprächspartner auch das heutige politische Handeln Russlands in besonderem Maße ab.

17:03 – Gegenwartspolitik und historische Parallelen

Der Beitrag zieht Parallelen zwischen aktuellen militärischen Aussagen deutscher Politiker und den historischen Erinnerungen an den deutschen Angriff auf die Sowjetunion. Dabei wird vor einer weiteren militärischen Eskalation zwischen Russland und der NATO gewarnt.

18:45 – Persönliche Erinnerung an Stalingrad

Patrick Baab schildert die Begegnung mit einem ehemaligen Wehrmachtssoldaten, der bei Stalingrad ein Bein verlor. Die persönliche Geschichte dient als Mahnung gegen Krieg und Militarisierung und bildet den emotionalen Höhepunkt des Beitrags.

20:01 – Warnung vor einer neuen europäischen Katastrophe

Zum Abschluss wird die Sorge geäußert, Europa könne erneut auf eine große militärische Konfrontation zusteuern. Verwiesen wird auf zunehmende Spannungen, gegenseitige Drohungen und die Gefahr einer weiteren Eskalation zwischen Russland und der NATO.

22:25 – Internationale Kurznachrichten

Der letzte Teil besteht überwiegend aus einem Nachrichtenblock mit kurzen Meldungen zu internationalen Ereignissen (u. a. China, Belarus, Iran, Syrien, Israel, Burkina Faso, Großbritannien, Deutschland und Ukraine) sowie einzelnen politischen Kommentaren. Diese Meldungen stehen thematisch weitgehend unabhängig vom Hauptthema des Beitrags.

25:28

Zeitmarken

Köppels „Wutrede“ und die Kritik an der westlichen Kriegswahrnehmung

00:19

Der Einstieg stellt Roger Köppels längere „Wutrede“ in den Mittelpunkt. Köppel kritisiert die seiner Ansicht nach gefährliche Illusion, Russland sei militärisch praktisch besiegt und die Ukraine befinde sich auf dem Weg zum Sieg. Drohnenangriffe auf Russland würden in westlichen Medien anders bewertet als russische Angriffe: ukrainische Treffer auf zivile Gebäude erschienen als Kollateralschäden, russische Treffer dagegen als Beleg systematischer Kriegskriminalität. Daraus leitet er den Vorwurf ab, die öffentliche Wahrnehmung sei bereits tief von Kriegspropaganda geprägt.

Drohnenangriffe, Eskalationslogik und nukleare Gefahr

02:14

Köppel warnt, jeder weitere ukrainische Drohnenangriff erhöhe nicht die Chance auf Verhandlungen, sondern den Druck auf Moskau, gegenüber den Unterstützern Kiews entschiedener zu reagieren. Besonders Deutschland wird als wichtiger Unterstützer der Ukraine genannt. Die Argumentation kreist um die Gefahr, dass Europa die Eskalationsrisiken einer Atommacht unterschätze und sich zugleich selbst überschätze. Der militärisch schwache europäische Akteur werde in der Rede dem russischen „Riesen“ gegenübergestellt, dessen nukleares Arsenal nicht ignoriert werden dürfe.

Deutschland, Bundeswehr und politische Verantwortung

04:41

Die Sendung greift Köppels Kritik am deutschen „Verbalmilitarismus“ auf. Er stellt die militärische Schwäche der Bundeswehr den scharfen politischen Formulierungen gegenüber und sieht darin eine besonders gefährliche Mischung. Die Verantwortung liege weniger bei der deutschen Bevölkerung als bei den gewählten Politikern, die nach der Wahl weitgehend ungebunden handeln könnten. Vor allem die deutsche Geschichte mache besondere Vorsicht nötig: Wer ausgerechnet in Deutschland den Krieg gegen Russland rhetorisch auflade, trage eine außerordentliche Verantwortung.

Helmut Kohl als Gegenbild zu Friedrich Merz

07:24

Köppel stellt Friedrich Merz dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl gegenüber. Kohl erscheint als Politiker mit geschichtlichem Bewusstsein, der Deutschlands Westbindung mit einem pragmatischen Verhältnis zu Russland ausbalanciert habe. Russland wird dabei als stolze, empfindliche und respektbedürftige Nation beschrieben. Deutschland hätte nach dieser Sichtweise die Möglichkeit gehabt, mit technologischem Know-how und industrieller Stärke eine produktive Beziehung zu Russland zu pflegen; diese Tradition werde durch moralische Überheblichkeit und gegenwärtige Kriegspolitik zerstört.

Brandmauer, Selbstgespräch und eingeschränkte Debatte

11:13

Im nächsten Schwerpunkt geht es um die deutsche „Brandmauer“-Politik. Köppel sieht darin ein Symbol für eine Gesellschaft, die nicht mehr mit Andersdenkenden spricht und sich in einem politischen Selbstgespräch einrichtet. Aus einseitigen Debatten entstehe einseitige Politik; diese wiederum erhöhe die Gefahr kollektiver Fehlentscheidungen. Damit verbindet er seine Kritik an Friedrich Merz, an der CDU und an einer politischen Kultur, die moralische Abgrenzung höher gewichte als offene Auseinandersetzung.

Meinungsfreiheit, Majestätsbeleidigung und Demokratieverständnis

13:14

Köppel definiert Demokratie als Ordnung, in der Bürger Nein sagen und Regierende scharf kritisieren dürfen, ohne staatliche Repression befürchten zu müssen. Er kritisiert deutsche Straf- und Beleidigungsregeln zugunsten von Politikern als Rückfall in eine Art Majestätsbeleidigung. Demokratisch gewählte Amtsträger seien Angestellte des Souveräns, nicht dessen Herren. Besonders scharf fällt die Kritik an Politikern aus, die Wähler mit abweichenden Positionen pauschal als extremistisch oder „Nazis“ abwerteten.

EU-Diplomatie, Lawrow und das Verhältnis zu Russland

15:53

Die Auswertung kehrt zur Kriegsfrage zurück. Köppel warnt erneut, eine Großmacht und Atommacht in die Ecke zu treiben. Ukrainische Drohnenangriffe würden von Kiew auch als politisches Theater genutzt, um westliche Unterstützung auszulösen. Zugleich wird Lawrows Aussage aufgegriffen, in der EU gebe es keinen geeigneten Verhandlungspartner. Kritisiert wird, dass europäische Politiker diplomatische Kanäle zu Russland blockierten oder gegeneinander ausspielten, obwohl gerade Diplomatie notwendig wäre.

Sommer 1976, Medienroutine und Nachrichtenmix

18:58

Nach der Wutrede folgt der typische Nachrichten- und Kommentarteil der Sendung. Er beginnt mit Wetter, Sommerassoziationen und Rückblicken auf 1976, verbindet dies aber rasch mit Medienkritik, Popkultur, Bahnproblemen und innenpolitischen Seitenhieben. Die Form bleibt satirisch und sprunghaft: Alltagsmeldungen, Erinnerungen, Spott über Prominente und Kritik an öffentlich-rechtlicher oder etablierter Berichterstattung werden ineinander montiert.

Hormus, Nahost, Ukraine und internationale Konfliktlinien

20:23

Ein weiterer Block bündelt internationale Meldungen: Die Straße von Hormus sei wieder geöffnet, Gespräche zwischen den USA und Iran würden fortgesetzt, und die Lage im Nahen Osten bleibe angespannt. Hinzu kommen Meldungen über Venezuela, NATO, Kasachstan, russische Wirtschaft, Ukraine-Schulden, Krim, Taiwan, Okinawa und Nordkorea. Der rote Faden ist eine skeptische Sicht auf westliche Machtpolitik und auf Medienberichte, die nach Ansicht der Sendung wichtige Zusammenhänge ausblenden.

Buchenwald, MDR, AfD und Schlussmeldungen

23:14

Gegen Ende stehen deutsche Innenpolitik und Erinnerungskultur im Vordergrund. Der Besuch des russischen Botschafters in Buchenwald wird der Berichterstattung über AfD-Vorwürfe und Wahlkampf in Sachsen-Anhalt gegenübergestellt. Weitere Stichworte sind Remigration, FPÖ, Thüringen, Kriminalitätsmeldungen und der ironische Schluss mit Wetter und Musikeinspielung. Die Sendung endet im gewohnten Wechsel aus Polemik, Medienkritik und sarkastischer Tageskommentierung.

Kurzfazit

Die Sendung verbindet Roger Köppels zugespitzte Kritik an westlicher Ukraine- und Russlandpolitik mit einer satirisch kommentierten Presseschau. Im Zentrum stehen Warnungen vor Selbstüberschätzung, Eskalationsblindheit und einer verengten deutschen Debattenkultur. Der zweite Teil weitet den Blick auf Medien, Sommer- und Kulturassoziationen, Bahn, Nahost, Hormus, Ukraine, Russland und deutsche Innenpolitik. 

25:22

Zeitmarken

Persönliches Gedenken und historische Erinnerung

00:33

Rodionov erinnert an Familienangehörige, die die Leningrader Blockade erlebten oder im Krieg kämpften. Er schildert die Bedeutung des 22. Juni in Russland und betont die Versöhnungsgeste seines Großvaters, der nach dem Krieg für den Wiederaufbau der Beziehungen zu Deutschland eintrat.

Der Jahrestag und die aktuelle deutsche Politik

03:03

Die Gesprächspartner kritisieren den Besuch von Boris Pistorius in Litauen am Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion. Sie ziehen historische Parallelen und bewerten aktuelle militärische Signale als Ausdruck einer gefährlichen Eskalation.

Militärische Sprache und historische Vergleiche

07:20

Ausgehend von Äußerungen baltischer Politiker und deutscher Militärs diskutieren Rodionov und Elsässer den Wandel der politischen Sprache. Sie vergleichen aktuelle Formulierungen mit historischen Beispielen und warnen vor einer zunehmenden Konfrontation.

Bundeswehr, Aufrüstung und Kriegsplanung

10:04

Im Mittelpunkt stehen Aussagen deutscher Luftwaffenvertreter über Einsatzbereitschaft und mögliche Ziele in Russland. Die Gesprächspartner sehen darin Hinweise auf konkrete militärische Planungen und vergleichen diese mit historischen Aufrüstungsprogrammen.

Erinnerungskultur und Denkmalpolitik

14:58

Diskutiert werden der Umgang mit sowjetischen Kriegsdenkmälern in Lettland sowie rechtliche Maßnahmen gegen russischsprachige Einwohner. Rodionov kritisiert die Entwicklung als Teil einer veränderten Erinnerungspolitik.

Russlandbild und Friedenspolitik

17:07

Anhand der Debatte innerhalb der AfD wird über historische Schuld, sowjetische Kriegsverbrechen und den Wunsch nach einer ausgewogenen Erinnerungskultur gesprochen. Die Gesprächspartner plädieren für bessere deutsch-russische Beziehungen.

Kommentierte Presseschau

19:55

Zum Abschluss folgen kurze Kommentare zu deutschen Nachrichten, Robert Sesselmann, der Straße von Hormus, OPEC, Nahost, Ukrainekrieg und weiteren internationalen Entwicklungen.