Das bewegte Leben des Lasik Roitschwantz
Roman

Verdrängt, vergessen, verschwunden – Ilja Ehrenburgs originellster und persönlichster Roman von 1928.

Der kleine jüdische Herrenschneider Lasik Roitschwantz wird vom Lehrmeister Hunger durchs Leben, über Grenzen und Sprachen gewirbelt. Er verliert sein Geschäft und seine Heimat, er beginnt eine Odyssee – als Parteikandidat in Kiew, Kaninchenzüchter in Tula und Schriftsteller in Moskau; er wird zum Affen im Wanderzirkus, zum Filmschauspieler in Berlin und Rabbi in Frankfurt. 

ISBN 978-3-8477-0375-4 1. Aufl. 14.03.2016 42,00 Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover) Originalausgabe war 1928 auf russisch

Aber ob Königsberg, Paris oder London, von einer Hoffnung, einem Hunger, von einem Traum zum nächsten getrieben, wird der arme Ostjude Roitschwantz zum Anpassungskünstler und Enttarnungsgenie – vor allem aber zum ewigen Verlierer, der endlich im gelobten Heiligen Land eintrifft und am heiligsten Feiertag des Jahres neben dem Grab von Jakobs Ehefrau Rahel verhungert.

Sprache war der Überlebensstoff des Lasik Roitschwantz, Sprache ist dieses wiederzuentdeckende Buch, ein wunderbares Tohuwabohu explosiver Phantasie.

Aus dem Russischen übertragen von Waldemar Jollos. Mit einem Nachwort bereichert von Peter Hamm.

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Leseprobe des Verlags

Pressestimmen

"Wie sein Anti-Held Lasik Roitschwantz lebte auch Ehrenburg inmitten eines historischen Wirbelsturms. Sein satirisches Talent entfaltet sich in Das bewegte Leben des Lasik Roitschwantz ebenso zündend wie die existenzielle Weisheit des osteuropäischen Judentums. Auch sprachlich stoßen in dem Roman die Welten, die Lasik Roitschwantz durchquert, aufeinander. Jiddische Erzählkunst verbindet sich mit marxistischem Jargon, talmudischem Denken und Fabulierlust." Carsten Hueck Ö1 - Literaturmagazin Ex Libris 07.08.2016

"Komik wird hier noch den schlimmsten Situationen abgewonnen. Und so erzeugt selbst Lasiks unpassendstes Verhalten eine bitter-heitere Wahrhaftigkeit. Ehrenburg hat mit Lasik die Ahasver-Legende vom wandernden Juden ironisch auf den Stand der 1920er Jahre gebracht. Was danach kam, ist bekannt. (...) Gut, dass man diesen Roman nun in unruhigen Zeiten neu entdecken kann." Der Tagesspiegel 12.07.2016

"Bei aller Naivität erweist sich Lasik als ein kompromissloser Beobachter der Weltlage, die er mit Geist und Witz durch die Wiedergabe unzähliger Legenden und Gleichnisse des ostjüdischen Chassidismus scharfsinnig kommentiert.“ Karlheinz Kasper Neues Deutschland 11.07.2016

"In seinem Roman "Das bewegte Leben des Lasik Roitschwantz" nahm der Sowjetautor Ilja Ehrenburg für die Sache der Juden Partei. Seine endlich wieder greifbare Satire ist ein bewegendes Spiel mit dem Feuer." Ronald Pohl der Standard 13.04.2016

Autoreninfos

Ilja Grigorjewitsch Ehrenburg (gelegentlich auch als Erenburg transkribiert; russisch Илья́ Григо́рьевич Эренбу́рг; * 14. Januar (Julianischer Kalender)/26. Januar (Gregorianischer Kalender) 1891 in Kiew, Russisches Kaiserreich; † 31. August 1967 in Moskau, Sowjetunion) war ein russischer Schriftsteller und Journalist.

Er gehört zu den produktivsten und profiliertesten Autoren der Sowjetunion und veröffentlichte rund hundert Bücher. Ehrenburg ist in erster Linie als Autor von Romanen sowie als Journalist bekannt geworden, insbesondere als Berichterstatter und teilweise auch Propagandist in drei Kriegen (Erster Weltkrieg, Spanischer Bürgerkrieg und vor allem Zweiter Weltkrieg). Seine Propagandaartikel im Zweiten Weltkrieg haben nachträglich in der Bundesrepublik Deutschland, vor allem in den 1960er Jahren, heftige und kontroverse Debatten ausgelöst. Der Roman Tauwetter gab der Tauwetter-Periode, der Phase der Lockerungen nach Stalins Tod, ihren Namen. Auch Ehrenburgs Reiseberichte fanden große Resonanz, vor allem aber seine Autobiografie Menschen Jahre Leben, die als sein bekanntestes und am meisten diskutiertes Werk gelten kann. Besondere Bedeutung hatte das von ihm gemeinsam mit Wassili Grossman herausgegebene Schwarzbuch über den Völkermord an den sowjetischen Juden, die erste große Dokumentation der Shoah. Zudem veröffentlichte Ehrenburg eine Reihe von Gedichtbänden. 

Wikipedia (DE): Ilja Grigorjewitsch Ehrenburg

Autoren

Erstellt: 29.09.2026 - 11:41  |  Geändert: 29.09.2026 - 12:01