Wie muss Frieden heute konzeptionell gedacht werden, damit ein gewaltfreier Konfliktaustrag nicht mit dem Streben nach Sicherheit kollidiert? Wie kann Frieden unter den Bedingungen einer politisierten und globalisierten Welt funktionieren? Dieses Buch beschreibt das Konzept der Friedenslogik - ein alternatives Konzept zur Sicherheitslogik, bei der der Wille zum Frieden durch Rüstung und militärische Drohpotenziale erreicht wird. Sein Ziel ist es, eine verbreiterte Teilhabe zu ermöglichen, die Relevanz der Schlüsselkategorie Frieden für die Sicherheits- und Menschenrechtspolitik sowie die entwicklungspolitische Zusammenarbeit begreifbar zu machen und zur Anwendung der Prinzipien anzuregen.
Friedensforschung (Thema)
Am 3. November 2018 veranstalteten die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) und das WeltTrends-Institut für Internationale Beziehungen (IIP) gemeinsam den diesjährigen „Potsdamer Außenpolitischen Dialog“. Das Thema der alljährlichen außenpolitischen Fachtagung war: „Jenseits der Konfrontation! Für eine Neugestaltung der Beziehungen zwischen der EU und Russland“. Den Veranstaltern ging es um alternatives Denken zu den gegenwärtigen dominanten Strömungen in Politik und Medien, die auf eine Rückkehr zur Konfrontation in der Weltpolitik generell und im Verhältnis zu Russland speziell zielen.
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat die europäische Sicherheitsarchitektur zum Einsturz gebracht. Das Friedensgutachten 2022 analysiert die Eskalation, zeigt Folgen für die Ukraine und die Region auf und richtet den Blick auf die Neuausrichtung der deutschen und europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Neben den globalen Implikationen des Krieges werden auch die Erfolgsbedingungen und Grenzen von Sanktionen dargelegt sowie die Krise der globalen nuklearen Ordnung analysiert. Darüber hinaus zeigen die Untersuchungen zum globalen Konfliktgeschehen, dass internationalisierte Konflikte, dschihadistische Gewaltakteure sowie Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen und LGBTQI-Minderheiten neue friedenspolitische Akzente erfordern.
Diese Einführung stellt die naturwissenschaftlichen Grundlagen für die Friedens- und Konfliktforschung einleitend und verständlich dar. Damit wird Studierenden die Möglichkeit geboten, wichtiges Hintergrundwissen in den Bereichen Physik, Chemie, Biologie und Informatik zu erlangen und Konflikte, Krisensituationen und Kriege auch von den naturwissenschaftlichen Möglichkeiten und Bedingungen her einzuschätzen.
Das Grundlagenwerk zu Krieg und Frieden
Warum führen Menschen Krieg gegeneinander? Was lässt sich dafür tun, dass sie ihre Rivalitäten friedlich austragen? Und wenn es doch zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gekommen ist - welche Auswege gibt es, sie zu beenden? Mit diesen Fragen setzt sich Christopher Blattman auseinander. Sein Buch ist die Summe jahrzehntelanger Forschungen sowie praktischer Erfahrungen in Krisengebieten. Es räumt mit gängigen Auffassungen zur Entstehung von kriegerischen Auseinandersetzungen auf und zeigt, wie der Frieden eine Chance erhält.
Als westliche Truppen 2021 gleichsam bei Nacht und Nebel Afghanistan verließen, kamen Vergleiche mit der Niederlage der USA in Vietnam auf. Hatte sich unter dem Schutz der NATO und an der Seite von Warlords ein mafiöses System herausgebildet, so gelangten am Ende eines verheerenden »War on Terror« wieder jene an die Regierung, die man einst vertrieben hatte - in einem Krieg, der laut Bundesregierung zunächst nicht als solcher zu benennen war. Zur Einordnung des geostrategisch umkämpften Landes geht der Band auf die Revolution von 1978 zurück, mit der sich ein nichtkapitalistischer Entwicklungsweg eröffnete. Afghanistan dürfe keine Schule machen, so darauf US-Außenminister Henry Kissinger.
Nationale Armeen und partikulare Militärbündnisse verschärfen die globalen Probleme. Eine zivile Weltinnenpolitik erfordert gemeinsame internationale Polizeistrukturen in den Weltregionen und bei der UNO. Seit einigen Jahren wird auch in Wissenschaft, Kirchen und Gesellschaft die Forderung nach einer Internationalen Polizei anstelle nationaler Armeen laut. Um hierzu der Politik konkrete Vorschläge machen zu können, hat sich bei der Initiative »Sicherheit-neu-denken« die Fachgruppe Internationale Polizei gebildet. In mehreren Klausuren und einer Akademietagung wurden die Erfahrungen von Polizeikräften in internationalen Missionen, aber auch von Friedensfachkräften und Friedenswissenschaft vorgetragen und reflektiert.
Domenico Losurdo zeichnet eine faszinierende Geschichte der Idee des Friedens von der Aufklärung und der Französischen Revolution bis in die Gegenwart mit ihren Kriegsgefahren nach. Diese Geschichte, deren Protagonisten die großen Intellektuellen (so Kant, Fichte, Hegel, Constant, Comte, Spencer, Marx, Engels, Popper) und einflussreiche Staatsmänner (wie Washington, Robespierre, Napoleon, Wilson, Lenin, Bush Sr.) sind, führt zu den dramatischen Problemen unserer Zeit: Ist es möglich, eine Welt ohne Krieg aufzubauen? Ist die Demokratie eine echte Garantie für den Frieden oder kann sie zu einer Ideologie des Krieges werden? Wie und unter welchen Umständen kann der Universalismus in einen Anspruch auf Überlegenheit und Weltherrschaft umschlagen?
Gewaltfreiheit ist eine Haltung. Sie ist aber auch christliche Spiritualität und ein Politikstil. Als gewaltfreie Aktion stellt sie Mittel zur Konfliktlösung bereit, die friedensethisch geboten, zukunftsfähig und nachweisbar wirksam sind, auch in militärischen Konflikten. Das ist eine der wesentlichen Botschaften des pax christi Fachkongresses zu Gewaltfreiheit, der im Herbst 2019 in Fulda stattfand. Die vorliegende Dokumentation der Kongressbeiträge soll einen Beitrag dazu leisten, dass Gewaltfreiheit als Leitbild von Friedensethik, Friedensforschung und Friedenstheologie gestärkt wird.
Erstmals auf Deutsch: Essays und Erinnerungen des einflussreichsten Friedensaktivisten des 20. Jahrhunderts gegen den Bombenkrieg. Im Zweiten Weltkrieg nahm Howard Zinn am Luftangriff auf Royan teil, das zu diesem Zeitpunkt immer noch hartnäckig von Nazis besetzt war. 1966 reist er zurück an den Ort des Schreckens, führt Gespräche mit Anwohnern und studiert historische Dokumente in der örtlichen Bibliothek. Später wird er auch Hiroshima besuchen, um Überlebende des Atomangriffs zu treffen. Seine kraftvollen Essays, die Zinn kurz vor seinem Tod im Jahr 2010 fertigstellte, schenken uns persönliche Berichte und historisch-politische Analysen.