Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2023: Feinfühlig und scharfsinnig erzählt Sherko Fatah eine erschütternde Vater-Tochter-Geschichte vor dem Hintergrund der Konflikte im Nahen Osten, die auch das heutige Westeuropa längst erreicht haben.
Eine Tochter verschwindet. Sie ist aufgebrochen, um sich in Syrien mit einem Glaubenskrieger zu verheiraten, den sie im Internet kennengelernt hat. Zurück bleibt ein Vater, der sich Vorwürfe macht. Hätte Murad seiner Tochter Naima nur mehr von seinem Herkunftsland erzählt, von dem er sich hier in Deutschland endlich gelöst hat. Hätte er ihren Fremdheitsgefühlen nur mehr Beachtung geschenkt. Vielleicht wäre sie dann nicht im Namen der Religion in eine Welt heimgekehrt, die ihr vollkommen unvertraut ist. Murad sieht nur eine Lösung: Er muss Naima finden.
Sherko Fatah (Jahrgang 1964) ist ein deutscher Schriftsteller mit irakisch-kurdischen Wurzeln. Er wurde am 28. November 1964 in Ost-Berlin geboren und studierte Philosophie und Kunstgeschichte; er lebt als freier Autor in Berlin. In seinen Romanen und Erzählungen thematisiert Fatah oft Gewalt, kulturelle Grenzsituationen und die Verhältnisse im Nahen Osten, insbesondere im kurdischen Grenzgebiet zwischen Iran, Irak und Türkei. Sein Debüt Im Grenzland erhielt 2001 den Aspekte-Literaturpreis, und weitere Werke wie Das dunkle Schiff oder Der letzte Ort wurden vielfach rezipiert und ausgezeichnet; er erhielt unter anderem den Adelbert-von-Chamisso-Preis und den Fontane-Preis. Fatahs Texte verbinden erzählerische Darstellung mit Auseinandersetzungen über Exil, Identität und politische Konflikte.
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