junge Welt (Medienpräsenz)

1:35:38

50 Jahre nach einem gescheiterten Buchprojekt in der DDR soll es im November 2020 soweit sein: Der Verlag 8. Mai präsentiert das »Kommunistische Manifest« und den 1968 dafür geschaffenen elfteiligen Zyklus der Künstlerin Lea Grundig. Bisher wurden diese Bilder noch nie zusammen gezeigt. Kunsthistoriker Andreas Wessel und Verlagsleiter Andreas Hüllinghorst stellen das Kommunistische Manifest, die Malerin sowie das gescheiterte Buchprojekt und das dann bald vorliegende neue Buch vor.

Das Video zeigt eindrucksvolle Bildbeispiele.

30:04

In diesem Interview spricht die Journalistin Susann Witt-Stahl, Chefredakteurin des Kulturmagazins Melodie & Rhythmus, über die Ereignisse in Leipzig-Connewitz und widerspricht der medialen Darstellung eines »Linke gegen Linke«-Konflikts. Ihrer Einschätzung nach handelt es sich nicht um einen innerlinken Streit, sondern um einen grundlegenden Richtungs- und Definitionskampf – insbesondere um die Frage, wer heute bestimmt, was als »links«, »antifaschistisch« oder »antisemitisch« gilt.

Im Mittelpunkt steht ihre Analyse der sogenannten antideutschen Bewegung, die sie nicht mehr als Teil der linken Tradition betrachtet. Witt-Stahl beschreibt die Entwicklung dieser Strömung seit 1989/90 als ideologische Wende: vom antiimperialistischen Anspruch hin zu einer Orientierung an westlicher Außenpolitik, deutscher Staatsräson und bedingungsloser Israel-Solidarität. Historische Wegmarken seien der Golfkrieg 1991 und der »War on Terror« ab 2001.

Im Kern erkennt sie darin ein genuin antikommunistisches Projekt. Zentrale marxistische Kategorien wie Klassenanalyse, Imperialismustheorie oder materialistische Faschismusanalyse seien schrittweise verdrängt und durch liberale Deutungsmuster ersetzt worden – bis hin zur Gleichsetzung von Kommunismus und Faschismus im Sinne totalitarismustheoretischer Ansätze. Vor diesem Hintergrund versteht Witt-Stahl die aktuellen Auseinandersetzungen nicht als innerlinke Differenz, sondern als Ausdruck eines tieferen ideologischen Bruchs mit antikapitalistischen und antiimperialistischen Positionen in Deutschland.

44:21

Eine Ikone der DDR-Moderne verschwindet: Das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Berlin-Friedrichshain wird abgerissen. Wir sprachen am 19. Dezember 2025 mit drei VertreterInnen der Bürgerinitiative »SEZ für alle!« über den Abriss, ihren Widerstand dagegen und ihre Vorstellungen für eine zukünftige Weiternutzung des Gebäudes. 

15:23

Das Völkerrecht hat nicht versagt – es wird einfach ignoriert. Die Politik hat sich davon abgekoppelt, deshalb muss die Gesellschaft aktiv werden und es verteidigen. Ohne Druck von unten wird es keine Achtung der Menschenrechte geben. Albanese warnt vor der Aushöhlung grundlegender Freiheiten wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit und zieht Parallelen zur historischen Leugnung von Verbrechen. Die Leugnung des Völkermords in Gaza ist Teil des Verbrechens selbst. Trotz aller Widerstände müssen wir weiter für Gleichberechtigung, ein Ende der Besatzung, der Apartheid und der Straflosigkeit kämpfen – und für eine Weltordnung, die auf gleichen Rechten für alle basiert.


International law has not failed—it is being ignored. Politics has decoupled itself from it, which is why society must activate and defend it. Without pressure from below, there will be no respect for human rights. Albanese warns against the erosion of fundamental freedoms such as freedom of expression and assembly, drawing parallels with the historical denial of crimes. Denial of the genocide in Gaza is part of the crime itself. Despite headwinds, we must continue to fight for equality, an end to occupation, apartheid, and impunity—and for a world order based on equal rights for all.

25:52

Die UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit, Irene Khan, erklärte auf einer Pressekonferenz zum Abschluss ihres Deutschlandbesuchs, dass der Raum für freie Meinungsäußerung in Deutschland zunehmend unter Druck gerate. Zwar erkenne sie die realen Herausforderungen durch Antisemitismus, Hassrede und gewalttätigen Extremismus an, kritisierte jedoch, dass die Bundesregierung diesen Entwicklungen immer stärker mit sicherheits- und strafrechtsorientierten Maßnahmen begegne. Dazu zählten unter anderem pauschale Verbote bestimmter Slogans, der Einsatz vage definierter Extremismusbegriffe sowie verstärkte Überwachungsmaßnahmen. Nach Khans Einschätzung führen diese Ansätze zu rechtlicher Unsicherheit darüber, was als zulässige oder unzulässige Meinungsäußerung gilt, begünstigen Stigmatisierung und fördern Selbstzensur. Eine solche Überbetonung der Kriminalisierung politischer Rede könne demokratische Debatten verengen, gesellschaftliche Polarisierung verschärfen und das Vertrauen in demokratische Institutionen schwächen.

24:35

Da Panzertoni leider verhindert war, übernahm kurzerhand unser Praktikant und befragte den Publizisten, Autor und YouTuber Fabian Lehr: Wann steht der Russe vor der Tür? Und warum darf Sozialpolitik nicht gegen Aufrüstung ausgespielt werden? Die Antworten brachten ihn offenbar zum Umdenken – nun ist er Antiimperialist.

Im Interview setzt sich Fabian Lehr kritisch mit den verbreiteten Pro-NATO- und Aufrüstungsnarrativen auseinander. Lehr argumentiert: Wer will, dass Arbeiterinnen und Arme in Deutschland gut leben können, darf nicht für einen fiktiven Eroberungskrieg Putins aufrüsten. Notwendig sei statt dessen eine Auseinandersetzung mit der deutschen Reaktion.

28:50

Der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Goldberg sprach vor mehreren tausenden Konferenzbesuchern über die »Epochenkrise des westlichen Kapitalismus und die politischen Folgen in der BRD«. Goldberg war Mitarbeiter des Instituts für Marxistische Studien und langjähriger wirtschaftlicher Berater der Regierungen von Benin und Sambia. Seinen Vortrag gruppierte Goldberg um zwei Kernfragen: Erstens, was sind die Ursachen und Folgen der zunehmenden Gewalt in den internationalen Beziehungen? Zweitens, wer sind die Anstifter und Profiteure dieser Politik?

Wir befinden uns, so Goldberg in einer epochalen Krise. Durch die Finanzialisierung des Kapitalismus seien neue Widersprüche und Probleme entstanden, wie die große Krise von 2008/09 demonstriert hat. Es handelte sich dabei um eine Krise des westlichen Kapitalismus, während zahlreiche Länder im globalen Süden eigene Wege gehen. Es habe Ansätze zu einem progressiven Ausweg aus dieser Krise gegeben, etwa durch die Politik von Jeremy Corbyn in Großbritannien, die Partei Podemos in Spanien oder durch Graswurzelbewegungen wie »Blockupy«. Diese Bewegungen seien jedoch vorübergehend gescheitert.

Doch zunehmend werde die westliche Hegemonie von aufsteigenden Volkswirtschaften des globalen Südens, darunter vor allem die Volksrepublik China, in Frage gestellt. Die Staaten des westlichen Kapitalismus in Europa und Nordamerika setzen daher wieder auf Aufrüstung und direkte militärische Konfrontation. Dies führe zu einer wachsenden Gewaltförmigkeit in den internationalen Beziehungen. Wer angesichts dessen noch von einer »regelbasierten Gewaltordnung« schwadroniere, so Goldberg, dem sei eigentlich nicht mehr zu helfen. Das Militärische erhalte im westlichen Kapitalismus das Primat. Auch die BRD wolle ihre europäische Vorherrschaft mit militärischer Stärke sichern und rüste dafür drastisch auf.

In seinem profunden Vortrag ging Goldberg des weiteren auch auf den Sozialstaatsabbau ein, durch den die Herrschenden die Aufrüstung finanzieren. 

46:21

470 Aufrufe  Premiere vor 23 Stunden.
Ausschnitt des Livestreams der 31. internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz: Poesie ist das Gegenteil von Social Media: So formuliert es der Musiker und Kabarettist Andreas Rebers auf der Bühne. Er und die beiden Gitarristen André Matov und Samuel Halscheidt würdigen den »Poeten« Franz Josef Degenhardt im Programm »Rumpelkinder – Schmuddelstilzchen«.

00:00 Anmoderation 
03:26 Andreas Rebers Intro 
07:00 Der Mann von nebenan 
10:30 Kriegstauglichkeit trotz Wohlstandsverwahrlosung 
12:15 Die Grüne war nie eine pazifistische Partei 
13:45 In den guten alten Zeiten 
19:00 Gesellschaftsspaltung 
21:25 Feierabend 
26:45 Denkwürdige Zeiten 
27:30 Ein schönes Lied 
32:40 Mensch sein, freies denken und Humor 
34:50 Der, der meine Lieder singt 
40:00 Kriminelle Energie 
41:50 Rumpelstilzchen
 

11:29:23

Kopfüber in den Krieg – Gegen Rüstungswahn und mediale Mobilmachung
Binnen drei Jahren – bis 2029 – soll die BRD »kriegstüchtig« werden, verlangt die deutsche Regierung. Die Ziele sind Russland und die Volksrepublik China. Denn die imperialistische Logik ist an eine Fressgrenze gestoßen: Ohne großen Umverteilungskrieg droht dem Westen ein Hegemonieverlust, denn die Länder der sogenannten Dritten Welt und die BRICS-Staaten nehmen die Vorgaben aus den USA und aus der EU nicht mehr einfach so hin. Dies aber würde den dritten Weltkrieg bedeuten – mit unabsehbaren und katastrophalen Folgen. Die Kriegsertüchtigung der Völker des Westens läuft auf vielen Ebenen – durch soziale Umverteilung in Rüstungsproduktion, durch Hetze und Dämonisierung ausgemachter »Feinde«. Die 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz will schlaglichtartig beleuchten, was das in verschiedenen Ländern bedeutet. Und auch aufzeigen, wie Gegenwehr aussehen kann – durch alternative Medienarbeit, gewerkschaftliche Proteste und zivilgesellschaftlichen Ungehorsam. Die Dinge laufen nicht reibungslos für die Herrschenden. Fallen wir ihnen bei ihren militaristischen Vorbereitungen in den Arm – keinen Menschen und keinen Cent für den dritten Weltkrieg! 

10:53

Am 6. Januar haben sich Tausende Frauen aus verschiedenen Teilen Venezuelas in den Straßen von Caracas, der Hauptstadt, zu einem Protestmarsch versammelt. Sie haben gegen die Entführung von Präsident Nicolás Maduro und First Lady Cilia Flores durch US-Militärs demonstriert.


On January 6, thousands of women from various regions of Venezuela gathered in the streets of Caracas, the capital, for a protest march. They were demonstrating against the abduction of President Nicolás Maduro and First Lady Cilia Flores by US military forces.