acTVism Munich (Medienpräsenz)

22:43

In diesem Video berichtet der Investigativjournalist und Menschenrechtsanwalt Dimitri Lascaris aus Minab im Iran. Vor Ort spricht er mit Familien, die bei einem Angriff auf eine Mädchenschule und ein angrenzendes Wohngebiet Angehörige verloren haben – insgesamt 168 Tote und 95 Verletzte, die meisten davon Kinder.

Während er die Begräbnisstätten besucht und mit Betroffenen spricht, stellt sich eine zentrale Frage: Warum haben weder westliche Journalisten noch US-Beamte oder Vertreter internationaler Organisationen diese Familien aufgesucht – und warum wird ihr Leid weiterhin ignoriert?

17:42

Zeitmarken

  • Status der Straße von Hormus: Entgegen einiger Medienberichte ist die Meerenge laut dem Bericht nicht gesperrt, sondern steht unter iranischer Kontrolle. Sie bleibt offen für Verbündete und Länder, die nicht am Konflikt beteiligt sind, ist jedoch für die USA, Israel und deren Unterstützer gesperrt [06:01].
  • Wirtschaftliche Bedeutung: Über diese Wasserstraße werden etwa 20 % des weltweiten Öls sowie große Mengen an Flüssigerdgas (LNG), primär aus Katar, transportiert [05:35].
  • Schiffsverkehr: Trotz des Konflikts dokumentiert das Team ein hohes Aufkommen an Frachtschiffen und Öltankern. Allein vom Boot aus wurden etwa 90 Schiffe gezählt, die in beide Richtungen unterwegs waren [01:16:42].
  • Militärische Lage vor Ort:
    • Die Inseln Hormus und Qeshm gelten als stark befestigt und für amphibische Landungen schwer einnehmbar [10:57].
    • Das Team berichtet von Drohnenangriffen in der Nacht auf die Hafenanlagen der Insel Hormus, weshalb ein geplanter Besuch der Insel abgesagt werden musste [01:00].
    • Die Journalisten berichten zudem von einer ständigen Bedrohung durch Drohnen und Raketenangriffe in der Nähe ihrer Aufenthaltsorte [03:41].

Dokumentation der Zerstörung

Die Reporter besuchten zuvor Orte wie eine Wetterstation in Buschehr und eine Schule in Minab, die durch Raketen- oder Drohnenangriffe zerstört wurden. Dabei wird betont, dass Angriffe oft kurz nach dem Verlassen der Journalisten stattfanden [02:15], [02:54].

22:14

Zensur im Iran – oder ein verzerrtes Bild aus der Ferne? Während öffentlich-rechtliche Medien aus der Ferne berichten, reist der investigative Journalist und Menschenrechtsanwalt Dimitri Lascaris direkt ins Kriegsgebiet und macht eine andere Erfahrung vor Ort.

In diesem Bericht reagiert er auf die Behauptung, unabhängige Berichterstattung aus dem Iran sei nicht möglich, und zeigt, was er tatsächlich sehen, filmen und veröffentlichen konnte – und warum die Frage der Zensur komplexer ist, als oft dargestellt wird.

48:19

In diesem Interview spricht der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Journalist Chris Hedges mit dem Journalisten, Autor und Bestseller Max Blumenthal über die Frage, wie Donald Trump in einen Krieg mit dem Iran gedrängt wurde. Blumenthal beschreibt eine langfristige Einflusskampagne, in der politischer Druck, Spendernetzwerke und Geheimdienstnarrative zusammenwirkten, um Angst und Eskalation zu erzeugen. Das Gespräch zeichnet nach, wie sich diese Dynamik entwickelte, welche Rolle angebliche Attentatspläne spielten und warum die Situation schließlich außer Kontrolle zu geraten drohte.

20:57

Ein israelischer Angriff traf das Gandhi-Krankenhaus in Teheran und beschädigte eine zentrale medizinische Einrichtung schwer. Als der investigative Journalist und Menschenrechtsanwalt Dimitri Lascaris die Überreste besucht, spricht er mit Verantwortlichen des Krankenhauses über das Ausmaß der Zerstörung, die schwierige Verlegung von Patienten und die Folgen für die medizinische Versorgung. Der Bericht zeigt, was vor Ort geschah und welche Auswirkungen der Angriff auf das zivile Leben hat.

Der investigative Journalist und Menschenrechtsanwalt Dimitri Lascaris besucht die Überreste des Krankenhauses und spricht mit dem Vizepräsidenten über die Folgen des Angriffs, die zerstörte medizinische Infrastruktur und die Frage, wie lange das Krankenhaus außer Betrieb bleiben wird.

35:37

In diesem Bericht aus dem Iran dokumentiert der investigative Journalist und Menschenrechtsanwalt Dimitri Lascaris die Folgen der Angriffe in Täbris. Vor Ort spricht er mit Betroffenen, Rettungskräften und Angehörigen von Opfern und zeigt die Auswirkungen des Krieges auf das Leben von Zivilisten. Die Aufnahmen reichen von zerstörten Wohnhäusern bis zu persönlichen Schicksalen, die den Konflikt aus einer Perspektive sichtbar machen, die oft im Hintergrund bleibt.

19:31

In seinem zweiten Bericht aus dem Iran schildert der investigative Journalist und Menschenrechtsanwalt Dimitri Lascaris seine Eindrücke aus Teheran, wo sich Zehntausende Menschen zum Eid al Fitr in der Mosalla Moschee versammeln, während im Land Krieg herrscht. Vor Ort zeigt sich eine Atmosphäre, die viele überraschen dürfte. Statt Angst dominieren Entschlossenheit, religiöser Glaube und eine spürbare Geschlossenheit. Gespräche mit Teilnehmern geben Einblicke in ihre Sicht auf den Konflikt, ihre Bereitschaft zur Verteidigung des Landes und ihre Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten, Israel und politischen Akteuren in der Region.

17:36

In seinem ersten Bericht aus dem Iran während des laufenden Krieges schildert der Menschenrechtsanwalt und Journalist Dimitri Lascaris seine Eindrücke direkt vor Ort in Täbris — doch das, was er dort erlebt, passt nicht zu dem, was viele erwarten würden: keine sichtbaren Kampfhandlungen, keine Panik, sondern ein Alltag, der Fragen aufwirft. Wie kann das sein, mitten in einem Krieg? Und was bedeutet das für die Wahrnehmung dieses Konflikts?

Dieser Beitrag gibt die Eindrücke, Einschätzungen und Aussagen von Dimitri Lascaris vor Ort im Iran wieder. Einige Inhalte konnten unabhängig nicht überprüft werden und spiegeln die Perspektive des Autors wider.

53:09

Hedges Prof. John Mearsheimer, einen amerikanischen Politikwissenschaftler an der University of Chicago, über den eskalierenden Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran. Im Gespräch analysiert Mearsheimer die militärische Lage, mögliche Fehlkalkulationen der USA und die geopolitischen Risiken einer weiteren Eskalation – und stellt die Frage, ob sich Washington in einem Konflikt befindet, dessen strategische Folgen weitreichender sein könnten als erwartet.

19:11

In diesem Bericht dokumentieren wir die Veranstaltung „Gaza und die deutschen Medien“, die am 12. März 2026 im Hansa Haus in München stattfand. Die Veranstaltung widmete sich der Frage, wie deutsche Medien über den Gaza-Krieg berichten und welche Rolle Narrative, Sprache und journalistische Verantwortung in der öffentlichen Berichterstattung spielen. Der Bericht enthält Eindrücke aus dem Vortrag der Kommunikationswissenschaftlerin und Linguistin Nadia S. Zaboura sowie ein Interview mit Riad Othman, Nahostreferent von medico international.

Der Beitrag bei actTVism.org

Die vollständige Version des Vortrags wird nächste Woche veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

  • [00:18] Begrüßung und Einführung Eröffnung der Veranstaltung durch Kasem Schamberger (Medico International) und Vorstellung der Kooperationspartner (Amnesty International, IPPNW, Münchner Friedensbündnis).
  • [01:47] Die Krise des Medienvertrauens Analyse der Bedeutung von Medienvertrauen für die Demokratie und Präsentation wissenschaftlicher Daten (Mainzer Langzeitstudie 2024), die ein historisches Tief beim Vertrauen in die Nahost-Berichterstattung belegen.
  • [05:00] Muster der deutschen Berichterstattung Untersuchung von journalistischen Fehlpraktiken wie dem Ausblenden historischer Kontexte („Timeline-Problem“) und der Darstellung asymmetrischer Machtstrukturen als symmetrische Konflikte.
  • [07:38] Amplifizierung staatlicher und militärischer Kommunikation Kritik an der ungeprüften Übernahme von Headlines ausländischer Regierungen und Militärs (IDF) in deutschen Leitmedien (z. B. ARD-Liveblog).
  • [09:05] Der Umgang mit Opferzahlen Diskussion über das Narrativ der „unzuverlässigen Zahlen“ aus Gaza im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen (The Lancet) und die späte Anerkennung der Datenrichtigkeit durch Israel.
  • [10:39] Die Rolle des Presserats und Quellenkritik Hinweis auf die Entscheidung des Presserats, dass das israelische Militär keine privilegierte Quelle ist, und die Frage nach der praktischen Umsetzung im Journalismus.
  • [11:55] Verengter Meinungskorridor und Sprachregelungen Analyse von internen Doppelstandards, der Angst vor Bloßstellung und dem Einfluss politisch gepushter Definitionen (z. B. IHRA-Antisemitismus-Definition) auf die Pressefreiheit.
  • [14:12] Politische Einflussnahme auf Redaktionen Statement des ehemaligen DLF-Journalisten Stefan Detjen über die Forderung nach staatlich installierten Kontrolleuren in Medienhäusern und Kampagnen gegen Journalisten.
  • [16:42] Analyse der aktuellen Eskalation (Iran/Libanon) Kritik am medialen Framing von Angriffskriegen als „Selbstverteidigung“ und der einseitigen Verurteilung völkerrechtswidriger Akte.
  • [17:41] Handlungsmöglichkeiten für Medienkonsumenten Empfehlungen zum Umgang mit einseitiger Berichterstattung: Suche nach unabhängigen Quellen, Verfassen von Leserbriefen und Förderung alternativer Medienstrukturen.