Hrsg. Elisabeth Edl

Sarrasine
Eine Szene aus dem Pariser Leben

Die vornehme Pariser Gesellschaft hat sich oft gefragt: Woher kommt der ungeheure Reichtum der Familie de Lanty? Die abenteuerlichsten Gerüchte umgeben vor allem jenen mysteriösen, geisterhaften Greis auf dem luxuriösen Ball, der durch seine extreme Magerkeit, seine altmodische, feminine Koketterie alle Blicke auf sich zieht. Sein Geheimnis jedoch ist verborgen in einer ganz anderen Geschichte: Viele Jahre zuvor reist der junge Bildhauer Sarrasine zur Ausbildung nach Rom. Beim abendlichen Theaterbesuch packt ihn unsterbliche Liebe zu Zambinella, der Primadonna, deren engelgleicher Sopran ihn verzaubert. Seine Leidenschaft bleibt nicht unbemerkt – doch spielt Zambinella wirklich nur mit ihm, als sie ihn zurückweist und ihn warnt, sich ihr nicht zu nähern?

ISBN 978-3-89581-655-0 1. Auflage 11.03.2026 18,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover) Originalausgabe

Sarrasine, 1830 erschienen, gehört zu den faszinierendsten Texten in Balzacs Menschlicher Komödie: Eine Geschichte versteckt in einer anderen; Gestalten, die nicht sind, was sie scheinen; ein schillerndes Vexierspiel von Schönheit und Täuschung, Liebe und Sexualität, Wirklichkeit und Kunst.

Die Erzählung wurde erst spät entdeckt, provozierte dann aber die gewagtesten Interpretationen, beginnend mit Georges Bataille und Roland Barthes’ berühmter Studie S/Z.

Elisabeth Edl – wie bereits in ihren Ausgaben von Stendhal, Flaubert, Maupassant, George Sand – verfolgt einen anderen Weg: Mit Übersetzung, Nachwort, Zeittafel und Anmerkungen geht sie wieder zurück zu Balzac und seinem Text, der aufregender ist als alle nachträglichen Spekulationen.

Das Coverbild ist ein Gemälde von Auguste Rodin.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Rezension

Sarrasine weist zwei Handlungsstränge auf: Der äußere Strang, die Rahmenhandlung, beschreibt den Ball der Familie Lanty, auf dem sich der Erzähler in die Marquise de Rochefide verliebt. Bei den Lantys lebt ein alter Mann, der Gesprächsthema ist. Weiteres Thema ist das Vermögen der Gastgeber. Im zweiten Handlungsstrang gibt der Erzähler einen Abriss des Lebens von Sarrasine, der nach Paris reist, dort als Bildhauer arbeiten will und sich in die Opernsängerin Zambinella verliebt. Als er ihr seine Liebe gesteht, erfährt er, dass sie keine Frau ist. Seine Liebe wird nicht erwidert. In beiden Handlungssträngen verliebt sich ein Mann vergeblich. Honoré de Balzacs Erzählung Sarrasine ist Bestandteil seines Großprojekts Die menschliche Komödie. Wichtige Themen der Erzählung sind: Sexualität, das soziale Geschlecht und seine Konstruktion. Von mohan literaturschock-forum.de 04.06.2009

Weitere Pressestimme

»Sie werden Ihr verbotenes Vergnügen daran haben.« Jürgen Kaube, FAZ

Autoreninfos

Honoré de Balzac (* 20. Mai 1799 in Tours; † 18. August 1850 in Paris) war ein französischer Schriftsteller. In den Literaturgeschichten wird er, obwohl er eigentlich zur Generation der Romantiker zählt, mit dem sechzehn Jahre älteren Stendhal und dem 22 Jahre jüngeren Gustave Flaubert als Dreigestirn der großen Realisten gesehen. Sein Hauptwerk ist der 88 Titel umfassende, aber unvollendete Romanzyklus La Comédie humaine (deutsch: Die menschliche Komödie), dessen Romane und Erzählungen ein Gesamtbild der Gesellschaft im Frankreich seiner Zeit zu zeichnen versuchen. 

Wikipedia (DE): Honoré de Balzac

Herausgegeben und übersetzt von

Elisabeth Edl (*1956) wurde für ihre Übersetzungen und Editionen französischer Literatur (Stendhal, Flaubert, Modiano u. a.) mehrfach ausgezeichnet. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich. Für ihre gemeinsamen Übersetzungen (Simone Weil, Julien Gracq, Philippe Jaccottet, Yves Bonnefoy) erhielten Elisabeth Edl und Wolfgang Matz den Paul-Celan-Preis und den Petrarca-Preis. Quelle: Alexander Verlag Berlin

Erstellt: 23.04.2026 - 08:43  |  Geändert: 23.04.2026 - 09:47