29.01.2026

Sind wir noch zu retten, Nadia Zaboura? Ein Gespräch über 2026 – das Schicksalsjahr des Journalismus

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auf YouTube (29.01.2026) 1:38:18

Medienpräsenz
Videokanal

Unsere Gegenwart ist geprägt von tiefgreifenden Veränderungen, einige schleichend wie der Klimawandel, andere abrupt wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine oder der Start von ChatGPT. Journalist:innen müssen in dieser Lage einordnen, Reaktionen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vermitteln, Perspektiven von Bürger:innen einholen und das Geschehen kritisch hinterfragen. 

Doch in der Kakophonie der sozialen Medien und zwischen verhärteten politischen und medialen Fronten verlieren immer mehr Medien diesen Auftrag aus den Augen – und verspielen Vertrauen. Dazu wächst der ökonomische Druck, befeuert durch KI-Konkurrenz.

Was steht in 2026 für den Journalismus auf dem Spiel? Und was hilft, jetzt? Diese Fragen diskutiert Publix-Intendantin Maria Exner mit Nadia Zaboura, Kommunikationswissenschaftlerin, Publizistin und eine der fundiertesten Medienkritiker:innen Deutschlands.

Im Juli 2025 erschien ihr Buch „Medien zwischen Macht und Ohnmacht“, das sie mit zwei wissenschaftlichen Co-Autoren (Rainer Nübel und Daniel Rolle) publizierte. In Interviews und auf Bühnen analysiert sie regelmäßig Ursachen für Nachrichtenmüdigkeit und Vertrauensverlust, etwa anhand der Berichterstattung über Migration oder den Krieg in Palästina und Israel.

In der ersten Veranstaltung der "Sind wir noch zu retten?"-Reihe wird Nadia Zaboura die drängendsten Probleme des Journalismus und den daraus entstehenden Handlungsdruck klar benennen und vor allem Auswege und Lösungen aufzeigen. Denn eine bessere Zukunft beginnt damit, sie sich konkret vorzustellen.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 38min 18s
Videoautoren

Erstellt: 16.03.2026 - 08:59  |  Geändert: 16.03.2026 - 08:59

verwendet von

Nadia S. Zaboura (* 1979)[1] ist eine deutsche Kommunikationswissenschaftlerin, Medienkritikerin, Moderatorin und Autorin. 

Wikipedia (DE): Nadia Zaboura  |  Website: zaboura.de

Die aktuelle Situation für die Journalisten und die Medien, für die sie arbeiten, könnte kaum ambivalenter sein: Gerade jetzt, in Zeiten von Fake News, strategischer Verkürzung von Narrativen in populistischen Kreisen sowie von Verschwörungsnarrativen sind journalistische Funktionen und Kompetenzen für eine „redaktionelle Gesellschaft" (Bernhard Pörksen) evident wichtig. Dazu zählen maßgeblich eine fundierte Recherche und neutrale Informierung, unparteiische Vermittlung, sachliche Analyse, aber auch professionelle Prüfung und Bewertung von Quellen, Trennung von Nachricht und Meinung sowie Aufklärung und Kontrolle. Sie sind prägend für das berufliche Selbstverständnis sehr vieler Journalisten. Doch gerade jetzt, in Zeiten des großen Wandels, befinden sich die Medien nach Einschätzung zahlreicher Kommunikations- und Medienwissenschaftlern in einer gravierenden Krise, die Journalisten als berufliche Profis und auch ganz im persönlichen Sinne trifft.