Hrsg. Paul Werner Wagner

Konrad Wolf: Kriegstagebuch und Briefe 1942-1945

Konrad Wolf war neunzehn, als er mit der Roten Armee Berlin erreichte. Er hatte 1933, als Achtjähriger, mit seiner Familie vor den Nazis aus Deutschland fliehen müssen. Als sowjetischer Staatsbürger wurde er im Dezember 1942 zum Kriegsdienst eingezogen. Mit der 47. Armee marschierte Wolf vom Kaukasus durch die Ukraine und Polen, über die Weichsel und die Oder.

In seinem Tagebuch notiert er all die Grausamkeiten, die er erlebt. 

ISBN 978-3-360-02826-6 1. Auflage 25.02.2026 28,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Wolfgang Kohlhaase, sein späterer Freund, schreibt im Vorwort: »Wo schläft man, was isst man, wo kann man sich waschen? Nach Monaten noch stecken seine kalten oder nassen oder wundgelaufenen Füße in den Resten der Schuhe, mit denen er aus Moskau gekommen ist.« 

Die Tagebucheinträge: Zeugnisse vom Überlebenskampf eines Teenagers, bewegend der Kontrast zwischen der Unbekümmertheit des jungen Schreibers und der Wahrhaftigkeit des Erlebten auf den Schlachtfeldern. Ein exklusives, ungewöhnliches Dokument der Zeitgeschichte und Teil der Lebensgeschichte eines bedeutenden deutschen Künstlers.

Mehr Infos

Wikipedia (DE): Ich war neunzehn [Der DEFA-Film von Konrad Wolf, der auf seinen Erlebnissen basiert.]

Rezensionen

Mehr als zwei Jahre klüger: Auch eine Bildungsgeschichte: Konrad Wolfs »Kriegstagebuch und Briefe 1942–1945«: Hätte jemand dieses Tagebuch aus dem Zweiten Weltkrieg auch gedruckt, wäre nicht Konrad Wolf, der später in der DDR als Regisseur wichtige Filme drehte, der Verfasser? Wahrscheinlich nicht, aber das wäre schade gewesen. Anfang des Jahres sind in der Edition Ost seine simpel betitelten »Kriegstagebuch und Briefe 1942–1945« in einer neuen, erweiterten Edition erschienen, erstmals publiziert worden waren sie 2015. Von Kai Köhler junge Welt 26.06.2026

Mehr als nur ein Tagebuch: Die Notizen des DEFA-Regisseurs Konrad Wolf in „Kriegstagebuch und Briefe 1942-1945“ illustrieren die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs: Er ist eine schillernde Figur der DDR-Kunst und -Kulturpolitik: Konrad Wolf, DEFA-Regisseur, von 1965 bis zu seinem Tod im Jahr 1982 Präsident der Akademie der Künste, Sohn des Schriftstellers Friedrich und Bruder des DDR-Geheimdienstchefs Markus Wolf. Zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 2025 liefen nicht nur zahlreiche seiner außergewöhnlichen Filme im Fernsehen und in Filmreihen in den einschlägigen Kinos. Auch sein Kriegstagebuch Aber ich sah ja selbst, das war der Krieg! der letzten drei Jahre des 2. Weltkriegs wurde – mit neuen Materialien – wieder zugänglich. Das von Paul Werner Wagner edierte und knapp eingeführte Buch enthält die originalen Tagebücher (1942-1945) und Briefe von Konrad Wolf, die er in der Roten Armee führte. Von Michael Grisko literaturkritik.de 13.02.2026

Autoreninfos

Konrad Wolf (1925–1982) war ein deutscher Filmregisseur der DEFA. Er wuchs nach der Emigration seiner Familie 1933 in Moskau auf und kam früh mit Film in Berührung. 1945 kehrte er als Soldat der Roten Armee nach Deutschland zurück; diese Erfahrungen prägten spätere Arbeiten. Seit den 1950er Jahren drehte er Spielfilme, darunter „Sterne“, „Der geteilte Himmel“ und „Ich war neunzehn“. Seine Filme thematisierten häufig deutsche Zeitgeschichte; „Sonnensucher“ wurde zunächst verboten und später freigegeben. Von 1965 bis 1982 war er Präsident der Akademie der Künste der DDR. Nach seinem Tod wurde die Filmhochschule in Babelsberg nach ihm benannt.

Wikipedia (DE): Konrad Wolf

Vorwort von

Wolfgang Kohlhaase (1931 - 2022) war ein deutscher Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller. Er gilt als „einer der wichtigsten Drehbuchautoren der deutschen Filmgeschichte“. Seinen „vielfältigen Sprachwitz“ und seine „genaue Beobachtungsgabe einzelner Milieus“ setzen Regisseure und Filmkenner mit dem Können von Erich Kästner und Billy Wilder gleich.

Wikipedia (DE): Wolfgang Kohlhaase

Herausgegeben von

Paul Werner Wagner (Jahrgang 1948) ist deutscher Literatur- und Kulturwissenschaftler sowie Kulturmanager mit Fokus auf DDR-Kultur, Schachgeschichte und Medienaufarbeitung. 1967 unternahm er einen Fluchtversuch aus der DDR, wurde festgenommen und verbrachte 19 Monate Haft, worauf sieben Jahre Produktionsarbeit in der Filmfabrik Wolfen folgten. Im Anschluss studierte er Kultur- und Literaturwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin. Er gründete 2001 die Emanuel Lasker Gesellschaft, war über viele Jahre deren Vorsitzender, und leitete die Friedrich‑Wolf‑Gesellschaft. Zudem war er von 2002 bis 2010 Vorsitzender des Künstlerklubs Die Möwe und veröffentlichte zahlreiche Bücher zur Film-, Arbeits- und Kulturgeschichte der DDR sowie eine Schach-Kolumne in der Berliner Zeitung.

Wikipedia (DE): Paul Werner Wagner

Eine frühere Ausgabe der Aufzeichnungen

Der Filmregisseur Konrad Wolf (1925-1982) hat uns ein außergewöhnliches Dokument hinterlassen: sein Kriegstagebuch in russischer Sprache. Die drei kleinen engbeschriebenen Notizbücher blieben unversehrt und vermitteln ungewöhnliche Einblicke in Erleben, Denken und Fühlen ihres Verfassers.

ISBN 978-3-00-050547-8 15.10.2015 vergriffen
Autoren
Reihe

Erstellt: 13.07.2026 - 08:29  |  Geändert: 13.07.2026 - 08:52