Wessen Erinnerung zählt? Koloniale Vergangenheit und Rassismus heute. Von Mark Terkessidis

Als das Deutsche Reich am 28. Juni 1919 den Vertrag von Versailles unterzeichnete, gingen die überseeischen Kolonien an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs über. Lange vergessen, kehrt die Kolonialperiode in Ländern wie Namibia, Kamerun oder Ruanda in den letzten Jahren in die Erinnerung zurück. Was bedeutet dieses Wiederauftauchen für die Bundesrepublik? Müsste in der »postkolonialen« Sichtweise nicht auch das deutsche Eroberungsstreben in Richtung Osten eine Rolle spielen? Die neue Erinnerungskultur hat gravierende Auswirkungen für das Selbstverständnis eines Landes, dessen Bevölkerung immer diverser wird.

ISBN 978-3-455-00578-3     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Der lange Schatten der deutschen »Kulturmission« findet sich heute etwa im Umgang mit der »Schuldenkrise«, mit Migration und Flucht und im alltäglichen Rassismus.

Mark Terkessidis, renommierter Migrations- und Rassismusforscher, macht mit seinem Blick in die Vergangenheit aktuelle Debatten nachvollziehbar und zeigt, an welchen Stellen sie in eine neue Richtung gelenkt werden müssen. Zudem macht er sichtbar, welche Fragen sich ergeben, wenn auch die Erinnerung jener zählt, die eingewandert und damit Teil der Gesellschaft geworden sind.

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Inhaltsverzeichnis

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Presse:

»Terkessidis zeigt klar wie keiner vor ihm, wie gerade in Deutschland der Rassismus als Grundprinzip des Kolonialismus weiterlebt, viel weniger beachtet und geächtet als in anderen Ländern.« (Jörg Häntzschel, Süddeutsche Zeitung)

»Herr Terkessides leuchtet viele Ecken der Geschichte des Rassismus und der Kolonialzeit Deutschlands aus. Dieses Licht ist wichtig, damit die Tatsachen überhaupt zu erkennen sind. [...]  Es ist angenehm zu lesen und äußerst informativ« (Hochschulradio Aachen)

»Produktiv wie spannend.« (Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel)

»Dem Berliner Historiker und Journalisten Terkessidis ist hier ein wichtiger Anstoß gelungen, den Begriff des deutschen Kolonialismus aus dem beengten Rahmen des 19. Jahrhunderts zu lösen.« (Thema. Das Güstrowjournal)

»Meisterhaft.« (Ingo Hasemann, Kleine Zeitung)

»Insgesamt sticht Terkessidis im vielstimmigen Chor jener, die derzeit über koloniale Vergangenheit reden und schreiben, durch seinen weiten Blick hervor.« (Andreas Eckert, Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

»Ein so komplexes Thema zu behandeln, verlangt Mut und historische Sachkenntnis.« (Franz Kröger, Kulturpolitische Mitteilungen)

»Ein erhellendes und gut geschriebenes Buch.

Ein kluges Buch über Erinnerung und Demokratie.« (Martina Läubli, NZZ Bücher am Sonntag)

»anregende Lektüre« (Henning Melber, Afrika Süd)

»Gedankenreich und brillant formuliert.« (Markus Schwering, Kölner Stadt-Anzeiger)

Der Autor:

Mark Terkessidis, geboren 1966, ist freier Autor und hat u. a. für taz, Tagesspiegel, Die Zeit und Süddeutsche Zeitung geschrieben sowie Radiobeiträge für den Deutschlandfunk verfasst und im WDR-Radio moderiert. Er promovierte über die Banalität des Rassismus und unterrichtete an den Universitäten Köln, Rotterdam und St. Gallen. Zuletzt veröffentlichte er Interkultur (2010), Kollaboration (2015) und Nach der Flucht (2017). Er lebt in Berlin.

Der Autor auf Wikipedia

 

Deutscher Rassismus gestern und heute: Interview mit Mark Terkessidis
DW Deutsch Youtube 06.09.2019

 

Erstellt: 22.02.2021 - 10:09  |  Geändert: 22.02.2021 - 10:17