Harald Kaufmann (Medienpräsenz)

1:10:26

Dr. Eugen Drewermann erzählt in Episoden aus verschiedenen Werken und entlang des Lebens des Schriftstellers Fjodor Michailowitsch Dostojewski warum dieser zurecht als der "Dichter der Menschlichkeit" betitelt wird.

Drewermann erzählt uns angesichts der Kriege in Russland und Ukraine, in Israel und Palästina, im Iran und in Israel, wie Dostojewski mit seiner russischen Seele diese Konflikte einordnen würde.

Er schließt seinen Vortrag mit den Worten: 
"Der Russe ist ein Mensch, der alles versteht. Wenn das so ist, sollten wir lernen, Russen zu werden."

50:35

Unter dem Titel „BRICS und China dem Westen weit voraus?“ beleuchtet der China- und BRICS-Experte die geopolitischen Verschiebungen unserer Zeit. Welche Rolle spielen die BRICS-Staaten in einer sich wandelnden Weltordnung? Ist China dem Westen tatsächlich voraus – wirtschaftlich, technologisch oder strategisch? Und was bedeutet das für Europa und Deutschland?

Zeitmarken

1. Geostrategische Achse: Iran, Russland und China

Ossenkopp beschreibt den Iran als zentrale „Drehscheibe“ in Eurasien [02:08]. Er betont, dass die wirtschaftliche und militärische Vernetzung zwischen Russland (Rohstoffe), China (Technologie) und dem Iran für das westliche Establishment ein „Albtraum“ sei [05:03].

  • Nord-Süd-Transportkorridor: Russland orientiert sich aufgrund der Sanktionen weg von Europa hin zu einem Korridor, der von St. Petersburg über den Iran bis nach Indien führt [03:32].
  • Militärische Kooperation: Es wird auf eine verstärkte Zusammenarbeit hingewiesen, etwa durch die Bereitstellung chinesischer Satellitendaten (Beidou-System) für iranische Drohnen und Raketen [09:37].

2. Infrastruktur und technologischer Vorsprung Chinas

Ein Großteil des Vortrags widmet sich dem massiven Infrastrukturausbau Chinas im Vergleich zum Westen:

  • Häfen: Der Bau des Megaports in Chancay (Peru) ermöglicht Südamerika den direkten Handel mit Asien unter Umgehung US-kontrollierter Routen [15:53].
  • Schienennetz: China verfügt über ein Hochgeschwindigkeitsnetz von ca. 48.000 km, während die USA und Europa in der Effizienz und Kohärenz ihrer Systeme weit zurückfielen [20:42].
  • Innovation: Ossenkopp nennt Beispiele wie den automatisierten Hafen von Shanghai [19:38], die Kernfusionsforschung (Tokamak-Reaktor) [26:32] und die Entwicklung humanoider Roboter [32:56].

3. Die BRICS-Erweiterung und der Globale Süden

Die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) haben sich am 1. Januar 2024 um Mitglieder wie Ägypten, Äthiopien, den Iran und die VAE erweitert [08:18].

  • Wirtschaftsgewicht: Der Anteil der G7-Staaten an der Weltwirtschaft sinkt, während die BRICS-Staaten demografisch und wirtschaftlich aufsteigen [41:05].
  • De-Dollarisierung: Es gibt Bestrebungen, den US-Dollar im internationalen Handel zu umgehen, etwa durch elektronische Bezahlsysteme in Indien oder den verstärkten Einsatz des Yuan [47:46].

4. Kritik an der Lage im Westen und Deutschland

Ossenkopp kontrastiert den „China-Speed“ mit der Krise in Deutschland:

  • Er kritisiert marode Infrastrukturen, hohe Energiepreise und langsame Großprojekte wie Stuttgart 21 oder den BER [31:04].
  • Trotz politischer Forderungen nach einem „De-Risking“ (Abkopplung) würden deutsche Unternehmen wie Siemens oder Mercedes ihre Investitionen in China aufgrund der technologischen Reife dort eher verstärken [32:14].