Die Ausstellung im Museum Eberswalde und das begleitende Katalogbuch stellen die Lebenswege der Fotografin Ellen Auerbach (1906-2004), die in den späten 1920er Jahren das renommierte Berliner Studio ringl+pit mitbegründete, und der in Dresden gebürtigen Grafikerin Lea Grundig (1906-1977) einander gegenüber. Beide waren aufgrund ihrer jüdischen Herkunft gezwungen, Deutschland in der NS-Zeit zu verlassen und in Palästina Zuflucht zu suchen. Beiden ist gemeinsam, dass sie Palästina in den späten 1940er Jahren wieder verlassen haben. Ellen Auerbach fand in den USA, Lea Grundig in der DDR ihre letzte Heimat.
Lea Grundig (1906–1977) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und politische Künstlerin, die in Dresden geboren wurde und als eine der bedeutenden Künstlerinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt. Sie studierte von 1922 bis 1926 an kunstpädagogischen und bildenden Akademien in Dresden, schloss sich 1926 der Kommunistischen Partei Deutschlands an und heiratete den Maler Hans Grundig; in dieser Zeit wurde sie Mitglied revolutionärer Künstlergruppen. In den 1930er Jahren stellte Grundig in ihren Arbeiten soziale Themen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus dar, wurde mehrfach verhaftet und ging 1939 ins Exil nach Palästina, bevor sie 1948/49 nach Dresden zurückkehrte. In der Deutschen Demokratischen Republik lehrte sie an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, wurde 1964 Präsidentin des Verbands Bildender Künstler und erhielt zahlreiche staatliche Auszeichnungen; sie starb 1977 auf einer Mittelmeerreise.
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