Hundert Jahre Heimatland?
Judentum und Israel zwischen Nächstenliebe und Nationalismus

Geschichte und Aktualität des Nahost-Konflikts. Verzweifelt über israelische Menschenrechtsverletzungen, verblüfft über das Vogel-Strauß-Verhalten deutscher Politiker und aufgrund der jüdischen Tradition seiner Familie sucht der Autor die Ursachen der heutigen Situation und spürt verlorengegangenen Alternativen nach: Im Judentum des Zarenreichs, wo Religiosität, Sozialismus und Nationalismus Wurzeln schlugen, im Zusammentreffen dieser Strömungen mit dem britischen Empire, der Furcht Europas vor dem "jüdischen Bolschewismus" und den Nazi-Verbrechen. Um seinen heutigen nationalreligiösen Fanatismus zu überwinden, braucht das Judentum ein erneuertes Leitbild von Befreiung, Erlösung und Nächstenliebe.

ISBN 978-3-86489-186-1 1. Auflage 02.10.2017 22,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover) Neuausgabe

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Beschluss der HRK zur IHRA-"Definition" von Antisemitismus. Offener Brief an den Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz von Rolf Verleger. → Telepolis 03. Dezember 2019

Alternativer Geschichtsunterricht, der fesselt. Es gibt Bücher, ja auch Sachbücher und historische Bücher, die schlägt man auf – und nach wenigen Zeilen des Lesens möchte man sie gar nicht mehr aus der Hand legen. Zu diesen Werken gehört sicherlich Rolf Verlegers „Hundert Jahre Heimatland? Judentum und Israel zwischen Nächstenliebe und Nationalismus.“ Bemerkenswert an dem Titel ist zunächst einmal das große Fragezeichen. Denn nach dem gut 250 Seiten umfassenden alternativen Geschichtsunterricht wird dem Leser klar, warum hinter dem Wort Heimatland im Titel ein Fragezeichen steht: Israel, jedenfalls nicht dieses Israel, ist keineswegs die politische Heimat des Autors. Vom gängigen Narrativ der deutschen Staatsraison, die Israels Sicherheit zu garantieren habe, und vom Recht Israels, sich gegen sein feindliches Umland verteidigen zu dürfen, bleibt am Ende nicht viel übrig. Rolf Verleger zerzaust diese Lesart wie der Wind einen Baum im Herbst, der nach dem Sturm einem kahlen Gerüst in einer öden Landschaft ähnelt. Eine Rezension von Heiko Flottau → Nachdenkseiten 06.10.2017

Mediathek

Im Gespräch Prof. Dr. Rolf Verleger "Hundert Jahre Heimatland"
11.12.2017 | ApolutEcho YouTube (16.10.2025)

Autoreninfos

Rolf Verleger (* 17. Dezember 1951 in Ravensburg; † 8. November 2021 in Lübeck) war ein deutscher Psychologe

Er war Professor an der Universität zu Lübeck und Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland. Sein Forschungsschwerpunkt in der Neuropsychologie waren ereignisbezogene EEG-Potentiale. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er seit 2006 als Kritiker israelischer Politik und Autor von Sachbüchern zum Thema Judentum und Israel bekannt. 

Seine wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich insbesondere auf kognitive Neurowissenschaften, darunter Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnisprozesse, häufig unter Einsatz elektrophysiologischer Methoden wie der EEG-Forschung. Verleger veröffentlichte zahlreiche Fachartikel in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften und war an verschiedenen Forschungsprojekten beteiligt. Neben seiner akademischen Tätigkeit wurde er auch durch öffentliche Stellungnahmen zu politischen und gesellschaftlichen Themen bekannt, insbesondere im Zusammenhang mit Nahostpolitik und seiner früheren Mitgliedschaft im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland. Diese endete 2009 nach öffentlichen Kontroversen.

Wikipedia (DE): Rolf Verleger  | Wikipedia (EN): Rolf Verleger

Autoren

Erstellt: 12.12.2017 - 08:19  |  Geändert: 07.04.2026 - 08:13