Die Psychologie des Totalitarismus
Totalitarismus ist kein Zufall und bildet sich nicht in einem Vakuum. Der Ursprung liegt in dem Phänomen der "Massenbildung", einer Art kollektiver Psychose. Mit detaillierten Analysen, Beispielen und Ergebnissen aus jahrelanger Forschung legt Mattias Desmet die Schritte dar, die zur Massenbildung führen: Aus einem allgemeinen Gefühl der Einsamkeit und des Mangels an sozialen Bindungen und Sinnhaftigkeit entstehen Ängste und Unzufriedenheit, die sich wiederum in Frustration und Aggression manifestieren. Diese werden von Regierungsvertretern und Massenmedien mithilfe von bestimmten Narrativen geschickt ausgenutzt und kanalisiert. In der Folge dehnt sich der Einfluss des Staates auf das Privatleben des Individuums immer mehr aus.
Neben einer glasklaren psychologischen Analyse und aufbauend auf Hannah Arendts grundlegendem Werk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" formuliert der Autor auch eine scharfe Kritik am kulturellen "Gruppendenken" und der Angstkultur - die bereits vor der Pandemie existierten, mit der COVID-Krise aber exponentiell zugenommen haben -, warnt vor den Gefahren unseres Medienkonsums und unserer Abhängigkeit von manipulativen Technologien. Dabei zeigt er aber auch sowohl individuelle als auch kollektive Lösungsansätze auf, um zu verhindern, dass wir unsere Freiheiten freiwillig opfern.
→ Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags
Die hyperkontrollierte Gesellschaft. Als „Massenformierung“ bezeichnet der Psychologe Mattias Desmet eine kollektive Hypnose, aus der auf Basis eines gemeinsamen Narrativs ein heroischer Kampf gegen ein Objekt der Angst entsteht. Liegt hier der Schlüssel zum Verständnis der Corona-Jahre? Von Michael Andrick Cicero 23. Oktober 2023
Ein Meilenstein für die Klärung und Aufhebung der Mechanismen, die den Boden für totalitäre Systeme liefern. Mattias Desmet, Professor für klinische Psychologie an der Universität Gent, macht in seinem Buch „Die Psychologie des Totalitarismus“ (1) anhand fundierter Beispiele und Analysen deutlich, wie das Phänomen der Massenbildung funktioniert. Aus sozialer Isolation und Sinnlosigkeit heraus entstehen Ängste und Unzufriedenheiten, die von Regierungsvertretern und Massenmedien ausgenutzt und kanalisiert werden. Aufbauend auf der Arbeit Hannah Ahrendts wird nicht nur eine scharfe Kritik am kulturellen Gruppendenken geübt, es werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie es dem Individuum gelingen kann, sich nicht dem Kollektiv zu opfern. Von Kerstin Chavent → Rubikon 28.02.2023
Rezension von E. Portmann → Springer 24.10.2022
Psychologie der Massen. Nadim Helow spricht mit Prof. Mattias Desmet über Psychologie der Massen (Video-Interview) → allesaufdentisch.tv Dezember 2021
Autoreninfos
Der Übersetzer
Arne Braun studierte Germanistik und Niederlandistik und arbeitete anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung Niederlandistik der Universität Leipzig. Heute lebt sie als freie Übersetzerin in Leipzig und überträgt Romane, Erzählungen und Sachbücher aus dem Niederländischen ins Deutsche.

