02.08.2026

Das Ende der Rechtssicherheit? Professor Dietrich Murswiek warnt vor EU-Willkür

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auf YouTube (02.08.2026) 1:02:43

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Der Staats- und Völkerrechtler Professor Dietrich Murswiek analysiert in diesem Gespräch die neue Sanktionspraxis der Europäischen Union gegen Einzelpersonen. Während die EU diese Maßnahmen als notwendiges Instrument gegen „russische Desinformation“ und „hybride Kriegsführung“ darstellt, warnt Murswiek vor einer schleichenden Aushöhlung rechtsstaatlicher Grundpfeiler und einem direkten Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Im Gespräch mit Dietrich Murswiek geht es um:

– Sanktionen als Existenzbedrohung: Warum das Einfrieren von Konten und das faktische Berufsverbot für Journalisten eine neue, drakonische Stufe der politischen Disziplinierung darstellen. 
– Prävention oder Strafe? Die juristische Grauzone der EU-Verordnungen, die Betroffene ohne vorherige Anhörung oder gerichtliche Prüfung ihrer Lebensgrundlage berauben. 
– Die Rolle der Nationalstaaten: Warum deutsche Ministerien durch ihre Zustimmung in Brüssel Gefahr laufen, den Eid auf das Grundgesetz und die darin garantierte Meinungsfreiheit zu verletzen. 
– Digital Services Act (DSA) und „Trusted Flagger“: Wie die EU über private Internetplattformen Druck ausübt, um unerwünschte Narrative unterhalb der Strafbarkeitsgrenze zu löschen. 
– Der weite Begriff der Desinformation: Warum die Bekämpfung von „Fehlinformationen“ oft zur Zensur von Regierungskritik wird und den demokratischen Diskurs im Kern erstickt. 
– Gefahr für den Journalismus: Wie die Erzeugung von Angst zu vorauseilendem Gehorsam führt und warum das Schicksal einzelner sanktionierter Journalisten ein Warnsignal für die gesamte Branche ist. 

„Gerade das ist der Kern der Meinungsfreiheit, dass auch Meinungen unter dem Grundrechtsschutz stehen, mit denen kaum jemand übereinstimmt – und vor allen Dingen, mit denen die Regierung nicht übereinstimmt.“

Professor Dietrich Murswiek blickt auf eine beeindruckende akademische Laufbahn als Staats-, Verwaltungs- und Völkerrechtler zurück. Er plädiert leidenschaftlich für die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards und zeigt auf, warum eine Demokratie ohne den freien Austausch auch kontroverser Meinungen ihre eigene Basis zerstört.

Ein Gespräch über die Bedeutung der Mündigkeit, die Grenzen staatlicher Macht und den dringenden Appell: Die Grundrechte auch in Krisenzeiten verteidigen.

Zeitmarken

00:00 - Einleitung: Meinungsfreiheit als Kern der Demokratie 
01:30 - Die neue EU-Sanktionsverordnung 2024 
03:15 - Was Individualsanktionen in der Praxis bedeuten 
06:30 - Premiere: Sanktionen gegen EU-Staatsangehörige 
09:00 - Faktisches Berufsverbot und soziale Isolation 
11:30 - „Sippenhaft“? Wenn Familienmitglieder mitgetroffen werden 
14:45 - Präventivmaßnahme oder versteckte Strafe? 
19:15 - Der Mangel an rechtlichem Gehör 
22:20 - Unbestimmte Rechtsbegriffe als Instrument der Willkür 
26:45 - Angriff auf EU-Gegennarrative 
28:30 - Der Fall Jacques Baud und die Warnung an Journalisten 
33:50 - Konstruierte Beweise für „Zusammenarbeit mit Russland“ 
37:30 - Die Verantwortung der nationalen Minister 
41:15 - Gewaltenteilung in der EU: Ein durchbrochenes Prinzip 
43:10 - Digital Services Act: Zensur durch die Hintertür? 
49:15 - Die Rolle der NGOs und „Trusted Flagger“ 
53:50 - RT-Verbot und der Kampf um die Informationshoheit 
56:30 - Mündige Bürger vs. staatliche Bevormundung 
01:00:10 - Fazit: Wie retten wir die Demokratie? 

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 2min 43s

Erstellt: 03.08.2026 - 06:52  |  Geändert: 03.08.2026 - 07:17

verwendet von

Wenn der Verfassungsschutz politische Parteien und Meinungen als verfassungsfeindlich bewertet, nimmt er hoheitlich auf die politische Willensbildung Einfluss. Er warnt vor diesen Parteien und grenzt die von ihm als extremistisch bewerteten Meinungen aus dem öffentlichen Diskurs aus. Dieser Kampf gegen den Extremismus dient dem Schutz der Demokratie, wenn er sich gegen tatsächliche Verfassungsfeinde richtet. Er schadet der Demokratie, wenn die Betroffenen zu Unrecht als Verfassungsfeinde stigmatisiert werden. Das Buch arbeitet die rechtlichen Voraussetzungen für die Beobachtung einer Organisation durch den Verfassungsschutz und für die öffentliche Darstellung der Organisation als extremistisch heraus.